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Dossier

Soziale Innovation in den Alpen

© Johannes Gautier

Wozu soziale Innovation?

Abwanderung, Klimawandel, Mobilität oder Ressourcenverbrauch erfordern als gesellschaftliche Herausforderungen neue Strategien, um eine nachhaltige Entwicklung in den Alpen zu ermöglichen. Sie lassen sich nicht allein durch technischen Fortschritt lösen, sondern benötigen auch soziale Veränderungen.

Krisen bieten Chancen und sind ein Nährboden für soziale Innovation. In Krisen können Weichen neu gestellt, Beziehungen gestärkt und Werte neu definiert werden. Soziale Innovationen beinhalten neue Wege, Kombinationen und Formen des gesellschaftlichen Miteinanders, um nachhaltige Entwicklung, Good Governance und Lebensqualität in den Alpen zu fördern. Sie bieten Lösungen, die gleichzeitig auf gesellschaftliche Bedürfnisse antworten und zur Ausbildung neuer Fähigkeiten und Beziehungen führen. Netzwerke und Strukturen können so gestärkt, die Nutzung gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Ressourcen kann optimiert werden.

Wirkung zählt

Soziale Innovation hat es schon immer gegeben. Einrichtungen wie Kindergärten und Gewerkschaften waren ihrerzeit soziale Innovationen. Neu sind der Begriff sowie die Möglichkeiten und Perspektiven, die er eröffnet. Dass soziale Innovation sich zu einem Modewort entwickelt hat, birgt Chancen, etwa neue Finanzierungsmöglichkeiten, kann aber auch zum Problem werden. Die verschiedenen Definitionen und Erklärungsansätze verleiten dazu, sich zu sehr auf den Begriff zu konzentrieren, obwohl es der Prozess und die Wirkung sind, denen die Aufmerksamkeit gehören sollte.

Eine Idee allein ist noch keine Innovation. Von sozialer Innovation kann erst gesprochen werden, wenn es eine Wirkung in der und für die Gesellschaft gibt. Soll der Entstehung sozialer Innovationen nachgeholfen werden, gilt es, den Fokus auf die AkteurInnen und ihr Tun zu legen und das Engagement der Menschen sichtbar zu machen. Soziale Innovationen brauchen in jedem Fall eine starke, engagierte Zivilgesellschaft.

Werkstatt Alpen

Die zum Teil extremen Lebensbedingungen, drohende Naturgefahren, starke Gegensätze von Zentren und Peripherie sowie die ausgeprägte kulturelle Vielfalt in den Alpen haben schon immer nach einem kreativen und flexiblen Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen verlangt. Mit ihren lokalen, kleinräumlichen Strukturen können die Alpen einerseits als Werkstatt angesehen werden, eine Art Entwicklungs- und Versuchslabor für soziale Innovationen. Andererseits sind soziale Innovationen in ländlichen, abgelegenen Gebieten besonders wichtig, reichen doch Leistungen und Fürsorge des Staates manchmal nicht weit über die Grenzen der Zentren hinaus.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

Weiterführende Informationen