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Nachhaltige Flusssgebietsentwirklung Untere Salzach

Die flussmorphologische Sanierung der Unteren Salzach (Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich) ist eine Herausforderung an den modernen Wasserbau. Die Sanierung soll das weitere Eintiefen der Sohle stoppen, den Hochwasserschutz entlang der Salzach sichern und eine ökologische Verbesserung des Flusssystems und des Auwaldes erreichen. Alles nach dem Grundprinzip, den Fluss in ein neues und nachhaltiges Gleichgewicht zu überführen und dabei möglichst wirtschaftliche Lösungen zu finden.

 

Themen: Wasserwirtschaft, Schutz vor Naturgefahren, Naturschutz
Ort: Berchtesgadener Land und Salzburg und Umgebung (AT/DE)
Start: 01.01.2001
Dauer: 2012
Kontakt: Kerstin Staton, Wasserwirtschaftsamt Traunstein (E-Mail)

Untere Salzach

Ziele

Die Salzach wies als typischer alpiner Fluss ein weit verzweigtes und dynamisch verändertes Flussbett auf. Zur besseren Schiffbarkeit, zur Definition der Staatsgrenze etc. wurden im 19. und 20. Jh. Begradigungen durchgeführt und die Salzach eingeengt, sowie Geschiebe durch Talsperren im Oberlauf zurückgehalten. Die Maßnahmen bewirkten eine massive Eintiefung der Gewässersohle. Damit sank auch der Grundwasserspiegel und der Fluss wurde von der Aue entkoppelt, mit allen negativen Folgen für das Auenökosystem. Es sind weitere Eintiefungen zu erwarten, die auch zur Gefährdung der vorhandenen Infrastruktur und von Leib und Leben der ansässigen Bevölkerung führen können. Eine klimabedingete Zunahme von Starkregenereignisse kann den Prozeß verschärfen.Die Sanierung soll die Sohleintiefung nachhaltig stoppen, den Hochwasserschutz sichern und die Ökologie des Flusssystems verbessern und das Regime in ein neues natürliches Gleichgewicht und für Klimaveränderungen stabileres System überführen.

 

Aktivitäten

Das erarbeitete Gesamtkonzept mit Modulen aus offenen Deckwerken und aufgelösten Rampen in Verbindung mit „Weichen Ufern“ sowie einer Wiederanbindung der Nebengewässer ist gemeinschaftlich mit Experten aus Wissenschaft, Ingenieurbüros und Verwaltung aus Bayern und Österreich entstanden. Die interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit führte zu einem enormen Erfahrungsaustausch und bot die Möglichkeit Maßnahmen auf Stand der Wissenschaft zu verwirklichen. Baubeginn war Ende 2006 mit lokale Sicherungsmaßnahmen im Ortsbereich Laufen/Oberndorf in Form einer Grobkorneinbringung und Maßnahmen zur Deichfußsicherung. Der erste große Baustein, die Herstellung eines offenen Deckwerks, ist derzeit in Umsetzung. Die Umsetzung der ersten aufgelösten Rampe, Weichern Ufer auf einer Uferlänge von mehr als 3 km und die Anbinung eines Nebengewässers soll baldmöglichst erfolgen. Die Bauwerke sind auf ein hundertjährliches Hochwasserereignis zuzüglich eines Kimaaufschlags von 15 % bemessen.

 

Ergebnisse

Erfahrungsaustausch und wissenschaftliche Weiterentwicklung bewährter wasserbaulicher Bauwerke in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht, wie z.B. der ursprünglich vorgesehenen Rollierungsstreifen zu einem offenen Deckwerk. Durch das Merkmal, dass zwischen größeren aufgelegten Belegungssteinen ein Teil der ursprünglichen Sohle frei bleibt und dennoch der Sedimentaustrag unterbunden wird, stellt das Offene Deckwerk eine naturnahe Lösung zur Sohlstabilisierung von Kiesflüssen dar. Die erf. Sohlabstufungen werden in Form von aufgelösten Rampen mit Riegeln- und Beckenstrukturen, sowie mit einer Bootsgasse ausgeführt. Diese Ausführung ermöglicht die ökologische Durchgängigkeit der Bauwerke. Durch die Rampen besteht auch die Möglichkeit Wasser in alte Rinnen in die Aue zu bringen und so ehemalige Nebenarme der Salzach als flussbegleitende Nebengewässer wieder herzustellen. Es wird ein erhöhtes Retentionsvermögen der Aue und gleichzeitig eine Aufwertung der Biodiversität ermöglicht.

 

TrägerIn der Massnahme

Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein gemeinsam mit der Bundeswasserbauverwaltung Salzburg