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Gesund und umweltfreundlich zur Arbeit

by INFICON  —  last modified 2006-06-21 17:35

This project was submitted by third parties in the frame of a competition as part of the Future in the Alps Project in 2005 and has not been updated since. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.

Topics
Region Liechtenstein / li (Liechtenstein)
Term 1999-01-01 - 2007-01-01
  • Mobility

Short description
Erkenntnis bei der Zertifizierung nach ISO 14001 in 1998: Bei 65% der Arbeitswege per Auto wird etwa 50% des totalen Firmen-Energieverbrauchs durch Arbeitswege verursacht. Durch Mobilitätsmanagement konnten wir den Anteil der Arbeitswege per Auto im Jahresdurchschnitt auf etwa 45% senken. Entsprechend sanken Energieverbrauch und CO2-Ausstoss auf etwa 1/3 des Firmentotals. Unser Ergebnis: Mobilitätsbedürfnissen gerecht werden und unsere Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft wahrnehmen.
Person responsible Mr Georg Sele
INFICON AG
Alte Landstrasse 6, 9496 Balzers, Liechtenstein
georg.sele@inficon.com
+423 388 31 98
+423 388 38 96
Contact person Mr Georg Sele
INFICON AG
Alte Landstrasse 6, 9496 Balzers, Liechtenstein
georg.sele@inficon.com
+423 388 31 98
+423 388 38 96
project executive
Budget
CHF 110'000 per year
Participants
Am Prozess beteiligt sind die MitarbeiterInnen der INFICON AG und der UCP Processing AG in Balzers. Die multifunktionale Arbeitsgruppe "Umwelt & Mobilität" betreut den Prozess. Als Teil des Qualitätsmanagements hat der Qualitätsverantwortliche den Vorsitz; er vertritt die Anliegen in der Geschäftsleitung. Für Verhandlungen mit den Betreibern des öffentlichen Verkehrs arbeiten ehemalige "Balzers-Firmen" zusammen; die Vertretung geschieht durch den grössten Arbeitgeber, die Unaxis Balzers AG.
Objectives
Als ein Umweltziel wurde in 2000 definiert: Reduktion des Energieverbrauchs für Arbeitswege der Mitarbeitenden. Als Ziel für den Modalsplit wurde definiert: 40% motorisierter Individualverkehr (ca. 95% Auto), 40% kollektiver Verkehr (ca. 90% ÖV, 5% Fahrgemeinschaften, 5% Werkbus Unaxis), 20% Fuss-/Radverkehr. Deshalb wurden im Neubau (Einzug April 2002) nur Parkplätze für 40% der Belegschaft (maximal etwa 300 Personen) vorgesehen. Die hohe Mitarbeiterzufriedenheit soll durch das betriebliche Mobilitätsmanagement nicht beeinträchtigt werden und der Firma sollen keine Nachteile in der Rekrutierung von neuem Personal entstehen. Dies in Anbetracht der Tatsache, dass im Jahresdurchschnitt etwa 75% der Arbeitswege zu Arbeitsplätzen in Liechtenstein mit dem Auto zurückgelegt werden. Betriebswirtschaftlich soll das betriebliche Mobilitätsmanagement kostenneutral sein. Dies ohne Berücksichtigung der verbesserten Gesundheit vieler MitarbeiterInnen durch mehr körperliche Bewegung.
Activities
Der Mobilitäts-Club dient als Plattform. MitarbeiterInnen können kostenlos Club-Mitglieder werden. Sie verpflichten sich ihrerseits, den Arbeitsweg max. 24 Mal (Top) oder 96 Mal (Plus) pro Jahr allein im Auto zurückzulegen. Anreize des Mobilitäts-Clubs: jährliche Mobilitätsunterstützung von CHF 330; gratis Tagesparkplatz; gratis Mitgliedschaft bei Mobility CarSharing Schweiz; kostenlose Verwendung von Mobility-Auto; verbilligte SBB-Abos; spezielle Aktionen für Top-Mitglieder: Verlosung von Geldbeträgen, Auszeichnung vor Belegschaft.Die Höhe der Parkplatzgebühr (360 oder 720 CHF/a) richtet sich nur nach Arbeitsweg-Kriterien; ebenso die Vergabe bei zu wenig verfügbaren Parkplätzen. Das System bevorzugt Fahrgemeinschaften. Alle Mitarbeitenden können vom Velo-Reparaturtag und der Velohelm-Aktion profitieren, sowie am jährlichen Mobilitäts-Lotto teilnehmen (während 4 Wochen, täglich CHF 50 in Jackpot; Teilnahmebedingung: Arbeitsweg nicht allein im Auto oder per Motorrad zurückgelegt).
Results
Durch Anwendung von Managementgrundsätzen auf den Berufsverkehr haben wir diesen nicht nur bewältigt, sondern die Mobilität unserer MitarbeiterInnen mitgestaltet. Wir gewichten die Zufriedenheit und Gesundheit der MitarbeiterInnen hoch. Die Erreichbarkeit des Firmenstandorts wurde verbessert. Für viele Mitarbeitende ist der Arbeitsweg kostengünstiger geworden; kein Zweitauto mehr nötig. Viele MitarbeiterInnen fühlen sich gesunder und empfinden weniger Stress dank alternativer Verkerhsmittel. Das Mobilitätsmanagement ist kosteneffizient für die Firma. Durch Mobilitätsmanagement entlasten wir die Strassen. Wir belasten die Umwelt deutlich weniger mit Luftschadstoffen, Feinstaub und Lärm. Die Firma hat ein innovatives Image als Arbeitgeber, nicht nur für Produkte. Der Jahresdurchschnitt der MIV(Auto)-Arbeitswege betrug im November 2003 noch 46%. Entsprechend sanken Energieverbrauch und CO2-Ausstoss auf etwa 1/3 des Firmentotals. Gesundheit und Verkehrsmittelwahl sind Gesprächsthemen.
Use of prize money
Ein Preisgeld dient zur Förderung des Radverkehrs; der Anteil von 11% im Jahresdurchschnitt liegt deutlich unter dem Potential. Im Sommer oder bei gutem Wetter werden 72% der Arbeitswege bis 3 km zu Fuss oder mit dem Rad zurückgelegt; im Bereich 4 – 5 km nur noch 15%, dafür etwa 50% mit dem Auto. Der positive Einfluss des Radfahrens auf die Gesundheit ist ein weiterer Förderungsgrund. Zur Zielerreichung von 40% MIV-Arbeitswege im Jahresdurchschnitt ist ein Anteil des Radverkehrs von 15% nötig.
Website
http://www.inficon.com

Criteria for the Jury


Impact on nature and environment
Economic value added
Betriebliches Mobilitätsmanagement kostet in unserer Region jährlich 500 – 1500 CHF pro MitarbeiterIn. Die totalen Kosten für einen Parkplatz betragen: im Freien 500 – 1000 CHF; für einen Garagenparkplatz 2000 – 5000 CHF/Jahr. Betriebswirtschaftlich ist Mobilitätsmanagement fast immer die bessere Lösung. Mehr verfügbares Einkommen, weniger Krankentage, tiefere Gesundheitskosten und viel tiefere externe Kosten des motorisierten Verkehrs machen den volkswirtschaftlichen Mehrwert augenfällig.
Socio-cultural value added
Bewegung aus eigener Kraft in die täglichen Wege integriert verbessert die Gesundheit, hilft Stress abbauen und erhöht das Wohlgefühl. Arbeitswege zu Fuss, mit dem Fahrrad und dem öffentlichen Verkehr geben vermehrt Gelegenheit zu sozialen Kontakten. Im Umkleideraum (Schränke, Duschen, Duschtücher, Haarfön; je für Frauen/Männer) begegnen sich z.B. Produktionsmitarbeiter die sich umziehen, mit Rad fahrenden oder über Mittag Sport treibenden Geschäftsleitungsmitgliedern ungezwungen als Menschen.
Innovative content
Neu am INFICON-Modell ist das in sich geschlossene System von Fördermassnahmen für den Fuss-/Radverkehr und kollektiven Verkehr (ÖV, Fahrgemeinschaften, Werkbus Unaxis) verbunden mit Parkraumbewirtschaftung. All dies in Verbindung mit der Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden betr. Arbeitsweg durch klare, im Konsens definierte Kriterien, wann der Arbeitsweg ohne Auto zumutbar ist. Die Parkplatzgebühr beträgt jährlich 720 CHF, falls der Arbeitsweg ohne Auto zumutbar ist; sonst CHF 360 pro Jahr.
Good governance
Ausgehend vom Umweltziel, den Energieverbrauch für die Arbeitswege zu senken, wurde das Mobilitätsmanagement in der Arbeitsgruppe "Umwelt & Mobilität" ohne fremder Hilfe und in guter Kommunikation mit der Geschäftsleitung erarbeitet. Da in der Arbeitsgruppe von 7 Personen alle Wohnregionen, Verkehrsmittel und Geschäftsbereiche vertreten sind, war die Einbindung der Mitarbeitenden gegeben. Zudem erfolgte in kritischen Phasen jeweils die Information der Belegschaft an den Quartals-Versammlungen.
PR impact
In 2004 haben 9 Gruppen (Arbeitgeber, politische Parteien, NGO, Ingenieurbüro, Hochschulen) INFICON besucht und das Mobilitätsmanagement vor Ort kennen gelernt. An 5 externen Veranstaltungen durfte INFICON sein Mobilitätsmanagement vorstellen. In regionalen Zeitungen wurde 4 Mal darüber berichtet. Diese Öffentlichkeitsarbeit hat mitgeholfen, dass betriebliches Mobilitätsmanagement als Mittel zur Reduktion der Umweltbelastung durch den motorisierten Verkehr regional zunehmend anerkannt wird.
Multiplier effect / networking
Auf unsere Initiative wurde in der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer LIHK die Arbeitsgruppe "Pendelverkehr" etabliert. Etliche grosse Arbeitgeber inkl. INFICON arbeiten aktiv mit. Dank dieser Arbeitsgruppe ist Betriebliches Mobilitätsmanagement für viele Arbeitgeber zum Thema geworden; allerdings von vielen noch eher mit Argwohn betrachtet. Die breite Öffentlichkeitsarbeit hat zu einem Gedankenaustausch mit etlichen Arbeitgebern, Behörden, Kommunen und Hochschulen geführt.
Transferability
Zwar muss jeder Arbeitgeber "sein" spezifisches Modell entwickeln. Doch die wesentlichen Erfolgselemente sind übertragbar: der Arbeitgeber ist für den Arbeitsweg mitverantwortlich; Mobilitätsmanagement ist Teil des Qualitätswesens und somit Chefsache; eine multifunktionale Arbeitsgruppe mit Vorsitz durch GL-Mitglied; ein Mobilitäts-Club als Organisations- und Kommunikations-Plattform; ein Bouquet von Fördermassnahmen für den Fuss-/Radverkehr und kollektiven Verkehr; Parkraumbewirtschaftung.
Images
Mobilitätserhebung der Liechtensteinischen Industrie- & Handelskammer LIHK. INF=INFICON, P = produzierender Betrieb, D = Dienstleister. Die Wege zu Arbeitsplätzen in Liechtenstein werden im Durchschnitt etwa zu 5% zu Fuss und mit dem Fahrrad zurückgelegt(F&R-Verkehr), zu 20% mit kollektivem Verkehr (KV) (ÖV, Fahrgemeinschaft, Werkbus), zu 75% mit motorisiertem Individualverkehr (MIV)(95% Auto).

Entwicklung des Modalsplits (Verkehrsmittelwahl) bei der INFICON AG. Andere = Fuss-/Rad- und kollektiver Verkehr. MIV = Auto und Motorrad.

Vor dem Eingang zur INFICON AG sind die überdachte Veloabstellanlage und das Auto von Mobility CarSharing Schweiz augenfällig. Ein Firmenfahrrad rundet das Bild ab.

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