Schnee als Rohstoff der Kunst
20. Juni - 4. Oktober 2009
Schneebedeckte Landschaften gibt es viele, und geografisch mag es naheliegend erscheinen, wenn das Vorarlberger Landesmuseum das Phänomen Schnee zum Thema einer Sonderausstellung macht. Die Region zwischen Bodensee und Arlberg ist auf das Engste mit Schnee verbunden. Er hinterlässt dort viele Spuren, er prägt die Landschaft und gilt als ein Markenzeichen des Landes. Eher ungewöhnlich ist die Annäherung an das Thema aus der Sicht einer Sommerausstellung. Darin scheint ein Widerspruch oder zumindest etwas Gegensätzliches zu liegen. Schnee aus Sommerperspektive bringt nicht nur Unerwartetes, sondern funktioniert auch als ein Signal der Distanz. Für Kurator Tobias G. Natter geht es nicht um Schnee an sich, sondern um seine ästhetische Wahrnehmung. Der Schnee ändert im Laufe der Kunst- und Kulturgeschichte mehrfach seine Gestalt. Als reines Bildweiß betritt er die Welt, doch was bleibt von seiner Makellosigkeit, wenn er sich zur Kunst verwandelt? Die rezeptionsästhetische These, dass Schnee gar nicht existiert, sondern eine Erfindung ist, bildet die Grundlage der Schau.
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