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Biosfera Val Müstair - Parc Naziunal

by biosfera  —  last modified 2006-06-21 16:36

This project was submitted by third parties in the frame of a competition as part of the Future in the Alps Project in 2005 and has not been updated since. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.

Topics
Region Graubünden / ch (Switzerland)
Term 2003-10-27 - 2010-12-31
  • Protected areas
  • Regional value added
  • New forms of decision-making

Short description
Die Region Val Müstair-Parc Naziunal will durch sinnvolles Zusammenwirken der Bereiche Gesellschaft, Kultur, Natur, Oekologie und Wirtschaft einen wertvollen und starken Lebensraum erhalten, der einheimischen Bevölkerung die Existenz sichern und damit ihre Abwanderung stoppen. Nur gemeinsam erfüllen das bestehende Biosphärenreservat Schweizerischer Nationalpark (SNP) (Kernzone mit hohem Schutzstatus) und das Val Müstair (Pflegezone und Entwicklungszone) die modernen Kriterien der UNESCO.
Person responsible Mr Mario Gross-Bass
Biosfera
Forst AG, 7532 Tschierv, Schweiz
grossforstag@bluewin.ch
081 858 52 08
081 858 58 29
Contact person Mr Toni Theus
Biosfera
Somvih, 7537 Müstair, Schweiz
tonitheus@bluewin.ch
081 858 55 40
081 858 58 49
project executive
Budget
628000
Participants
Die strategische Projektleitung, gebildet aus Vertretern von CRVM und SNP sowie die Bevölkerung des Val Müstair, welche ihre Vertreter in die operative Projektleitung delegiert hat.
Objectives
Das Val Müstair ist eine Region mit einer hochwertigen Schutz-Politik zugunsten seiner landschaftlichen Ressourcen, jedoch mit grossen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der SNP ist das älteste Biosphärenreservat der Schweiz. Da ihm eine Umgebungszone fehlt, entspricht er nicht mehr den heutigen Bestimmungen für UNESCO-Biosphärenreservate. So haben sich zwei Partner gefunden, mit gleichen Interessen und dem gemeinsamen Ziel, in dieser Region ein Biosphärenreservat einzurichten. Das Val Müstair hat in der Vergangenheit viel unternommen, um seine Landschaft zu schützen, seine kulturellen Werte zu erhalten, meist nur nachhaltig zu wirtschaften und sich trotzdem den Anforderungen der Zeit zu stellen. Die ökologischen Auswirkungen dieses Verhaltens sind ersichtlich, wirtschaftlich hat sich die Situation jedoch weiter verschlechtert. Mit dem Projekt Biosfera Val Müstair Parc Naziunal hoffen wir das Gleichgewicht in der Region wieder herstellen zu können.
Activities
Gespräche zwischen Vertretern der CRVM und des SNP sowie Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung bildeten den Auftakt der Aktivitäten. Seit dem Jahre 2003 existiert eine strategische (strat. PL) sowie eine operative Projektleitung (op PL). Nach der Bereitstellung verschiedener Grundlagen erarbeitete die op PL im Jahr 2004 zuerst das Leitbild um anschliessend die Ausarbeitung einer umfangreichen Machbarkeitsstudie und den Projektantrag in Angriff zu nehmen. Diese Unterlagen wurden Anfang Juni 2005 fertig gestellt und den kantonalen und eidgenössischen Instanzen zur Prüfung eingereicht (kant. Amt für Wirtschaftsförderung, BUWAL, Seco). Dazwischen fanden umfangreiche Veanstaltungen statt um die Bevölkerung im Detail über das Projekt-Vorhaben zu informiren was sich anlässlich einer Volksabstimmung über die Weiterführung des Projektes mit 89 Prozent Zustimmung positiv niederschlug.
Results
Nach anfänglicher Skepsis konnte der grösste Teil der Bevölkerung davon überzeugt weden, dass dieses Projekt für das Tal wertvoll und eine einmalige Gelegenheit ist, sich in spezieller Form zur Geltung zu bringen. Während Ergebnisse in ökonomischer Hinsicht erst mit der Zeit erwartet werden können (das Label ist ja erst noch anzustreben), sind die ökologischen Voraussetzungen für ein Biosphärenreservat in unserer Region (dank hervorragendem Umgang mit der Natur) praktisch vollständig vorhanden. Es gilt deshalb vor allem, sie zu bewahren und punktuell zu verbessern. Vorhanden sind alle notwendigen Schutzzonen, nämlich der Nationalpark als Kernzone, die Pflegezone (rechtlich als Landschaftsschutzzonen abgschert) und die Entwicklungszone mit über 20 Biotopen (geregelt durch Schutzverträge mit der Pro Natura). Nach einem Verzicht auf die Nutzung zur Energieproduktion ist der Rombach (als letzter freifliessender Talfluss eines Haupttales der Schweiz) unter Schutz gestellt worden.
Use of prize money
Das Preisgeld wird für die Finanzierung von Restkosten des Gesamtprojektes verwendet.
Website
http://www.biosfera.ch

Criteria for the Jury


Impact on nature and environment
Economic value added
Für die Bereiche Tourismus, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe darf eine Steigerung der wirtschaftlichen Wertschöpfung erwartet werden. Das UNESCO-Biosphären-Label fordert die Gewerbetreibenden auf, einheimische Produkte zu unterstützen und somit den Kreislauf und die Zusammenarbeit mit den Produzenten, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Holzverarbeitung, zu schliessen. Neue, naturverträgliche Wirtschaftsformen werden möglich.
Socio-cultural value added
Wenn die Abwanderungen gestoppt, der Jugend Zukunftsperspektiven eröffnet und der Bevölkerung (Jauers) gute Lebensqualitäten erhalten werden, wenn ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird und die Gemeinschaft mit diesem Projekt besser vernetzt werden kann, ist ein gesellschaftlicher und kultureller Fortschritt offensichtlich. Nicht nur in der heutigen Projektleitung sondern auch im zukünftigen Biosfera-Rat werden Leute jeden Alters und Geschlechts Einsitz nehmen.
Innovative content
In der Schweiz gibt es zur Zeit nur ein Biosphärenreservat nach neuen Kriterien (Entlebuch). Das Biosphärenreservat SNP nach alten Kriterien wird mit dem vorliegenden Projekt den heutigen Bestimmungen angepasst. Im hochalpinen Raum gibt es noch kein Biosphärenreservat. Dass es zudem an den Nationalpark Stilfserjoch angrenzt und mit dem Kloster Müstair zugleich ein Weltkulturerbe der Unesco beherbergt, wertet das Projekt zusätzlich auf.
Good governance
An zahlreichen Orientierungsabenden und Workshops wurden Gemeindevertreter und Bevölkerung in das Biosferaprojekt eingeweiht, Projektideen gesammelt und diskutiert. Mit der Bevölkerung der sechs betroffenen Gemeinden haben wir die Projekte dann in breit abgestützten Arbeitsgruppen konkretisiert und weiterentwickelt. So entstand unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung das in der Region breit unterstützte Projekt Biosfera VM-SNP.
PR impact
Nach der guten Akzeptanz unseres Biosfera-Projektes in den Gemeindeabstimmungen (89 Prozent Zustimmung) warten wir noch die Antwort der kantonalen und eidgenössischen Instanzen ab, um das Projekt dann auch nach aussen mit grossem Schwung publik zu machen. Auf Grund von punktuellen Erfahrungen sind wir überzeugt, dass unser Projekt auf sehr grosses Interesse stossen wird. Eine Berücksichtigung bei diesem Wettbewerb würde uns in dieser Hinsicht sehr viel nützen.
Multiplier effect / networking
Die Projektleitung hat von den Erfahrungen anderer Biosphärenreservate profitiert. Das Ent-lebuch hat uns mit Know-How unterstützt, mit dem Biosphärenpark Grosses Walsertal haben gegenseitige Besuche und intensive Kontakte stattgefunden. Die Akteure der benachbarten Projekte (RegioPlus Nationalparkregion, MovingAlps, Interreg III, Kloster Müstair) haben wir laufend über unsere Aktivitäten informiert und Erfahrungen ausgetauscht und werden das noch intensivieren.
Transferability
Wenn eine Region einen Naturpark oder ein Biosphärenreservat anstreben will, werden ihr unsere erarbeiteten Unterlagen sicher nützliche Informationsquellen sein. Biospärenreservate sollte es im gleichen Land gemäss Kriterienkatalog aber nicht mehrere mit den gleichen Voraussetzungen geben (Einmaligkeit einer Landschaft oder Region). Unsere Erfahrungen in verschiedenster Hinsicht (Wirtschaft, Umwelt, Kultur, Tourismus) können auch für andere Regionen als Denkanstösse dienen.
Images
Der Schweizerische Nationalpark ist das älteste Biosphärenreservat der Schweiz. Für das Projekt Biosfera Val Müstair - Parc Naziunal bildet er die Kernzone und erhält mit der Pflegezone im Val Müstair die bisher fehlende Umgebungszone.

Holzverarbeitung ist ein ausbaufähiger Wirtschaftszweig in der Entwicklungszone. Die Wertschöpfung von Holz, einem der wenigen Rohstoffe im Tal, kann mit dem Projekt stark verbessert werden.

Der Lai da Rims (2395 M.ü.M.) ist ein Wahrzeichen des Val Müstair und liegt in der Pflegezone. Hier begegnet der Wanderer einer durch die Alpwirtschaft extensiv genutzten faszinierenden Landschaft, die durch grosse Anstrengungen geschützt werden konnte.

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