Alpentourismus Ökonomische Qualität – ökologische Qualität05.10.2006
Jahresfachtagung der CIPRA, 12.-14. Oktober 2000, Centro Servizi Culturali S.Chiara, Trient/I Die CIPRA-Jahresfachtagung 2000 in Trento stellt die Frage, inwieweit die direkt Betroffenen vor Ort vom Tourismus profitieren und welche Formen sowohl umweltschonend und sozial verträglich sind als auch eine optimale Wertschöpfung für die ansässige Bevölkerung gewährleisten. Im Alpenraum stehen 5 Millionen Touristenbetten zur Verfügung. Jedes Jahr nutzen 60 Millionen Menschen dieses Angebot, weitere kommen als Tagestouristen in die Alpen. Der Umsatz im Alpentourismus beträgt ungefähr 20 Milliarden Euro pro Jahr und macht damit ca. 5% des weltweiten touristischen Umsatzes aus. Seit einigen Jahren stagniert der Alpentourismus, in manchen Regionen ist bereits von einer wahrhaftigen Krise die Rede. Wirtschaftliche Bedeutung für direkt Betroffene unklarDie wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in den Alpen steht ausser Zweifel. Andererseits herrscht – auch bei den Tourismusanbietern – Übereinstimmung darüber, dass die ökologischen und sozialen Belastungen durch den Tourismus an manchen Orten die Grenzen der Nachhaltigkeit überschritten haben. Unzählige Veranstaltungen und Studien haben sich mit der Frage nach weniger schädlichen Formen des Tourismus beschäftigt: dem sogenannten "sanften" oder "nachhaltigen" Tourismus. Hingegen besteht wenig Klarheit darüber, welche wirtschaftliche Rolle der Tourismus in den Alpentälern in Wirklichkeit spielt. Vielerorts kommt der Eindruck auf, dass vom gesamten örtlichen Tourismusumsatz nur ein geringer Teil auch vor Ort Einkommen in Form von Arbeitsplätzen schafft und dadurch in der Tourismusregion Wohlstand bringt, während der Hauptteil des Umsatzes dazu bestimmt zu sein scheint, "Importe" aller Art zu unterstützen. Wenn die Tourismuswirtschaft in einer Region direkt oder indirekt Arbeitsplätze schaffen und damit dazu beizutragen soll, der Bevölkerung ein Auskommen zu garantieren, so muss auch untersucht werden, auf welche Weise und mit welcher Effizienz der eingesetzten Mittel die heutigen Formen des touristischen Angebotes diese Wirkung haben. Eine solche Untersuchung ist noch wichtiger, wenn das betroffene Gebiet ökologisch besonders sensibel ist, wie dies bei den Alpen der Fall ist. Die CIPRA ist der Auffassung, dass es im Alpenraum zwingend ist, Formen des touristischen Angebotes zu identifizieren, welche massvolle Auswirkungen auf die Umwelt haben und gleichzeitig für die betroffene Region die gewünschten wirtschaftlichen Effekte mit sich bringen. Die internationale Tagung von Trento möchte deshalb sehr aufmerksam untersuchen, welche Auswirkungen der Tourismus auf die Regionalwirtschaft hat und setzt sich zum Ziel:
ProgrammDonnerstag, 12. Oktober18.30 Uhr Begrüssung und Einführung 19.00 Uhr Podiumsdiskussion Moderiert von Nereo Pederzolli, Journalist – Slow Food Freitag 13. Oktober08.45 Uhr Ökonomische Qualität, Ökologische Qualität – die Herausforderung des Alpentourismus 09.30 Uhr Sozioökonomische und kulturelle Aspekte des Tourismus 10.00 Uhr Die wirtschaftliche Rolle des Tourismus in den Alpen 10.30 Uhr Tourismus und Wertschöpfung in einigen Alpenregionen Tirol, Österreich 11.30 Uhr Aostatal, Italien 12.00 Uhr Kanton Bern, Schweiz 12.30 Uhr Saint-Gervais, Frankreich 14.30 Uhr Neue Wertschöpfung mit dem landschaftsorientierten Tourismus 15.00 Uhr Podiumdiskussion mit allen ReferentInnen und dem Publikum 17.00 Uhr Exkursionen zu den Weinkellern des Trentino Samstag 14. Oktober08.45 Uhr Das wirtschaftliche Ausmass des touristischen Phänomens im Trentino 09.15 Uhr Partnerschaften formen nachhaltige Regionalentwicklung im Bregenzerwald 09.30 Uhr Regionalwirtschaftliche Auswirkungen des Nationalparktourismus, Schweiz 09.45 Uhr Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte auf Alpenvereinshütten in den Chiemgauer Alpen (Bayern und Tirol) 10.00 Uhr Touristiker als Impuls für den Nationalpark Stilfser Joch, Südtirol 10.15 Uhr Das "Patto territoriale" (Gebietsabkommen) im Val di Cembra. Eine Allianz zwischen Landwirtschaft und Tourismus 11.00 Uhr Podiumsdiskussion: Welche Perspektiven hat der Tourismus im Trentino? 12.30 Uhr Schlussfolgerung der Tagung Konferenzsprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Slowenisch (Simultanübersetzung). Organisation: CIPRA Italia |
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