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Themen und Trends

Die CIPRA hat im Laufe ihrer 50-jährigen Geschichte verschiedene Themen aufgegriffen und diese zum Teil unterschiedlich gewichtet.

Zu den Jahresfachtagungen werden häufig Exkursionen veranstaltet, hier in Ljubljana/SI 1966. Zweite v.l. Edith Ebers, dritter v.l. Nathanael Georg Zimmerli, dritter v.r. Helmut Gams, erster v.r. Wolfgang Burhenne © Universitätsarchiv Innsbruck

Themen der 50er und 60er Jahre

In den 50er und 60er Jahren kreisten die Debatten vor allem um den Natur und Landschaftsschutz, den Fremdenverkehr sowie um das Thema Energie. In allen Bereichen ging es in erster Linie darum, bestimmte Bauvorhaben zu verhindern oder Gebiete unter Schutz zu stellen. Zudem wurde gerade auch im Tier- und Pflanzenschutz daran gearbeitet, einheitliche länderübergreifende Richtlinien zu erstellen. Dabei herrschte die Sichtweise vor, dass die Alpen in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben sollen. Ein besonderes Augenmerk wurde dem Schutz jener Gebiete geschenkt, die von wissenschaftlichem Interesse waren.

Neuorientierung Anfang der 70er

Im Zuge der Neuorientierung nach 1974 nahm die CIPRA hingegen eine ökologische Sichtweise ein, in der vor allem die Raum- und Landschaftsplanung an Bedeutung gewannen. Auch gab es zu diesem Zeitpunkt organisatorische Veränderungen, die sich auf die thematische Ausrichtung der CIPRA auswirkten. Auf den Jahresfachtagungen wurde nun anstelle von mehreren regionalen Projekten ein Generalthema in den Mittelpunkt gerückt, welches länderübergreifend behandelt wurde.

Die 80er – ganzheitliche Betrachtung von Natur und Umwelt

Dieser Aspekt wurde in den 80er Jahren weiter ausgebaut. Das Thema sollte nun "brisant" sein, in Verbindung zum Tagungsort stehen und von überregionalem Interesse sein. Auch wurde zu diesem Zeitpunkt der Schritt zu einer ganzheitlichen Betrachtung von Natur- und Umweltschutz im Alpenraum vollzogen. Dies schlug sich in den Bemühungen um eine Alpenkonvention nieder. Nicht nur die zu schützende Landschaft war wichtig, sondern auch der dort lebende Mensch. Es fand daher eine Öffnung hin zu sozioökonomischen Themen statt, sodass – wie sich Mario Broggi ausdrückt – eine Art Klammer zwischen Natur- und Geisteswissenschaften gebildet wurde. 

"Auf nächstes Jahr ...!"

Die Delegierten erörterten Fachfragen lange Zeit ausschliesslich auf den jährlich stattfindenden Sitzungen, die ab dem Ende der sechziger Jahre "Tagungen" oder "Jahresfachtagungen" genannt wurden. Diese fanden abwechselnd in einem der beteiligten Länder statt. In der Regel erstreckten sie sich über zwei bis drei Tage und beinhalteten häufig auch Exkursionen in die nähere Umgebung des Tagungsortes.

An dieser Abwicklung hat sich bis heute nicht viel geändert. Auch der organisatorische Ablauf ist ähnlich: Früher gliederte sich die eigentliche Sitzung in eine "Geschäftssitzung", auf der administrative Fragen geklärt wurden (z. B. Finanzfragen, Bericht des Präsidenten), und in eine "wissenschaftliche Sitzung", auf der Fachfragen erörtert wurden.

Heute findet zuerst die Delegiertenversammlung und im Anschluss daran die eigentliche Fachtagung statt. Allerdings fanden die Tagungen bis um 1975 unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, und die Delegierten referierten selbst.

Heute hingegen werden auswärtige Referenten geladen, die Tagung ist öffentlich zugänglich. Die Jahresfachtagung war in früheren Jahrzehnten das Ereignis des Jahres, da sich die Tätigkeit der CIPRA darauf konzentrierte. Seit den 90er Jahren hat sich das Tätigkeitsfeld der CIPRA stark erweitert. Immer noch ist die Jahresfachtagung aber ein wichtiger Treffpunkt, wo ein fachlicher Austausch zwischen VertreterInnen aus verschiedenen Ländern stattfindet.