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Töpfer nahm die Auszeichnung mit großer Freude an. „Die Verleihung des 1. Deutschen Alpenpreises von CIPRA Deutschland ist mir eine große Ehre und Freude. Diese Ehrung ist für mich eine sehr unerwartete Anerkennung der Beiträge, die ich etwa bei der Entwicklung der Alpenkonvention sowie den davon profitierenden Konventionen für andere Bergregionen in Europa leisten konnte“, war seine erste Reaktion auf den Preis. In seiner Dankesrede forderte Töpfer eine deutliche Verstärkung der Anstrengungen zum Klimaschutz. „Glauben Sie wirklich, dass Sie das Problem der Flüchtlinge auf der Mittelmeerinsel Lampedusa durch eine Verstärkung der Grenzkontrollen in den Griff bekommen? Ich glaube das nicht. Wir müssen vielmehr gemeinsam mit den Staaten Afrikas Perspektiven für diese Menschen entwickeln.“ Als Folge des globalen Klimawandels würden Umweltflüchtlinge stark zunehmen, so Töpfer. Deutschland müsse als führende Volkswirtschaft Vorreiter im Klimaschutz sein und damit auch die wirtschaftliche Chance nutzen, die in der Entwicklung neuer Technologien liege.
In seinem Festvortrag zeigte der Klimaforscher Prof. Wolfgang Seiler, wie sich der Klimawandel im Alpenraum auswirkt. Nötig seien neben einer deutlichen Verstärkung der Klimaschutzmaßnahmen auch die Entwicklung von Anpassensstrategien wie ein verstärkter Hochwasserschutz und eine stärkere Ausrichtung des Tourismus auf den Sommer. Auch CIPRA-Deutschland-Präsident Dr. Stefan Köhler machte deutlich: „In wenigen Jahrzehnten werden die Alpengletscher weitgehend verschwunden sein und die Schneegrenze auf über 1500 m ansteigen. Investitionen in Kunstschnee sind nicht nur ökologisch unsinnig, sondern auch ökonomisch.“
CIPRA Deutschland möchte mit dem Deutschen Alpenpreis herausragende Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler, Verbandsvertreter und Einzelpersonen für ihren engagierten Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes auszeichnen.
Dr. Töpfer als erster Preisträger war in seiner Zeit als Bundesumweltminister maßgeblich daran beteiligt, dass die Initiative der CIPRA für die Alpenkonvention aufgegriffen und realisiert wurde. Ohne sein Engagement wäre das Vertragswerk der insgesamt acht Alpenstaaten und der Europäischen Union nicht zustande gekommen oder aber zumindest heute nicht so weit vorangeschritten. Die Alpenkonvention ist weltweit das erste völkerrechtlich verbindliche Abkommen, das die nachhaltige Entwicklung einer internationalen Bergregion in allen wichtigen Handlungsbereichen zum Ziel hat.
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