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Soziale Ressourcen

Ruggell/FL © Heinz Heiss

Aus dem Vollen schöpfen

Die sozialen Ressourcen einer Gesellschaft stehen in direktem Zusammenhang mit Stabilität, Sicherheit, Gesundheit und wirtschaftlichem Erfolg. Richtig eingesetzt gibt es in den Alpen alles, was es für gutes Leben braucht. Die Frage, wie Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen wohnen und arbeiten, prägt seit jeher deren Leben. Gemeinschaft, Verantwortung, Vertrauen: Solche Werte waren für die Besiedelung der Alpen Voraussetzung. Gesellschaften verfügen sowohl über die Erfahrung und das Wissen von Älteren als auch über den Ehrgeiz und die Motivation von Jüngeren. Mobilität und Flexibilität sind Bedürfnisse der vielfältigen alpinen Gesellschaft und Wirtschaft, und Offenheit und Gastfreundschaft sind die wichtigsten Zutaten für ein wohlwollendes Miteinander der verschiedenen kulturellen, sprachlichen und wirtschaftlichen Lebensarten in den Alpen.

Austausch ermöglichen

Aus dem Vollen zu schöpfen bedeutet, das ganze Angebot zu nutzen. Das grösste Potenzial der alpinen Gesellschaft ist ihre Vielfalt. Entfalten kann sich dieses Potenzial, wenn Menschen ohne Einschränkung bezüglich Alter, Herkunft, Tätigkeit und Geschlecht zusammenkommen. Was es dafür braucht, sind Orte der Begegnung. Soziale Räume, die das Miteinander und den Austausch fördern: ein multifunktionales Gemeindehaus, ein Gemeinschaftsgarten, ein öffentlicher Brotbackofen.

In den Alpen haben mehr Frauen als Männer einen tertiären Bildungsabschluss. Gleichzeitig arbeiten mehr Frauen als Männer in schlecht bezahlten Teilzeitjobs oder sind überhaupt nicht erwerbstätig. In vielen, vor allem ländlichen Regionen in den Alpen ist es nach wie vor ein ungeschriebenes Gesetz, dass Frauen für Kindererziehung und Haushalt verantwortlich sind. Oft können sie aus diesen Rollen und Strukturen nur ausbrechen, indem sie abwandern.

Potenziale erkennen und fördern

Ähnlich ist die Situation für junge Menschen. Der Umzug in die Stadt ist auch für sie oft nicht das Ziel, sondern der letzte Ausweg. Ob in Bezug auf das Arbeits-, Bildungs- oder Kulturangebot, in vielen ländlichen Alpenregionen fehlt jungen Menschen die Perspektiven. Wie Frauen brauchen auch junge Menschen einen passenden Rahmen, damit sie ihre Energien, Vorstellungen und Wünsche realisieren können. Potenziale müssen erkannt und gefördert werden, sei es durch Kinderbetreuungsstätten, multilokale und multifunktionale Arbeitsmodelle, die digitale Erschliessung abgelegener Bergregionen oder offene Räume für soziale und kulturelle Initiativen.

Seit einigen Jahren lässt sich parallel zur Land- und Bergflucht der Trend beobachten, dass Menschen auch in die Berge ziehen. Diese «New Highlanders» entscheiden sich bewusst für die Berge, wollen hier leben, wohnen und arbeiten. Im Idealfall bringen die neu Zugezogenen nicht nur Kaufkraft und Kapital, sondern auch Innovationsgeist und neue Arbeitsperspektiven. Begegnet ihnen die ansässige Bevölkerung mit Offenheit und Gastfreundschaft und gewährt ihnen Zugang nicht nur zum wirtschaftlichen, sondern auch zum gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben vor Ort, kann der Funke schnell überspringen: Lokale Strukturen können revitalisiert, Verfall von Infrastruktur kann verhindert und neue Kontakte und Möglichkeiten können mit den urbanen Wissens- und Kommunikationszentren geknüpft werden.

 

Quellen und weitere Informationen:

Interaktive Präsentation