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Die Alpenwoche aus der Sicht der TeilnehmerInnen

"Wir ziehen am gleichen Strick."

Während der Alpenwoche wurden einige der über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in spontanen Kurzinterviews zu ihren persönlichen Eindrücken über die Veranstaltung befragt. Die Absicht bestand darin, die Stimmung der regen, internationalen Teilnahme festzuhalten und zu dokumentieren, die diese wichtige Veranstaltung – oder gar wichtigste Veranstaltung des Jahres überhaupt – der fünf verantwortlichen Organisationen prägte.

Warum haben Sie sich entschieden auf die Alpenwoche zu kommen?

Barbara Ehringhaus

Wir legen grossen Wert darauf unser Anliegen bekannt zu machen und wollen von anderen regionalen Beispielen lernen. Ich war bereits auf der ersten Alpenwoche in Slowenien und finde interessant, wie sich die Zusammenarbeit entwickelt hat. Die diesjährige Alpenwoche bietet ein besseres Gleichgewicht zwischen wissenschaftlichen und territorialen Beiträgen.

Barbara Ehringhaus, ProMont-Blanc (NGO-Zusammenschluss), Chamonix/F

Meiner Meinung nach ist die Alpenwoche eine gute Gelegenheit, Leute zu treffen, die im Alpenraum tätig sind. Ich möchte mich darüber informieren, was gemacht wurde und welche neuen Ideen und Innovationen es gibt.

Mojca Arsenijevic, Universität Nova Gorica/Sl

Mojca Arsenijevic

Joseph Mathis

Ich nehme teil, weil ich mir neue Inputs für die Arbeit im Gemeindebereich erhoffe.

Josef Mathis, Bürgermeister der Region Zwischenwasser/A

Was waren für Sie die Highlights?

Ich fand es allgemein ein sehr gutes Programm mit verschiedenen Blickrichtungen. Es war nie langweilig, was für mich sehr wichtig ist.

Nathalie Morelle, Via Alpina, Nottingham/UK

Einer der Höhepunkte war das Forum der Akteure. Einerseits wurden einige Projekte konkret und greifbar dargestellt, andrerseits war es leicht mit Leuten in Kontakt zu treten. Die Abschlussdiskussion war auch sehr wichtig, da sich die Besucher aktiv einbringen konnten.

Yann Kohler, Task Force espaces protégés SPCA, Chambéry/F

Yann Kohler

Mario Brioggis Zusammenfassung war sehr wichtig, auch weil es eine Ovation an die NGOs war, bei denen wir uns auch lokalisieren. Weil wir Beobachter bei der Alpenkonvention sind, sehen wir auch wie schwierig es ist, sich bei den öffentlichen Behörden und Politikern durchsetzen zu können.

Barbara Ehringhaus, ProMont-Blanc (NGO-Zusammenschluss), Chamonix/F

Ich habe dank dieser Veranstaltung eine neue Region der Alpen entdeckt. Da ich noch nie hier gewesen bin, war der lokale Aspekt besonders interessant. Ich konnte mitverfolgen, wie eine Region ihren neuen Platz fi ndet und sich weiterentwickelt. Einige Beiträge waren sehr aufschlussreich, und aus dem bisher Gesagten geht immer klarer hervor, dass wir alle mit denselben Methoden arbeiten und am gleichen Strick ziehen.

Cassiano Luminati, Polo Poschiavo, Poschiavo/CH

Cassiano Luminati


Was haben Sie zum Thema Innovation neu erfahren?

Cosmo Mario

Es ist nicht leicht zu sagen, was "Innovation" bedeutet, denn der Begriff kann auf unterschiedliche Weise ausgelegt werden. Es steht jedoch fest, dass wir nicht statisch bleiben können, denn schon Heraklit sagte, dass die Wahrheit des Seins das Werden ist. Innovation ist der Wandel, dem wir verpfl ichtet sind. Die Tatsache, dass sich dieser Wandel in den Bergen mitunter auch im Sinne widriger Umweltveränderungen vollzieht, erleichtert die Sache bestimmt nicht. Doch wird dadurch die Phantasie angeregt, um Lösungen zu finden und diesen Veränderungen zuvorzukommen.

Mario Cosmo, Gemeinde Polcenigo/ Pordenone/I

Dass Innovation in den Alpen im Prinzip ähnlich ist wie Innovation in ländlichen oder stadtnahen Räumen, aber dass man es in den Alpen ein stückweit griffiger macht. Ich glaube in den Alpen ist es auch leichter, die Leute – wenn man sie einmal gewonnen hat – bei der Stange zu halten. Das finde ich eigentlich ermutigend.

Werner Rehklau, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg/D

Werner Rehklau

Dass das Netzwerk sehr wichtig ist und man sich persönlich einbringen muss, also auch jeder Bürger. Das war eine Bestätigung für mich, weil wir dies bereits umsetzen. Ich habe immer wieder gehört, dass erfolgreiche Arbeit – nicht nur, aber oft – von unten nach oben stattfinden muss.

Josef Mathis, Bürgermeister der Region Zwischenwasser/A

Florindo Faoro

Ich habe gelernt, dass es möglich ist, ohne viel Geld, doch mit der Nutzung von Synergien die Situation zu verändernDie Gemeinde, die uns hier aufgenommen hat, hat mir gezeigt, dass man kann, wenn man will. In Italien wird jedoch leider noch immer das Gegenteil behauptet.

Florindo Faoro, CIPRA Italien, Genova/I

Jede Innovation kann nicht überall angewendet werden, sondern muss auf jeden Ort, Region und Kultur abgestimmt sein.

Barbara Sutter-Widmer, Organisation Alpeninitiative Schweiz, Altdorf/CH

Laura DeBaan

Dass Innovation eine Mischung aus alten Ideen und eine Kombination aus Bestehendem ist und dies vielleicht weiterzuführen ist. Für mich gab es nichts Bahnbrechendes. Dies ist ein bisschen enttäuschend, aber vielleicht entspricht es der Realität.

Laura De Baan, Universität Zürich

Auch wenn in einigen Bereichen Fachwissen vonnöten ist, wie beispielsweise in der Viehzucht, über die wir einen Beitrag gehört haben, ist für Innovation ein Zusammenschluss der unterschiedlichen Wissensbereiche erforderlich.

Alberto Di Gioia, Polytechnikum Torino-DITER/I

Alberto Di Gioia

M Couturier

Innovation bedeutet nicht nur, gute Ideen zu haben. Man muss die Ideen auch umsetzen, sie praktisch anwenden, und zwar auch langfristig.

Marie-Joëlle Couturier, Ministerium für Entwicklung, Ökologie und nachhaltige Raumordnung/F


Was wird für Sie von der Alpenwoche bleiben, wenn Sie wieder zu Hause sind?

Ich bin etwas kritisch. Ich hatte Mühe mit den Vorträgen, da sie teilweise zu lang, zu ausschweifend und etwas langweilig waren. Mit Leuten aus verschiedenen Organisationen an einem Ort zusammen zu sein ist eine positive Erfahrung und hätte mehr Platz einnehmen dürfen. Das „Networking“ war der zentrale Punkt dieser Woche.

Barbara Sutter-Widmer, Organisation Alpeninitiative Schweiz, Altdorf/CH

Barbara Sutter-Widmer

Die Anmerkungen von Mario Broggi zu „Wie kann man die Alpenwoche an sich innovieren und die Begegnungen und Kommunikation verbessern oder verändern?“ werde ich mitnehmen.

Yann Kohler, Task Force espaces protégés SPCA, Chambéry/F

Nathalie Morelle

Viele vertieften bestehenden und neuen Kontakte, interessante, kompetente, freundliche Menschen und „frische Luft“ im Alltagsleben.

Nathalie Morelle, Via Alpina, Nottingham/UK

Meine internationale Laufbahn im Alpenraum begann 2004 in Kranjska Gora. Bis 2008 entstanden im Rahmen meiner Tätigkeit zahlreiche Ideen und Projekte. Ich wünsche mir, dass bis 2012 noch einmal so viele Ideen entstehen und wir erneut zusammenkommen, um über die neuen Projekte zu diskutieren. Das Netzwerk konsolidiert sich.

Cassiano Luminati

Was mir von dieser Veranstaltung geblieben ist, ist die Lust, diese Themen weiter zu vertiefen und zu sehen, wie insbesondere in meinem Land ein Anreiz für Initiativen geschaffen werden kann.

Valentina Zambon, Budoia/I

Valentina Zambon

Es bleibt noch einiges zu tun. Wir müssen Informationen verbreiten und Überzeugungsarbeit bei den Menschen leisten, damit sie nächstes Mal selbst teilnehmen, um zuzuhören und von den Beiträgen zu lernen. Ich spreche hier insbesondere von den Bürgermeistern. Denn es ist wichtig, dass sie persönlich an diesen Veranstaltungen teilnehmen, anstatt sie einfach an andere Personen weiterzudelegieren.

Florindo Faoro