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Ziegenalp Puzzetta Val Medel/Lucmagn

by AlpPuzzetta  —  last modified 2006-06-21 16:34

This project was submitted by third parties in the frame of a competition as part of the Future in the Alps Project in 2005 and has not been updated since. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.

Topics
Region Graubünden / ch (Switzerland)
Term 2000-01-01 - 2005-08-31
  • Governance capacity
  • Protected areas
  • Regional value added

Short description
Mit diesem Projekt wurde eine bestehende Ziegenalp auf 1850m ü. M. im Val Medel/Lucmagn erhalten und saniert. Dies geschah durch den Abbruch des bestehenden, baufälligen Gebäudes und der Erstellung eines Neubaus mit Melkstall, Käserei, Unterkunft und Nebenräumen. So konnte ein Stück Kultur in den Alpen erhalten, gepflegt und fortgeführt werden.
Person responsible Marlene / Conrad Gujan / Pally
atelier d'architectura
Sutvitg, 7184 Curaglia, Schweiz
info@gujanpally.ch
081 947 43 88
081 947 43 88
Contact person Ms Marlene Gujan
dipl. architecta htl
Sutvitg, 7184 Curaglia, Schweiz
gujan@gujanpally.ch
081 947 43 88
081 947 43 88
project executive
Budget
Euro 680'000.-
Participants
Amt für Landwirtschaft, Strukturverbesserung und Vermessung d. Kt. GR und der Bund (Euro 150'700.-); Gemeinde Medel/Lucmagn (Euro 128'200.-); Landwirtschaftliche Kreditgenossenschaft (Euro 32'000.-); Fonds Landschaft Schweiz FLS (Euro 32'000.-); Schweizer Berghilfe (Euro 57'700.-); Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL (Euro 143'000.-); Bündner Heimatschutz (Euro 7'700.-); Pro Natura Schweiz (Euro 6'400.-); Denkmalpflege und Amt für Natur und Umwelt d. Kt. GR (ideelle Unterstützung).
Objectives
Im Vordergrund dieses Projektes stand die Erhaltung und Sanierung der Ziegenalp. Damit konnte gewährleistet werden, dass Weide- und Kulturland weiterhin bewirtschaftet und genutzt wird und eine jahrhundertealte Tradition im Tal nicht verloren ging. Es trägt zur Wirtschaftlichkeit und Belebung einer Randregion bei, indem Arbeitsplätze geschaffen, die Lebensgrundlage für die Bauern erhalten, die Produkte teilweise vor Ort verkauft und Touristen in die Kunst der Käseherstellung eingeführt und zum Verweilen auf der Alp eingeladen werden. Zudem sollte gezeigt werden, dass sich auf einer Alp ohne weiteres zeitgemässe Architektur verwirklichen lässt und ein Zweckbau auch Aufmerksamkeit gewinnen kann, was wiederum die Wirtschaftlichkeit fördert und ein kleiner Beitrag an das Weiterbestehen der Region ist.
Activities
Vor Ort werden zur Zeit ca. 350 Ziegen gehalten. Diese werden täglich zweimal gemolken und die Milch wird zu verschiedenen Produkten wie Käse, Zieger, Joghurt, Quark, Frischkäse etc. verarbeitet. Diese Produkte werden als Delikatesse im Tal und in der näheren Region verkauft. Ziel ist es, die Produktion zu steigern und die Produkte an weitere Delikatessengeschäfte in der Ostschweiz zu verkaufen. Dies sollte dank der neu eingerichteten, modernen Käserei ohne weiteres machbar sein. So können sich die Bergbauern ein sinnvolles Nebeneinkommen sichern. Zudem wird, wie bereits erwähnt, die Kulturlandschaft durch die täglichen Weideführungen der Ziegen bewirtschaftet und erhalten. Im neuen Alpgebäude, das direkt am Wanderweg liegt, welcher von Fuorns über die Medelserhütte in die Greina führt, können Touristen übernachten und das "einfache" Leben auf der Alp kennen lernen.
Results
Dank der Realisierung dieses Projektes konnte nicht nur die Tradition der Ziegenhaltung im Val Medel aufrecht erhalten werden, sondern auch weitere Bauern aus der oberen Surselva wurden ermutigt, wieder Ziegen zu halten und diese auf Puzzetta zu sömmern. So besteht die Korporation neu nicht nur aus 9, sondern aus 15 Bauern mit Ziegenhaltung und auf der Alp werden nicht nur 220, sondern im Moment 350 Ziegen gealpt. Weiter hat das Projekt einen "Vorzeigecharakter", weil es aufzeigt, dass es durchaus möglich ist, Alpgebüde im zeitgenössischen Stil mit der heute üblichen Technik zu erstellen, und dies, obwohl das Gebiet im Bundesinventar für Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN Nr. 1913: Greina-Piz Medel) eingetragen ist und alles in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege d. Kt. GR, dem Bündner Heimatschutz, Pro Natura und dem Amt für Natur und Umwelt erarbeitet wurde.
Use of prize money
Wie oben ersichtlich ist, fehlt eine Restfinanzierung von ca. Euro 120'000.-. Zur Zeit wird diese Differenz für die Bauern durch einen Bankkredit mit Bürgschaft der Gemeinde Medel/Lucmagn gedeckt. Damit diese jedoch möglichst bald schuldenfrei respektive wirtschaftlich die Alp betreiben können, würde das Preisgeld einen Teil der Schulden tilgen.
Website
http://

Criteria for the Jury


Impact on nature and environment
Economic value added
Für die Bauern wurde eine attraktiver Nebenerwerb geschaffen, der die kritische Finanzlage der Bergbauern etwas aufbessert. Zudem wird dadurch die Region belebt, indem auch der Tourismus eingebunden wird, was die grösste externe Einnahmequelle im Val Medel/Lucmagn ist. Da das Projekt in dieser Weise erst dieses Jahr richtig läuft, kann noch nicht beziffert werden, wie hoch der Mehrwert effektiv sein wird.
Socio-cultural value added
Der kulturelle Mehrwert besteht einerseits in der Erhaltung der Kulturlandschaft, andererseits im Weiterbestehen der Ziegenhaltung im Tal. Das Projekt hat Bäuerinnen und Bauern jeder Altersklasse (25-79 jährig) motiviert, wieder Ziegen zu halten und an einem Strick zu ziehen, damit diese Tradition nicht verloren geht. Diverse Aktionen wie Vorträge, Gespräche, Broschüren, Käseverkauf etc. wurden gemeinsam ins Leben gerufen und haben dazu geführt, dass das Projekt realisiert werden konnte.
Innovative content
Mit diesem Projekt wird aufgezeigt, dass auch in einem geschützten Gebiet (BLN) und für einen Zweckbau zeitgenössische Architektur umgesetzt werden kann. Dieses Thema wird in den Schweizer Alpen in Zukunft vermehrt auftreten. Zudem hat man für das Tragwerk des Gebäudes eine Holzkonstruktion gewählt, die mit Schnittholz aus der gemeindeeigenen Sägerei im Val Medel erstellt wurde, was ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist und ebenfalls zur Nachahmung empfohlen werden kann.
Good governance
Alle Beteiligten wurden in diversen Gesprächen in die ganze Projektentwicklung mit einbezogen. Zudem wurden von den Architekten Broschüren erstellt und an diverse Institutionen versandt. Auch die unterstützenden Institutionen wurden laufend per Mail oder Post orientiert.
PR impact
Das Projekt wurde bereits an einer Tagung des Bundesamtes für Kultur in Elm in Form eines Vortrages der Architekten einem breiteren Publikum vorgestellt. Zudem erschienen Artikel in folgenden Zeitschriften: Terra Grischuna (Heft 6/2002); BAK-Journal Denkmalfacetten (10/2003); Einst vergessen - bald verschandelt (BAK, Heft 2/2004); tec21 (Fachzeitschrift für Architektur, Ingenieurwesen und Umwelt Nr. 48/2004); Bündner Monatsblatt (Heft 2/2005)
Multiplier effect / networking
Durch die diversen Veröffentlichungen in Zeitschriften und an Vorträgen wurden bereits viele Erfahrungen an ein interessiertes Publikum weiter gegeben. Speziell hat die Denkmalpflege d. Kt. GR schon einige Male das Projekt weiter empfohlen. Auch die eidgenössische Denkmalpflege und das Bundesamt für Kultur haben die Architekten schon mehrere Male auf das Projekt angesprochen und Unterlagen angefordert, welche wiederum weiter gereicht oder publiziert wurden.
Transferability
Grundsätzlich können die meisten Erfahrung aus diesem Projekt auf ähnliche Projekte in der Alpregion übertragen werden, so z.B. die Erarbeitung der Finanzierung, die Unterstützung der Denkmalpflege und des Heimatschutzes und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten von Anfang an, damit alle das gleiche Ziel verfolgen und keine Überschneidungen statt finden.
Images
Neubau des Alpgebäudes von unten, im Hintergrund der Medelsergletscher und das Gebiet der Kulturlandschaft, die von den Ziegen bewirtschaftet wird.

Oberhalb des Alpgebäudes mit Sicht ins Val Medel/Lucmagn, Richtung Lukmanierpass.

Das Alpgebäude ist auch im Winter ein Blickfang. Skitourenfahrer und Schneeschuhwanderer kreuzen oft den Weg.

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