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Internationaler Tag der Berge 2017

Rundum gelöchert - vielseitiger Tag der Berge 2017

Um Löcher ging es am diesjährigen Tag der Berge; und daraus ist ein herrlich vielseitiger Abend geworden. Am Pecha Kucha Anlass im Alpinen Museum erzählten elf Menschen ihre ganz persönlichen Sichtweisen auf Löcher in den Bergen in kurzen Bildvorträgen. Viele positive Rückmeldungen kamen auch von den weit über hundert Besucherinnen und Besuchern.

Mit der jährlich stattfindenden Veranstaltung im Alpinen Museum wird der Internationale Tag der Berge gefeiert. Die Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Bergwelt wird an diesem Abend rund um ein jedes Jahr neu gewähltes Thema auf unterhaltsame Art dargestellt. Die «Löcher in den Bergen» hatten es in sich: Der Geologe David Imper konnte aus dem Vollen schöpfen: Da war die Rede von Gesteinsformationen, Auswaschungen und Klüften und die Begeisterung für die Sache sprang sofort auf die Zuhörerenden über. Noch etwas mehr in die Tiefen ging es mit Christian Lüthi von der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung. Eine ganz unbekannte Welt tut sich unter dem Boden auf, faszinierend und manchmal auch furchterregend, aber von Leben erfüllt, bis in die hintersten Winkel. In unterirdischen Gängen forscht auch Werner Bellwald, Kulturwissenschaftler und Tausendsassa aus dem Wallis. Mit bewundernswertem Einsatz werden alte Bergwerke zum Beispiel im hintersten Binntal erschlossen, wo vor hunderten von Jahren eisenhaltiges Gestein in mühsamer Handarbeit zu Tage gefördert wurde, da wo kein Bergwanderer es heute vermuten würde.

Löcher aus Luft und Liebe

Von ganz anderen Löchern erzählte die Klöpplerin Marianne Rubin aus dem Lauterbrunnental, wo mit dieser filigranen Handarbeit früher fast in jedem Haushalt in Heimarbeit ein Zusatzverdienst erarbeitet wurde. Das Handwerk lebt weiter. Mit Stolz organisiert die Berner Oberländerin 2018 die 35. Tagung der Vereinigung Schweizerischer Spitzenmacherinnen VSS. Christine Kehrli-Moser, Gastgeberin im Hotel Rosenlaui, war weniger Stolz über ihre geografische Lage in einem Funkloch und rückte die grandiose Natur ins Bild und ins Zentrum ihres Beitrags. Den Hype um Digital Detox und einen internationalen Medienrummel in diesem Zusammenhang hat sie eher mit Verwunderung kommentiert und setzt dem die Poesie von Albrecht von Haller aus dem 18. Jahrhundert entgegen.
So wurden die Zuschauer immer wieder in ganz neue Bergwelten versetzt, sehr gekonnt umrahmt mit den Stimmeinlagen, Jutzen, Jodel und Lockrufen der Sängerin und Musikerin Barbara Berger. 

Begegnungen und Gespräche

Die Veranstaltung bot viel Gesprächsstoff beim anschliessenden Apéro und die Gelegenheit, die anwesenden Referierenden mit Fragen zu löchern und miteinander ins Gespräch zu kommen, wurde rege genutzt. Es wurde auffallend viel gelacht, Ansatzpunkte dazu gab es genug: Dass Löcher im Käse nicht immer genusssteigernd sind, wurde uns in einem Beitrag der Käserin Isabelle Zulauf zwar vorher in Grossaufnahmen vor Auge geführt. Dies galt aber nicht für die von Pro Montagna offerierten Käsesorten und weiteren Spezialitäten aus dem Berggebiet.
Viele Diskussionen drehten sich um allerlei Löcher und landeten dann bei aktuellen Themen wie Klimawandel, die Zukunft des Tourismus, Abwanderung, Wolf und Landwirtschaft. Einmal mehr bot das Alpine Museum den Rahmen, um diese Fragen zu verhandeln. Die Veranstalter hoffen, dass sich das drohende Finanzloch beim Alpinen Museum durch die Kürzung der Mittel des Bundes wieder schliessen lässt. Die Schweiz braucht weiterhin diesen zeitgemässen Ort der Begegnung und des Austauschs zu aktuellen Fragestellungen im Berggebiet.

Der Tag der Berge wurde gemeinsam von Mountain Wilderness Schweiz, dem Alpinen Museum der Schweiz, dem Schweizer Alpen-Club SAC, der Interakademischen Kommission Alpenforschung ICAS und der CIPRA Schweiz organisiert