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Über das Projekt

cc.alps – Klimawandel: einen Schritt weiter denken!


Klimawandel

Man kann ihn beklagen. Weiter erforschen. Den menschlichen Anteil hoch- oder runterrechnen. Nur anzweifeln kann man ihn nicht: Der Klimawandel ist eine Tatsache. Er ist weltweit sichtbar und in den Alpen besonders deutlich spürbar. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben angefangen, Massnahmen zu ergreifen, um sich an klimatische Veränderungen anzupassen oder sie zu vermindern. Zur bunten Palette von Massnahmen gehören etwa Schneekanonen, Gletscherfolien, Lawinenschutzanlagen, erneuerbare Energien, Passivhäuser und mehr öffentlicher Verkehr. Alles direkte oder indirekte Reaktionen auf den Klimawandel und seine vermuteten Folgen. Aber nicht alle Vorhaben und Technologien sind sinnvoll und nachhaltig. Welche Auswirkungen haben sie für Natur und Umwelt? Wie wirken sie sich sozial und ökonomisch aus? Kann es passieren, dass die ökologischen Folgen mancher Klimaprogramme noch schwerwiegender sind als der Klimawandel selbst?
Nach Ansicht der CIPRA werden solche Fragen viel zu selten gestellt. Agieren ist notwendig, Aktivismus aber womöglich schädlich. Mit ihrem Projekt cc.alps will die CIPRA erreichen, dass Klimaschutz so gestaltet wird, dass er mit dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung in Einklang steht. Massnahmen, die sich auf den Klimaschutz berufen, werden auf den Prüfstand gestellt.

Wissen sammeln, bewerten und kommunizieren

In einem ersten Schritt hat cc.alps bereits verwirklichte Aktivitäten im Alpenraum gesammelt und dokumentiert. Eine Gruppe von internationalen ExpertInnen definierte Aktionsfelder und erarbeitete ein Bewertungssystem, um Klimaschutz objektiv und systematisch beurteilen zu können. Kriterien waren alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. In thematischen Berichten erläutert cc.alps die Erkenntnisse aus zehn Bereichen wie z.B. Energie, Naturschutz, Hausbau, energieautarke Regionen und Tourismus. Die Berichte stehen seit Herbst 2009 zur Verfügung.

Der zweite Schritt führt in die Öffentlichkeit. Die CIPRA nutzt die wissenschaftlichen Grundlagen, um im Alpenraum das Bewusstsein für die verschiedensten Klimafolgen zu schärfen. Ziel dieser Öffentlichkeitsarbeit ist es, vor jenen Massnahmen zu warnen, die nicht dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen. Aber auch – positiv denken! – solche Massnahmen zu propagieren, die als nachhaltig und vorbildlich gelten. Im Herbst 2009 erschien eine vertiefte Zusammenfassung der bisherigen Projektergebnisse im CIPRA Themenheft „SzeneAlpen“.

Das Klima in den Alpen hat seinen Preis! – Der Wettbewerb

cc.alps lancierte im Mai 2008 einen alpenweiten Wettbewerb für erfolgreiche Aktivitäten und Projekte im Klimaschutz. Alle eingereichten Beiträge wurden auf dieser Homepage veröffentlicht. Eine internationale Jury hat die Beiträge bewertet und am 6. November 2009 sieben Preise von insgesamt 100.000 Euro vergeben. Informationen über Preisträger und Beiträge stehen hier zur Verfügung.

Pilotregionen für die Umsetzung der Kenntnisse

Die Ergebnisse von cc.alps sollen in der Praxis direkt nutzbar sein. Hierzu arbeitet cc.alps mit mehreren Pilotregionen in den Alpen zusammen, die beispielhaft demonstrieren, wie Klima-Massnahmen in alpinen Räumen naturverträglich gestaltet werden können. Einige dieser Regionen arbeiten im Rahmen eines transnationalen EU-Leader-Projekts zusammen. Die Themenschwerpunkte sind: Mobilität, Energieeffizienz im Tourismus und erneuerbare Energien in der Landwirtschaft. Die Laufzeit beträgt drei Jahre, damit die Umsetzung und das Monitoring der Massnahmen sichergestellt werden können.

Wissen verbreiten

Mit dem ehrgeizigen Vorhaben kann die CIPRA auf den guten Erfahrungen ihres im Dezember 2007 abgeschlossenen Projekts „Zukunft in den Alpen“ aufbauen. Auch im Rahmen von cc.alps sammelte die CIPRA zunächst wissenschaftliche Daten und stellt dann im zweiten Schritt die gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Lösungen der Öffentlichkeit und interessierten Zielgruppen zur Verfügung. Dazu wurden schon einige internationale Veranstaltungen organisiert und mit Erfolg durchgeführt, wobei die AkteurInnen in den Alpen die Möglichkeit hatten, neue Kontakte zu knüpfen und ihr Wissen auszutauschen.  Am 2. und 3. April 2009 diskutierten 200 Menschen  im Rahmen der Klimatagung „Kühler Kopf im Treibhaus! - Bewusst handeln im Klimawandel" in Bozen/I. Zudem nahmen 70 ExpertInnen und Interessierte am internationalen Workshop „Schmelzende Gletscher am Hausberg - was nun?" am 24. und 25. September 2009 in Crans Montana/CH teil.

Die Projektorganisation

CIPRA International kooperiert mit einem Team von renommierten externen ExpertInnen wobei die Arbeit in den einzelnen Alpenländern durch nationale Kontaktstellen unterstützt wird. Das Projekt startete im Februar 2008 und wird von der schweizerischen MAVA-Stiftung für Natur finanziert.

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