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Makroregion Alpen – ein gemeinsames Ziel?

Die zahlreichen Diskussionen, Sitzungen und verfassten Papiere der letzten Wochen und Monaten sind ein Zeichen dafür, dass der Wille für die Einrichtung einer Makroregion Alpen groß ist und viele politische EntscheidungsträgerInnen eine Chance darin sehen, die großen Herausforderungen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte in Europa in kleineren und gut vernetzten Strukturen besser bewältigen zu können. Die Umsetzung einer Makroregion Alpen haben sich viele Beteiligte allerdings einfacher vorgestellt als sie sich momentan darstellt.
So scheint das Prinzip einer offenen Kommunikation bzw. eines Bottom-up-Prinzips ganz aktuell für Frankreich nicht zu gelten. Für die am 18. Oktober 2013 geplante Konferenz der Alpenregionen und Alpenstaaten in Grenoble hat der französische Europaminister die NGOs ausgeladen. NGOs sind ein wesentlicher Teil der (Zivil-)Gesellschaft und bringen sich konstruktiv in die Diskussion um eine makroregionale Alpenraumstrategie ein. Wie eine zukünftige Zusammenarbeit bei der Umsetzung funktionieren soll, wenn schon zu Beginn dieses Prozesses Scherben hinterlassen werden, scheint mehr als fraglich.

Fakt ist: Viele der auftauchenden Hürden auf dem Weg zu einer Makroregion Alpen sind hausgemacht und könnten mit gemeinsamer Kraftanstrengung und etwas mehr an gemeinsamem Willen durchaus bewältigt werden.

Neben der mangelnden Einbindung der Zivilgesellschaft zählen dazu außerdem:

  • fehlende Transparenz, Kommunikation und Partizipation;
  • lückenhafte Einbindung wichtiger Stakeholder (z. B. der Alpenkonvention);
  • Verfolgen von Einzelinteressen anstatt den gesamten Alpenraum im Blickfeld zu behalten;
  • unterschiedliche Sichtweisen der zukünftigen Gebietskulisse;
  • Vorurteile gegenüber der Alpenkonvention;
  • Dissonanzen zwischen Ministerien und Ländern

Es liegt wahrscheinlich in der Natur der Sache, dass bei derart zukunftsweisenden und einschneidenden Prozessen (Kommunikations-)Fehler begangen werden. Bis zum Beschluss am 19. Dezember 2013 durch den Europäischen Rat in Brüssel liegen noch einige Wochen vor uns und es gibt noch einige Möglichkeiten aufeinander zuzugehen und einen gemeinsamen Weg zu finden. Mit dem 1. Workshop im Rahmen des Projekts Alpen.Leben wurde ein wichtiger Schritt gesetzt, die unterschiedlich laufenden makroregionalen Alpenraumprozesse zu bündeln und alle wesentlichen Akteure und Stakeholder einzubinden.


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