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"Keine halben Sachen machen..."

10.06.2009

Dr. Wolfgang Feist (Passivhaus Institut Darmstadt / Universität Innsbruck) interviewt von Stefan Arlanch (CIPRA International)
Innsbruck/A, 4.5.2009

> Hier können Sie sich die komplette Zusammenfassung des Interviews runterladen.

  

Verbreitung des Passivhaus Standards

"Das können Sie nicht irgendwo überstülpen oder verordnen, sondern das kann sich nur Stück für Stück um die Erfahrungen erweitert ausbreiten. Die Menschen möchten erst erfahren, ob das auch wirklich funktioniert.
Ich halte es für sehr wichtig, dass wir die guten Beispiele voran bringen, dass wir das wirklich energieeffiziente Bauen fördern..."

  

Bedenken gegenüber Passivhäusern

"Architekten sind oft sehr skeptisch. Sie befürchten eine Einschränkung ihrer Gestaltungsfreiheit. Es wird jedoch schnell klar, dass dem nicht so ist, wenn man versucht, solche Gebäude umzusetzen."

  

Hindernisse für energieeffizientes Bauen

"Unser Eindruck ist, dass es tatsächlich auch am Wissen, also am praktischen Wissen mangelt. Etwas gehört zu haben reicht nicht aus, man muss diese Dinge auch wirklich in der Praxis beherrschen. Und das Letztere ist das Entscheidende."

  

Was kann / soll die Politik tun hinsichtlich Förderung energieeffizienten Bauens?

"Eine der entscheidenden Komponenten ist, dass die Politik sich auch wirklich eindeutig dazu äussert und sagt, 'Jawohl, wir wollen eine erhebliche Verbesserung der Effizienz!'. Und natürlich sollte die Politik,  was beispielsweise den Bau der öffentlichen Hand angeht, mit entsprechendem Beispiel voran gehen."

  

Sanierung

"Bei der Sanierung gibt es einen wesentlichen Grundsatz. Und der heisst: Wenn schon, denn schon."

  

Nachhaltigkeit

"Nachhaltig ist eine Entwicklung immer dann, wenn wir sie über nahezu unbegrenzte Zeit und unter dem Anspruch aufrechterhalten können, dass alle die Menschen, die das haben wollen auch bekommen können. Das heisst also, nachhaltig ist etwas, was sowohl gegenüber der Mitwelt als auch gegenüber der Nachwelt verantwortlich tragbar ist."

  

3 Säulen der Nachhaltigkeit

"Es geht hier um die Reduktion des Verbrauches an Ressourcen und die Reduktion von Belastungen in der Umwelt, das lässt sich für das energieeffiziente Bauen allgemein und für das Passivhaus sehr gut nachweisen."

  

Umweltverträglichkeit der Baustoffe

"Die Umweltverträglichkeit der Baustoffe ist letztendlich eine Frage des Lebenszyklus. Das ist der entscheidende Ansatz überhaupt."

  

Lebenszyklusbilanz

"Die Lebenszyklusbilanz zeigt, dass der Schwerpunkt des Energieverbrauchs eines Gebäudes in der sehr langen Zeit der Nutzung liegt. Entscheidend ist während der Nutzungszeit wenig Energie zu verbrauchen, und zwar nicht nur Heizenergie, sondern auch den elektrischen Energieverbrauch der Geräte, die Sie in dem Gebäude benutzen. Die Ausklammerung der elektrischen Energieverbräuche aus der Bilanz führt dann am Ende zu Fehloptimierungen."

  

Förderung oder Restriktionen?

"Ich glaube, der Nachdruck muss wirklich in der Überzeugung der Menschen liegen, dass das, was wir hier tun wollen, auch in die richtige Richtung führt, dass es sinnvoll ist in diesem Bereich weiter zu investieren, dass es sinnvoll ist, weiter zu gehen als das, was staatlicherseits gefordert wird."




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