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Laudationes

Wildpoldsried innovativ richtungsweisend – WIR (D)

Das Leitbild „WIR – Wildpoldsried innovativ richtungsweisend“ basiert auf den drei Säulen Energie-Holz-Wasser. Die dazugehörigen Massnahmen sind so zahlreich, dass sie hier nur stichwortartig aufgeführt werden können: Dorfheizung (Pellets), Windkraft, Photovoltaik, Holzbau, WiWaLaMoor (Wildpoldsrieder Wasserlandschaften im Moor) und vieles andere mehr.
Daraus resultiert eine namhafte Verringerung des CO2-Ausstosses. Allein durch die fünf Windkraftanlagen können 13'500 Tonnen CO2 eingespart werden. Der kommunale Strombedarf kann aus eigenen Quellen mehr als abgedeckt werden – regenerativ, versteht sich. Ziel ist es auch, die im Ort benötigte Wärmeenergie zu 100% aus Bioenergie herzustellen.
Das Wörtchen „WIR“ bedeutet aber auch, dass die BürgerInnen von Wildpoldsried die verschiedenen Massnahmen mittragen. Sie profitieren von der kostenlosen Energieberatung, der Sporthalle (Holzbau), dem Naherholungsgebiet (WiWaLaMoor) und, last but not least, vom Öko-Energie-Image ihrer Gemeinde. „WIR“ hat Wildpoldsried nämlich nicht nur viel Publizität, sondern auch mehr Besucher und zusätzliche Arbeitsplätze eingetragen. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)
 

Moorrenaturierung im bayerischen Alpenraum (D)

Ein typisches Naturschutzprojekt – so scheint es auf den ersten Blick. Schaut man genauer hin wird schnell klar, wie vielfältig die guten Auswirkungen des prämierten Projektes „Moorrenaturierung im bayerischen Alpenraum“ sind.
Die Renaturierung der 23 Moore vom Allgäu bis nach Traunstein steht im Zentrum der Projektaktivität. Dabei wird durch weitgehend ehrenamtliche Arbeit der Wasserhaushalt degradierter Moore verbessert indem falsche Nutzungsformen beseitigt und Anstaumassnahmen durchgeführt werden. In den wiedervernässten Flächen findet wieder Moorwachstum statt. Typische Moorarten nehmen zu und die Funktion der Moore als CO2-Senke und Wasserspeicher wird verbessert.
Es sind also eindeutig die Menschen, die schliesslich von der Moorrenaturierung profitieren. Wir hoffen daher, dass der Preis ein Zeichen für die Unterstützung aller Projekte, die sowohl zur Vermeidung sowie zur Anpassung an die Klimaerwärmung beitragen, setzt und viele NachahmerInnen findet. (Martine Rebetez, WSL, Schweiz)


Energieeffiziente Gemeinde Mäder (A)

Die Gemeinde Mäder ist eine Vorzeigegemeinde. Seit vielen Jahren schon. Die Gemeinde ist dem Klimabündnis beigetreten, hat am e5-Programm teilgenommen und ist auch Mitglied im Gemeindenetzwerk Allianz in den Alpen. Von 1987 bis 2004 konnte der CO2-Ausstoss der gemeindeeigenen Einrichtungen von 157 auf 57 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Das entspricht einem Minus von 63%, und dies obwohl der umbaute Raum mehr als verdoppelt wurde. Die Gemeinde setzt auf Einsparung und erneuerbare Energieträger. Sie  hat ein Energiekonzept und eine CO2-Bilanz erstellt (ungewöhnlich für eine Gemeinde dieser Grösse) und unterstützt die energiesparenden Massnahmen ihrer BürgerInnen mit massgeblichen Beträgen. Vielerorts werden die fehlenden Geldmittel vorgeschoben, um nichts zu tun.
In Mäder heisst es dazu: Wer auf einen Kilometer Strasse verzichtet, kann fast alles machen. Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde Mäder, die mit ihrem umfassenden Engagement eine Vorreiterrolle einnimmt, möglichst viele Nachahmerinnen findet. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)
 

KlimaHaus / CasaClima (I)

Der Kernbereich der KlimaHaus Agentur ist die Zertifizierung von energiesparenden Gebäuden. Eine speziell entwickelte Bewertungssoftware gilt mittlerweile als Referenzpunkt für ganz Italien. Die Bewertung und Zertifizierung nach KlimaHaus-Standard sichert dem Bauherrn eine Kontrolle durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle und verschafft damit mehr Transparenz am Immobilienmarkt. Aus- und Weiterbildung. Weiterbildungsprogramme und Beratung kommen dazu, um in der Projektierungs- und Ausführungsphase der Projekte Hilfestellung zu leisten, um die Umsetzung von energieeffizienten Maßnahmen zu betreuen.
Von 2002 bis 2008 wurden schon über 1.000 Gebäude nach KlimaHaus Standard zeritifiziert. Die realisierten KlimaHäuser sparen jährlich 6.000 Tonnen CO2 ein. Dies entspricht einer Ersparnis von 3 Mio. Liter Heizöl. Eine moderne und sorgfältige Planung kann nicht nur Heizung sondern auch die Nutzung von Gebäudekühlsystemen verringern. Von den positiven Effekten profitieren vor allem die Bauherren bzw. Bewohner durch die geringeren Energiekosten, sowie von der höheren Wertsteigerung der zertifizierten Immobilie.
KlimaHaus/CasaClima hat als lokales Pilotprojekt angefangen und hat sich dann national verbreitet. nationalen Klimaschutz im Gebäudebereich aufgezeigt. (Martine Rebetez, WSL, Schweiz)


IG Bus Alpin (CH)

Die IG Bus Alpin, die Interessengemeinschaft für die öV-Erschliessung touristischer Ausflugsziele im Schweizer Berggebiet, setzt dort an, wo das bestehende öV-Angebot gemeinhin aufhört: nämlich bei der bedarfsgerechten Erschliessung der „letzten Meile“, also auf der Teilstrecke vom letzten Punkt des bestehenden Netzes zum eigentlichen Zielgebiet. Die neuen Buslinien werden – in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren – mit touristischen Produkten verknüpft. Dadurch steigen nicht nur die Gästezahlen, sondern auch die Einkommensmöglichkeiten in meist eher abgelegenen Talschaften. Im Weiteren leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der negativen Auswirkungen des Freizeitverkehrs im Berggebiet. Und weniger motorisierter Individualverkehr bedeutet nicht zuletzt weniger CO2-Ausstoss. Begonnen hat das Ganze in vier Pilotregionen, mittlerweile ist Zahl der teilnehmenden Regionen auf acht angestiegen, und es ist wünschen, dass das Ziel von IG Bus Alpin, nämlich die Erschliessung von 20-30 Schweizer Bergregionen, bald erreicht wird. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)
 

Betriebliches Mobilitätsmanagement (F)

Das «betriebliche Mobilitätsmanagement» der Firma STMicroelectronics aus Grenoble ist ein Projekt, das sich mit der Anreiseart der Angestellten von Firmen beschäftigt.
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, bis in Jahr 2012  70% der ArbeitnehmerInnen dazu zu bringen, nicht mit dem Privatauto zur Arbeit zu kommen.
Das «Betriebliche Mobilitätsmanagement» ist ein typisches mehrschichtiges Projekt : Es fördert den öffentlichen Verkehr, Fahrgemeinschaften und das Fahrradfahren.
Neben einer Reduktion des jährlichen CO2-Ausstosses verringert das Projekt auch den öffentlichen Raum, die dem Auto zugestanden wird, trägt zur Verbesserung der Luftqualität in der Stadt bei und reduziert den Fahrstress der Angestellten. Daneben verbessert es deutlich die Gesundheit derer, die den ganzen oder einen Teil des Arbeitsweges mit dem Fahrrad oder zu Fuss zurücklegen.
Im Jahr 1999 wurde der Anteil an alternativen Transportmitteln auf 20 Prozent geschätzt, heute sind es rund 55 Prozent. Das bedeutet mehr als 1.000 Tonnen CO2, die jährlich eingespart werden.
Das Projekt der Firma STMicroelectronics ist nicht das einzige seiner Art. Es ist ein sehr gutes Beispiel und man kann nur wünschen, dass sich solche Projekte schneller und weiter ausbreiten. Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen einen Weg zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement auf und nennen Punkte, auf welche bei der Planung und Durchführung geachtet werden müssen, damit das Projekt erfolgreich wird. Das Betriebliche Mobilitätsmanagement zeigt auf, dass Klimaschutz und Reduktion des Energieverbrauchs wirtschaftlich mehr einbringt als kostet. Die Lebensqualität wird nicht eingeschränkt, im Gegenteil, sie wird verbessert. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


Therme Snovik (SLO)

Die Therme Snovik setzt auf moderne Technologie. Die Gebäude verfügen über eine ausgezeichnete Wärmedämmung. Gerätschaften der Energieeffizienzklasse A sind selbstverständlich. In der Energieversorgung kommen thermische Solaranlagen, Wärmepumpen und ein Biomasse-Heizkraftwerk zum Einsatz, wobei ein grosser Teil der Biomasse von der lokalen Bevölkerung bereitgestellt wird. Im Weiteren hat das Unternehmen eine biologische Kläranlage errichtet. Mit ihrem Engagement konnte die Therme Snovik nicht nur ihren ökologischen Fussabdruck verringern, sondern auch Kosten sparen: Im letzten Jahr ist der Umfang der Geschäftstätigkeit um 36% gestiegen, die Heizkosten dagegen um 28% gesunken. Gleichzeitig konnte der CO2-Ausstoss um 300 Tonnen reduziert werden. Der Erfolg der durchgeführten Massnahmen zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass die Therme Snovik zu einem viel besuchten Vorzeigeprojekt geworden ist. Ein derartiges Projekt – gut durchdacht und konsequent umgesetzt – hat nach nie vor Seltenheitswert, in Slowenien ist es wohl einzigartig. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


Zentrum für Umwelt und Kultur (Benediktbeuren, D)

Im Zentrum für Umwelt und Kultur werden Umweltbildung, Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus auf bemerkenswerte Weise miteinander verknüpft. Im Vordergrund stehen Natur- und Umweltschutz. Diverse Projekte, wie zum Beispiel die Tölzer Moorachse, haben aber auch einen klaren Klimabezug. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


„100% aus der Region für die Region“ – nachhaltige Energieversorgung im Achental (D)

„100% aus der Region für die Region“ ist ein Schwerpunktprojekt des Ökomodells Achental. Ziel ist Energieautarkie bis 2020. Erste Massnahmen (z.B. Biomassehof Achental) wurden bereits umgesetzt, andere (z.B. Bio-Energie Forum) sind noch in Planung. Integral angelegtes Projekt mit potenziellem Vorzeigecharakter. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


plan-b: andere Wege von a nach b (Vorarlberg, A)

Gut durchdachtes Mobilitätskonzept auf regionaler Ebene. Bewusste Mobilität, so das Credo, muss persönliche Vorteile mit sich bringen. In diesem Sinne werden massgeschneiderte Mobilitätslösungen für verschiedene Zielgruppen erarbeitet. Damit wird auch ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


Herausforderung Klimawandel – mit abgestimmten und robusten Massnahmen Klima und Bevölkerung bestmöglich schützen (Region Murau, A)

In diesem (Forschungs-)Projekt werden regionale Massnahmen-Portfolios entwickelt. Dabei sollen Anpassung und Verminderung verknüpft werden. Der wohl überlegte Aufbau und die partizipative Vorgehensweise sind „state of the art“. Die konkreten Resultate werden zeigen, ob die hochgesteckten Ziele auch erreicht werden können. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


Nachhaltige Flussgebietsentwicklung Untere Salzach (D/A)

Mit innovativen Wasserbaumassnahmen soll die Untere Salzach renaturiert und der Hochwasserschutz sichergestellt werden. Dies geschieht u.a. mit einer Errichtung von „Weichen Ufern“ sowie einer Wiederanbindung der Nebengewässer inkl. Auen. Das System ist auf ein 100jähriges Hochwasserereignis plus 15% Klimafaktor ausgelegt. (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)


Nationalpark Hohe Tauern ScienceCenter – Wetterküche & Klimalabor (A)

Vorbildliches Bildungsprojekt mit konkretem Innen- (Klimalabor) und Aussenbezug (Folgen des Klimawandels für den Nationalpark). Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch zum Nachdenken und Handeln animiert. Adressaten sind in erster Linie Jugendliche (Klimaschule). (Bruno Abegg, Universität Zürich/CH)