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    Künstliche Beschneiung ist "Schnee von gestern"

    11.10.2007 In einem offenen Brief an Staatsminister Huber kritisiert die Alpenschutzkommission CIPRA Deutschland die im Rahmen einer Tourismusinitiative der bayerischen Staatsregierung geplante Förderung von Beschneiungsanlagen und setzt sich stattdessen für einen nachhaltigen Tourismus ein.

    Kunstschnee. Ein hochaufgelöstes Bild zum Abdruck erhalten Sie beim Klick auf das Bild.In breiter Überseinstimmung prognostizieren Klimawissenschaftler, dass in Höhenlagen unterhalb von 1500 - 1800m in wenigen Jahrzehnten kein wirtschaftlicher Betrieb von Skigebieten mehr möglich sein wird. "Eine Förderung von Beschneiungsanlagen in tieferen Regionen wäre somit wirtschaftlich nicht nachhaltig und ökologisch höchst problematisch", so CIPRA Deutschland-Präsident Dr. Stefan Köhler. Zudem widerspreche die geplante Förderung den Vereinbarungen im Tourismusprotokoll der Alpenkonvention, derzufolge möglichst nur landschafts- und umweltschonende Projekte gefördert werden dürfen. Der Alpin-Skitourismus werde in seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den bayerischen Alpenraum schon heute weit überschätzt, so Köhler weiter. Das touristische Angebot im bayerischen Alpenraum sollte dringend diversifiziert werden. So erleben Wandern und Naturerlebnistourismus in den letzten Jahren einen Boom. Die CIPRA regt daher beispielsweise eine Aufstockung von der Schutzgebietsbetreuer im bayerischen Alpenraum an, die entsprechende Angebote umweltverträglich entwickeln können.

    Weiterhin plant die Staatsregierung eine Investitionsförderung für die bayerische Hotellerie. Die CIPRA setzt sich dafür ein, dass vorrangig Qualitätsverbesserungen und Modernisierungen bestehender Hotels gefördert werden, um weiteren Flächenverbrauch zu begrenzen. Zudem sollte ein bestmöglicher Energiestandard Voraussetzung für die Förderung sein. Nur bei einer konsequenten Steigerung der Energieeffizienz im Tourismus kann der von Staatsminister Huber angekündigte Slogan "Klimaschutz und Urlaubslust" glaubwürdig sein.

     

    Hier erhalten Sie ein druckfähiges Bild in hoher Auflösung. Quellenangabe: CIPRA Deutschland