Über das Projekt01.12.2011
cc.alps – Klimawandel: einen Schritt weiter denken!
Man kann ihn beklagen. Weiter erforschen. Den menschlichen Anteil hoch- oder runterrechnen. Nur anzweifeln kann man ihn nicht: Der Klimawandel ist eine Tatsache. Er ist weltweit sichtbar und in den Alpen besonders deutlich spürbar. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben angefangen, Massnahmen zu ergreifen, um sich an klimatische Veränderungen anzupassen oder sie zu vermindern. Zur bunten Palette von Massnahmen gehören etwa Schneekanonen, Gletscherfolien, Lawinenschutzanlagen, erneuerbare Energien, Passivhäuser und mehr öffentlicher Verkehr. Alles direkte oder indirekte Reaktionen auf den Klimawandel und seine vermuteten Folgen. Aber nicht alle Vorhaben und Technologien sind sinnvoll und nachhaltig. Welche Auswirkungen haben sie für Natur und Umwelt? Wie wirken sie sich sozial und ökonomisch aus? Kann es passieren, dass die ökologischen Folgen mancher Klimaprogramme noch schwerwiegender sind als der Klimawandel selbst? Wissen sammeln, bewerten und kommunizierenIn einem ersten Schritt hat cc.alps bereits verwirklichte Aktivitäten im Alpenraum gesammelt und dokumentiert. Eine Gruppe von internationalen ExpertInnen definierte Aktionsfelder und erarbeitete ein Bewertungssystem, um Klimaschutz objektiv und systematisch beurteilen zu können. Kriterien waren alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. In thematischen Berichten erläutert cc.alps die Erkenntnisse aus zehn Bereichen wie z.B. Energie, Naturschutz, Hausbau, energieautarke Regionen und Tourismus. Die Berichte stehen seit Herbst 2009 zur Verfügung. Der zweite Schritt führt in die Öffentlichkeit. Die CIPRA nutzt die wissenschaftlichen Grundlagen, um im Alpenraum das Bewusstsein für die verschiedensten Klimafolgen zu schärfen. Ziel dieser Öffentlichkeitsarbeit ist es, vor jenen Massnahmen zu warnen, die nicht dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen. Aber auch – positiv denken! – solche Massnahmen zu propagieren, die als nachhaltig und vorbildlich gelten. Im Herbst 2009 erschien eine vertiefte Zusammenfassung der bisherigen Projektergebnisse im CIPRA Themenheft „SzeneAlpen“. Das Klima in den Alpen hat seinen Preis! – Der Wettbewerbcc.alps lancierte im Mai 2008 einen alpenweiten Wettbewerb für erfolgreiche Aktivitäten und Projekte im Klimaschutz. Alle eingereichten Beiträge wurden auf dieser Homepage veröffentlicht. Eine internationale Jury hat die Beiträge bewertet und am 6. November 2009 sieben Preise von insgesamt 100.000 Euro vergeben. Informationen über Preisträger und Beiträge stehen hier zur Verfügung. Pilotregionen für die Umsetzung der KenntnisseDie Ergebnisse von cc.alps sollen in der Praxis direkt nutzbar sein. Hierzu werden Pilotregionen in den Alpen gesucht, die einen nachhaltigen Umgang mit den Folgen des Klimawandels pflegen. Dort lässt sich beispielhaft demonstrieren, wie Klima-Massnahmen in alpinen Räumen naturverträglich gestaltet werden können. Am 20. und 21. Januar 2010 fand in Mäder/A ein «Start up meeting» für ein trans-nationales LEADER-Projekt statt. Ca. 20 VertreterInnen aus fünf interessierten Projektregionen in verschiedenen Alpenländern haben sich mit der CIPRA getroffen, um ein gemeinsames Projektdesign zu erarbeiten. Das Gesamtprojekt soll bis zum Sommer 2010 eingereicht werden und derzeit die Themenschwerpunkte Mobilität und Landwirtschaft verfolgen. Die geplante Laufzeit beträgt drei Jahre, damit die Umsetzung und das Monitoring der Massnahmen sichergestellt werden kann. Wissen verbreitenMit dem ehrgeizigen Vorhaben kann die CIPRA auf den guten Erfahrungen ihres im Dezember 2007 abgeschlossenen Projekts „Zukunft in den Alpen“ aufbauen. Auch im Rahmen von cc.alps sammelte die CIPRA zunächst wissenschaftliche Daten und stellt dann im zweiten Schritt die gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Lösungen der Öffentlichkeit und interessierten Zielgruppen zur Verfügung. Dazu wurden schon einige internationale Veranstaltungen organisiert und mit Erfolg durchgeführt, wobei die AkteurInnen in den Alpen die Möglichkeit hatten, neue Kontakte zu knüpfen und ihr Wissen auszutauschen. Am 2. und 3. April 2009 diskutierten 200 Menschen im Rahmen der Klimatagung „Kühler Kopf im Treibhaus! - Bewusst handeln im Klimawandel" in Bozen/I. Zudem nahmen 70 ExpertInnen und Interessierte am internationalen Workshop „Schmelzende Gletscher am Hausberg - was nun?" am 24. und 25. September 2009 in Crans Montana/CH teil. Die ProjektorganisationCIPRA International kooperiert mit einem Team von renommierten externen ExpertInnen wobei die Arbeit in den einzelnen Alpenländern durch nationale Kontaktstellen unterstützt wird. Das Projekt startete im Februar 2008 und wird von der schweizerischen MAVA-Stiftung für Natur finanziert. |
Weitere Informationen
Klimawandel
|
