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CIPRA Preis Schweiz 2017

CIPRA Preis 2017 -Preisträger

Besondere Erwähnungen und Preisträger für den CIPRA-Hauptpreis 2017

Die Jury war ausserordentlich erfreut, dass Bewerbungen aus allen vier Sprachregionen der Schweiz eingereicht wurden. Drei Projekte möchte die Jury speziell erwähnen: «La Charte pour un Tourisme Responsable» aus der französisch-sprachigen Region Gruyère-Pays-d’Enhaut, «Ticino Ticket» aus dem italienisch-sprachigen Tessin und «Salecina» aus dem deutsch-italienisch-sprachigen Maloja im Oberengadin.

Das Projekt «La Charte pour un Tourisme Responsable» umfasst ein Gebiet von rund 500 km2 mit vier Regionen über zwei Kantone, 13 Gemeinden, wovon deren acht im Inventar der schützenswerten Ortsbilder stehen. Es ist ein Naturpark, welcher in Mehrtagesetappen durchwandert werden kann. Alternative Unterkünfte werden besonders hervorgehoben und empfohlen. Die Natur und die lokale Kultur können gleichzeitig und gleichwertig erlebt und erfahren werden. Ausserdem werden unternehmerische und aktive Partner ermuntert und auch gefunden, die sich engagieren und gleichzeitig verpflichten die Charta im Park zu respektieren und ihre Umsetzung förden. Die Jury freut sich, ein Projekt zu erwähnen, das sich über ein sehr grosses Gebiet erstreckt und Nachhaltigkeit in allen Bereichen garantiert. Die Jury schätzt ebenfalls, dass Touristen zum Erhalt der lokalen Kultur und Tradition beitragen und die natürlichen Schutz- und Ruhezonen sowohl geniessen als auch respektieren.

«Ticino Ticket» ist ein Projekt zur Förderung des öffentlichen Verkehrs im Kanton Tessin das insbesondere den Mehrtages-Touristen zu Gute kommt. Es ist ein junges Vorhaben, welches Ende 2016 erarbeitet und Anfang 2017 lanciert wurde. Es versteht sich als Massnahmenbündel und als Ergänzung zur Inbetriebsetzung des Gotthardbasistunnels. Es vereint eine grosse Anzahl von Leistungsträgern der beiden Sektoren Tourismus und öffentlicher Verkehr. Der Mehrwert für die Touristen basiert insbesondere auf der freien Benutzung des öffentlichen Verkehrs während des Aufenthaltes und zahlreichen Vergünstigungen bei verschiedenen Leistungsträgern und Produktanbietern. Die Jury unterstützt „Ticino Ticket“ besonders aufgrund der Förderung des öffentlichen Verkehrs und dem umfassenden Ziel den ganzen Kanton als Destination für nachhaltigen Tourismus zu positionieren. Zudem überzeugt das ambitiöse Vorhaben, wegen dem erfolgreichen Einbezug zahlreicher unterschiedlicher Akteure in einem grossflächigen Gebiet.

Das «Ferien- und Bildungszentrum Salecina» zeichnet sich besonders durch seine Kreativität, Innovation und Langlebigkeit aus. Es existiert seit 1972 in Maloja im Oberengadin. Gäste kochen für Gäste und organisieren das Zusammmenleben gemeinsam. Salecina ist mit seiner hervorragenden Auslastung und 9‘000 Übernachtungen pro Jahr ein Lichtblick von Kundennutzen in einer Region mit sonst sinkenden Übernachtungszahlen. Es leistet einen wichtigen Beitrag für diese Region, unter anderem mit Einkäufen bei lokalen Produzenten und Lieferanten. Salecina ist ganzjährig aktiv mit Seminarprogrammen, Chorworkshops, Geschichtswerkstätten, politischen, kulturellen und sportlichen Events und vieles mehr. Die Jury war besonders angetan vom pionierhaften Charakter des Tagungszentrums über einen so langen Zeitraum, sowie dem umfassenden Willen für Nachhaltigkeit im ökologischen, ökonomischen und sozialen Bereich. Salecina ist einmalig.

Die Jury hat entschieden, den CIPRA-Hauptpreis 2017 von CHF 5000.00 dem Ferien- und Bildungszentrum Salecina zu vergeben und gratuliert herzlichst zum Gewinn.

Preisträger für den CIPRA-Solidaritätspreis 2017

Ein besonderes Anliegen von CIPRA Schweiz ist die Solidarität mit aktiven Personen und Personengruppen in weniger privilegierten Bergregionen ausserhalb der Alpen. In Nordindien existiert ein Unternehmen, die « Ladakhi Women’s Travel Company», welches die Jury beeindruckte. Initiative Frauen bilden sich aus und offerieren Treks zu natur- und kulturnahen Erlebnissen, in einer Sparte, in der ansonsten ausschliesslich Männer arbeiten. Touristen können den natürlichen und kulturellen Austausch mit der lokalen Bevölkerung unmittelbar erleben in einer materiell armen Region Indiens. Das Team der organisierenden Frauen empfiehlt Aufenthalte in Häusern der einheimischen Bevölkerung und setzt auf das Selbertragen des eigenen Gepäcks. Lokal hergestellte Produkte und Serviceleistungen werden bevorzugt. Sparsamer Umgang mit natürlichen Resourcen ist selbstverständlich.

Die Jury vergibt den CIPRA-Solidaritätspreis 2017 von CHF 2000.00 an die «Ladakhi Women’s Travel Company», wir gratulieren ganz herzlich zum Gewinn.

 

 

Der CIPRA-Preis zeichnet herausragende Aktivitäten von natürlichen oder juristischen Personen für ihre besonderen Leistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung im Schweizer Alpenraum aus. Die CIPRA-Preise zeichnen Errungenschaften aus, die auf innovative Art und Weise einen dauerhaften Mehrwert für den Gebirgsschutz und für die nachhaltige Entwicklung in Berggebieten erzielen. Mit einem Spezialpreis zeigt sich die CIPRA solidarisch mit vergleichbaren Initiativen in den unter Armut leidenden Bergregionen der Welt.

CIPRA-Preis 2017

Thema für den CIPRA-Preis 2017 ist „Nachhaltigkeit im Tourismus“. Preisträger können sowohl Destinationen, Leistungsträger oder Projektträger sein. Die Projekte sollen kreativ und visionär sein sowie relevante Impulse für einen nachhaltigen Tourismus setzen. Der CIPRA Preis 2017 wird in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tourismus-Verband STV und der Hochschule Luzern, Institut für Tourismuswirtschaft vergeben.