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Tauschkreis Vorarlberg

erstellt von TTKV  —  zuletzt verändert: 21.06.2006 17:35

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Wettbewerbs zum Projekt „Zukunft in den Alpen“ im Jahr 2005 durch Aussenstehende eingegeben und seitdem nicht aktualisiert. Die Verantwortung für die Inhalte liegt bei den im Formular angegebenen Personen.

Themen
Region Vorarlberg / at (Österreich)
Laufzeit 01.04.1996 - 31.12.2010
  • Soziale Handlungsfähigkeit
  • Regionale Wertschöpfung
  • Politiken und Instrumente

Kurzbeschreibung
Regionales, ökologisches Wirtschaften, Förderung u. Stützung der Nahversorgung, Förderung der Fähigkeiten der Menschen, Aktivierung von Menschen ohne „klassische“ Erwerbsarbeit (Arbeitslose, Senioren,...), organisierte Nachbarschaftshilfe, Betreuung der älteren Generation, Verbesserung der Lebensqualität in der Region, kulturelle Förderung von sonst "nicht rentablen" Ideen mit dem Instrument einer lokalen komplementären Währung, die sonst auch kommerzielle genutzt werden (Stichwort: Bonusmailen)
Verantwortliche/r Herr Gernot Jochum-Müller
Tauschkreis Vorarlberg
Weidenweg 2, 6850 Dornbirn, Österreich
g.jochum-mueller@tauschkreis.net
0043/5572/22787
Kontaktperson Herr Rolf Schilling
Berchenstr. 73, 78467 Konstanz, Deutschland
geological@web.de
0049/700/43646367
Projektträgerin/Projektträger
Budget
32000/Jahr
Beteiligte
Eingetragener Verein mit folgender Struktur: Name Adresse Aufgabe, Rolle, Verantwortung Gernot Jochum-Müller Weidenweg 2, 6850 Dornbirn Obmann, Projektleiter; Gertraud Gächter Fischerweg 1, 6845 Hohenems Stellvertreterin, Reg. Ansprechperson; Erika Schmidt Sebastianweg 10b, 6800 Feldkirch Kassierin, Regionale Ansprechperson; Monika Dintner Steinbruchweg 10, 6900 Bregenz Schriftführerin, Buchungszentrale; Ferner: Sozialsprengel Leiblachtal
Ziele
Der TTKV ist das größte regionale komplementäre Wirtschaftssystem in Österreich. Wir gelten als Vorzeigeprojekt in Europa und werden in der aktuellen Deutsch- und Englischsprachigen Literatur als Modellprojekt beschrieben. Zahlreiche Anfragen für Kongresse und Fachvorträge werden an uns herangetragen. Das Grundanliegen der Initiative wurde im Statut folgendermaßen beschrieben: (1) Die Organisation einer Tauschzentrale im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zur Förderung der Lebensqualität; (2) Selbsthilfe für Menschen, die in unserem Wirtschaftssystem weniger Chancen haben, ungenutztes Potential zu aktivieren, das marktwirtschaftlich nicht nutzbar ist; (3) Nutzung von lokalen Angeboten zur Reduzierung von Transportwegen; (4) Das Bewusstsein und Wissen über finanzwirtschaftliche Zusammenhänge zu stärken; (5) Förderung von Kontakten zwischen Privatpersonen, Vereinen, Unternehmen, Verbänden und Institutionen, die an einer umwelt- und menschengerechten Wirtschaft interessiert sind.
Aktivitäten
Der Verein stellt eine Plattform für unterschiedliche Projekte des regionalen Wirtschaftens dar. Neben Kommunikationsorganen stellen wir eine bargeldlose und zinsfreie Verrechnungsmöglichkeit (Talente) für Mitglieder zur Verfügung. Hier einzelne Beispiele: Eine alleinerziehende Frau, die ein Jugendzimmer über Talente (Tt) finanziert. Der Talente-Kreislauf: Die Mutter engagiert sich im Tauschkreis, tätigt viele Geschäfte und spart Tt zusammen. Auf Antrag, kann sie ihr Konto zusätzlich ins Minus zu führen. Mit den so vorhandenen Tt finanziert sie bei einem Tischler ein Jugendzimmer in Vollholz. Der Tischler leistet 1-2 Aufträge im Jahr in Tt ab. Im regionales Bildungshaus können Seminar mit Tt bezahlt werden, dieses Bildungshaus bezieht wiederum regionale Produkte von Landwirten die Mitglied im Tauschsystem sind. 2006 wollen wir nutzen um Kommunen, Institutionen und Firmen dahingehend zu begleiten, Teile ihres wirtschaftens auf Tauschbasis zu gestalten und neue Trends zu setzen.
Ergebnisse
Seit Gründung wurden über 11.000.000 Tt oder 110.000 Stunden zwischen den Mitgliedern getauscht. Davon 2 Mio. Tt im letzten Jahr. Landesweit gibt es über 560 Mitgliederkonten (von Familien, Betrieben, Gruppen und Einzelpersonen), die von ca. 1400 Menschen genutzt werden. 12% der Mitgliederkonten werden von Betrieben und Einrichtungen geführt. Es gibt Familien, die mittels Talente über 10% des Haushaltseinkommens erwirtschaften. Nach den ersten erfolgreichen Projekten mit Gemeinden und sozialen Einrichtungen (z.B. Sozialsprengel Leiblachtal, Bildungshaus Arbogast, Kath. Bildungswerk, Vorarlb. Kinderdorf), streben wir für 2006 an, dass das Talent DIE Z(w)EIT Währung in Vorarlberg werden. Hierzu sind wir in einer Kooperation mit der Region Leiblachtal und in Verhandlungen mit einer Vorarlberger Stadtverwaltung. Aktuelle Anfragen über unsere Aktivitäten und die Möglichkeiten, die diese Plattform bietet, gibt es aus 18 Gemeinden bzw. Sozialeinrichtungen, die von Gemeinden geführt werden.
Einsatz Preisgeld
Für Projekte in Ausarbeitung (d.h. noch nich finanziert):  Tauschkreis-Software-Projekt entwickeln, wo Mitglieder ihre eigenen Daten verwalten und selbst Buchungen durchführen können; als Serviceplattform für den deutschen Sprachraum und auf der Basis eines weltweit kompatiblen Systems.  Jubiläumsjahr: 10 Jahre Tauschkreis – Publikation, internationaler Kongress und weitere Aktionen zur Verstärkung der Öffentlikeitsarbeit, Multiplikation und Vernetzung der Idee des geldfreien Tauschens.
Homepage
http://www.tauschkreis.net

Bewertungskriterien für die Juryentscheidung


Auswirkungen auf Natur und Umwelt
Wirtschaftlicher Mehrwert
Der Talente-Tauschkreis ist in den letzten Jahren für einige Familien sowie für einige bäuerliche Betriebe zur echten ökonomischen Alternative geworden. Sie erwirtschaften einen bedeutsamen Beitrag zum Haushaltseinkommen in Talenten. "Ein echter Fortschritt", wie es eine der Tauschkreisfamilie nennt, die lange Zeit am Rand der Armut gelegt hat. Der fiskalische Mehrwert lässt sich in Talenten berechnen bzw. in Euro umrechnen - der volkswirtschaftliche Mehrwert ist dagegen kaum zu beziffern.
Sozio-kultureller Mehrwert
Das ZwEIT Währungsmodell ist aus unserer Sicht ein konstruktiver Beitrag zu einem neuen Sozialmodell. Vor allem in Hinblick auf den demographischen Faktor und steigendem Bedarf an Pflegesicherung. Von der Erschießung dieses Modells versprechen wir uns auch einen verringerten Wettbewerbsdruck z.B. auf Altenpflege. Wir sind ferner dabei, unser Konzept so anzupassen, dass langfristiges Ansparen von Talente zur Sicherung von häuslicher Pflege nach dem japanischen Vorbild (Fureja Kippu) möglich wird.
Innovationsgehalt
Innovation besteht im grundsätzlich anderen Ansatz des Wirtschafts der mit folgenden Aspekten kombiniert ist: Der Persönlichkeitsentwicklung, ohne Ökonomisierung im herkömmlichen Sinn. Menschen entdecken ihre Fähigkeiten und nutzen diese. Ein regionales Zahlungsmittel ohne Wachstumszwang das dezentral und bedarfsorientiert entsteht. (Demokratisch) Solide und Professionelle Organisationsstruktur Peter Koenig, Geldforscher aus Zürich, hat das eine "Gesellschaft mit voller Haftung" genannt.
Good Governance
Die Entscheidungen erfolgen in den jeweiligen Gremien der Jahreshauptversammlung (JHV) sowie in den monatlich wiederkehrenden Serviceteam-Sitzungen (STS). Die Entscheidungen werden in letzterem Falle über die Regionalansprechpersonen an die Mitglieder weitergeleitet, welche sich als "Betroffene" sowohl direkt wie auch über die JHV konstruktiv zu Wort melden können. Somit ist eine schlanke und transparente Entscheidungsstruktur gesichert, die den Prinzipien der Subsidiarität Rechnung trägt.
Öffentlichkeitswirksamkeit
 DVD mit ORF Beitrag anlässlich der Tage der Utopie 2005 Nachrichtensendung  zahlreiche Presseartikel, Homepage, Infomaterial,.. Zur Wirksamkeit: * ein sekundärer Markt entsteht, den es sonst nicht gibt * Menschen vernetzen sich die sich bisher nicht begegnet sind * neue Produkte und Leistungen entstehen * Ein regionale, ökologische und soziale Wertschöpfung entsteht die 2004 einen Leistungsumfang einer Firma mit etwa 15 Mitarbeitern entspricht * Inzwischen Fragen Gemeinden bei uns an
Multiplikatoreffekt / Vernetzung
Die Erfahrungen wurden durch die Vorträge und Seminare im In- und Ausland an andere Tauschkreise sowie Regiogeld-Initiativen weiteregegeben. Ferner besteht eine intensive Vernetzung zu den Tauschringen in Österreich, im Bodenseeraum und Allgäu. Gemeinsame Veranstaltungen fördern diesen Informations- und Erfahrungsaustausch. Ein Fachbuch zum Thema soll zu 10 Jahre TTKV entstehen. Das gemeinsame Internetportal der österreichischen Tauschkreise fördert die Idee nach außen - weltweit erreichbar!
Übertragbarkeit
Der Talente-Tauschkreis in Vorarlberg (TTKV) gibt vielen verschiedenen Menschen eine Art Heimat. In Zukunft möchten wir mehr Menschen erreichen und die "persönlichen Talente" aus den oben genannten Gründen weiter ausbreiten. Für eine menschlichere Gesellschaft und eine Wirtschaft die den Menschen dient. Der Tauschkreis Vorarlberg kann somit zur Umsetzung von neuen regionalwirtschaftlichen, sozialen und umweltspezifischen Modellen weltweit animieren. Der Einsatz von ZwEIT Währungen lohnt sich.
Bilder
Der Tauschkreis bietet für über 1400 Personen Begegnungsräume, Treffpunkte und Marktplätze zum Austausch von Waren und Dienstleistungen, zum Feiern und zum Pflegen von Kontakten. Selbst verarbeitete regionale Rohprodukte werden angepriesen. Von Kunsthandwerk bis verarbeitung eigener Schafwolle. Hier ein Bild eines Handels- und Tauschmarktes.

Nahversorgung wird gefördert und gefordert. Durch den Tauschkreis entstehen neue - dauerhafte - Beziehungen zwischen Konsumenten und Produzenten. Die Bäuerin bietet Käse, die Schneiderin ihre Fähigkeiten.

Der Tauschkreis setzt Akzenten im öffentlichen Raum. Ausstellungen, Vortragsreihen und Konzerte schaffen den Boden für ein umfassenderes Bewußtsein, wie und was regionales Wirtschaften sein kann und wie sich der Tauschkreis als Ergänzung vollkommen ins Leben intergriert. Gemeinsam mit einem Regionalen Bildungshaus (www.arbogast.at) führen eine Seminar- und Vortragsreihe. WeRTSCHAFTEN - neue Wege und Beispiele wertvollen Wirtschaftens. Für diese Reihe werden eigens Experten aus unterschiedlichen Themenbereichen engagiert. Meist erreichen wir etwa 100 Personen.
Weitere Projektinformationen
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