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    Tag des Artenschutzes

    (28.2.2008) Mit der Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), am dritten März 1973, wurde der Tag des Artenschutzes begründet. Das Abkommen zielt auf den Schutz gefährdeter wildlebender Tier- und Pflanzenarten ab, welche durch den internationalen Handel gefährdet sind.

    Unter Artenschutz versteht man die Summe aller Schutz-, Pflege- und Förderungsmaßnahmen wildlebender bedrohter Arten, ebenso wie die Schaffung von Erhaltungs-, Rückzugs- und Ausbreitungsgebieten.

    Österreich zählt mit ca. 2.950 Farn- und Blütenpflanzen (inklusive bereits ausgestorbener und verschollener Arten) bzw. 45.870 Tierarten zu den artenreichsten Ländern Europas. Die Tatsache, dass sich davon 1.187 Pflanzen- (40,2 Prozent) bzw. 2.804 Tierarten (6,1 Prozent) in den Roten Listen wiederfinden, ist jedoch überaus Besorgnis erregend (Quelle: Umweltbundesamt).

    Die Gründe hierfür sind zahlreich und in der Veränderung oder Zerstörung der, für die Flora lebensnotwendigen, Biotope bzw. in der Schädigung und Vernichtung von Pflanzenvorkommen zu finden. Negativ auf die Fauna wirken Habitatdegradation bzw. -fragmentation aufgrund menschlicher Aktivitäten sowie Arealverlust. Die Folgen sind
    weitreichend, häufig irreversibel und zeichnen sich in Form von Arteneinbußen, Populationsrückgängen und erhöhten Aussterberisiken ab. Schlimmer noch können derartige Einflüsse ein lokales Erlöschen von Populationen verursachen, bis hin zu einem völligen Verschwinden von Arten.

    Diese enge Verknüpfung zwischen Arten und intakten Lebensraumtypen macht deutlich, dass ein effektiver Artenschutz ebenso einem Arealschutz bedarf. Artikel 11 des Protokolls Naturschutz und Landschaftspflege (NatP) der Alpenkonvention, des Instrumentariums für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes, widmet sich ausschließlich der Schutzgebietsthematik. Demzufolge sind Schutzgebiete, Nationalparke sowie Schon- und Ruhezonen von den Vertragsparteien einzurichten, zu pflegen, zu erweitern und auszuweisen. Beeinträchtigungen oder Zerstörung dieser Schutzgebiete sind ebenso zu vermeiden wie alle Nutzungsformen, die mit den ökologischen Abläufen in Schon- und Ruhegebietszonen nicht verträglich sind. Auch im Artikel 3 des NatP findet sich, im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit der Alpenstaaten, ein Verweis auf die Ausweisung, Pflege und Überwachung von Schutzgebieten bzw. die Vermeidung von Beeinträchtigungen der Natur. Von Erhaltung, Wiederherstellung, Schutz und Sicherstellung der Lebensräume wildlebender Tier- und Pflanzenarten ist in den Artikeln 1, 2, 8 und 14 des Naturschutzprotokolls die Rede. Darüber hinaus ist die Alpenkonvention im NatP Artikel 12 bestrebt einen grenzüberschreitenden, in seinen Zielen und Maßnahmensetzungen aufeinander abgestimmten, Schutzgebietsverbund zu schaffen.

    Rund 35 Prozent des österreichischen Staatsgebietes sind gegenwärtig naturschutzrechtlich geschützt. Einige Schutzgebietskategorien wie Natur-, Landschaftsschutzgebiete oder Naturdenkmäler bestehen in ganz Österreich, während andere, etwa Naturparke etc., nur in einigen Bundesländern zu finden sind. Die Unterschutzstellung sieht dabei für die diversen Schutzgebietskategorien unterschiedliche Schutzbestimmungen vor.

    Auch der Artenschutz per se findet im Zusammenhang mit dem Naturschutzprotokoll der Alpenkonvention dezidiert Anwendung. Artikel 14 beinhaltet die Erhaltung einheimischer Tier- und Pflanzenarten in ihrer spezifischen Vielfalt mit ausreichenden Populationen bzw. besondere Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten. Ebenso auf Erhaltung bzw.
    Schutzmaßnahmen im internationalen Kontext nehmen die Artikel 1, 3 und 7 Bezug. Die Wiederherstellung der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten und ihrer Vielfalt sowie Entnahme- und Handelsverbote sehen die beiden Artikel 2 und 15 des Naturschutzprotokolls vor. Ferner setzt sich Artikel 3 des Protokolls Raumplanung und nachhaltige Entwicklung (RauP) mit der Harmonisierung wirtschaftlicher Interessen mit den Erfordernissen des Umweltschutzes hinsichtlich des Schutzes seltener Ökosysteme und Arten auseinander.

    Rahmenkonvention und Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention stehen auf der CIPRA-Website unter folgendem Link www.cipra.org/de/alpenkonvention zum Download zur Verfügung.

    Rückfragehinweis:
    Alpenkonventionsbüro der CIPRA Österreich
    c/o Oesterreichischer Alpenverein
    Mag.a Nadine Pfahringer
    Wilhelm-Greil-Straße 15
    A-6010 Innsbruck
    T: +43 512 59 547-43
    F: +43 512 59 547-40
    E: Kontakt