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Kühler Kopf im Gespräch!

cc.alps-Preisträger Rainer Siegele, Bürgermeister der Gemeinde Mäder/A

„Bei diesem Wettbewerb geht es sehr stark um die Anerkennung!“


Die Gemeinde Mäder/A ist Preisträger des cc.alps-Wettbewerbs der CIPRA. Die Gemeinde in Vorarlberg erhielt einen der drei Hauptpreise für ihren Einsatz als Umweltmustergemeinde. Bürgermeister Rainer Siegele steht cc.alps-Projektmitarbeiterin Serena Rauzi Rede und Anwort.

Rainer Siegele

Die Auszeichnung

Ein 20.000 Euro Preis ist immer ein Anlass für die Teilnahme an einem Wettbewerb. Allerdings geht es bei diesem Wettbewerb sehr stark um die Anerkennung, denn gerade diese Anerkennung hilft nach innen, wieder neue Projekte umzusetzen. Hier geht sehr wohl mindestens so sehr um die alpenweite Auszeichnung durch die CIPRA wie um das Geld. Es ist für uns sehr wichtig, wer hinter einem Preis steht.

Der Weg zu einer nachhaltigen Strategie

Der Mäderer Weg hat 1973 mit der Bepflanzung der Flurgehölze begonnen. Unter meinem Vorgänger hat es eine Ruhepause gegeben und seit 1993 haben wir den Weg meines Vorvorgängers konsequent weitergeführt.

Konkrete Beispiele

Wir haben unsere Gebäude, bis auf das Feuerwehrhaus, auf den modernsten Stand der Technik saniert. Wir haben beschlossen, dass wir künftige Gebäude nur noch im Passivhaus-Standard bauen werden und bei Sanierungen nur die beste verfügbare Technik einsetzen. Wenn z.B. eine Scheibe kaputt geht, muss der Zuständige im Amt nicht mehr schauen wie viel eine dreifache Verglasung oder eine zweifache Verglasung kosten. Es wird nur noch geschaut, ob es möglich ist eine dreifache Verglasung einzubauen. Unser erster Schwerpunkt ist die Reduzierung des Energieverbrauchs, der zweite Schwerpunkt ist, diesen Energieverbrauch nach Möglichkeit durch nachwachsende Energieträger oder Sonnenenergie zu decken. Wir haben unser Kulturzentrum mit einer Hackschnitzelheizung und einer Pelletheizung ausgestattet. Selbstverständlich sind alle Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet. Wir haben eine Photovoltaikanlage auf der Ökohauptschule montiert und beziehen seit dem 1. Mai 2008 Strom ausschliesslich aus erneuerbaren Energieträgern aus Vorarlberg.

Schwierigkeiten

Es gibt bei jedem Projekt Schwierigkeiten. Es geht darum, Projekte so darzustellen, dass sie von allen verstanden werden. Was wir noch nicht geschafft haben, ist die Vorbildwirkung der Gemeinde so in die Bevölkerung zu bringen, dass die Bevölkerung auf breitere Ebene wirklich mitzieht.

Projekte, die mit dem Preisgeld realisiert werden

Wir haben einige Ideen: Wir möchten einerseits den öffentlichen Personennahverkehr fördern. Wir denken hier an einen Wettbewerb nach dem Motto, jede Fahrkarte ist ein Los. Wir möchten aber auch den nichtmotorisierten Individualverkehr stärken. Auch hier besteht die Möglichkeit, bei jeder Radfahrt ein Los zu bekommen und vielleicht einen Preis zu gewinnen. Ausserdem werden wir auch in der Altbausanierung einen Schwerpunkt setzen. Wir möchten nächstes Jahr mindestens zehn Mäderer AlthausbesitzerInnen gewinnen, die ihr Haus energetisch sanieren.

Rat für andere Bürgermeister

Ich würde ihnen raten, sich ein gutes Konzept zu überlegen und zu versuchen, möglichst viele MitstreiterInnen zu gewinnen.