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"100% aus der Region für die Region" - nachhaltige Energieversorgung im Achental

by wolfgangwimmer  —  last modified 2009-05-29 09:25

This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.




Achental (Bayern)

de (Germany)

Yes

2005-03-03

2020 und darüber hinaus

Mr Wolfgang Wimmer
Biomassehof Achental GmbH + CoKG


Mr Wolfgang Wimmer
Biomassehof Achental GmbH + CoKG
w.wimmer@biomassehof-achental.de
:
Das Projekt strebt in modellhafter Weise eine nachhaltige Energieversorgung und -nutzung im gesamten Talraum des Achentals an mit dem Ziel "100% Energie aus der Region für die Region bis 2020". Das technische Ziel einer hocheffektiven und nachhaltigen Nutzung der biogenen Reststoffe ist dabei eingebettet in die Gesamtstrategie des Ökomodell Achental e.V.

"100% from the region for the region" - sustainable energy supply for the Achental

Mitigation measure
  • strategic
  • technical
  • educational
  • Energy supply
  • Building industry and housing
  • Education
  • Forestry

regional, small-scale (association of municipalities, valley region, etc.)

Energieeffizienz
Regionale Wertschöpfung
Zusammenarbeit

Ziele: Aufbau von regionalen Kreisläufen und Wertschöpfungsketten zur Nutzung der Bio-Energie Ressourcen in einer modellhaften Verknüpfung von Bereitstellung, Aufarbeitung und Verbrauch. Es wird größter Wert auf eine möglichst effektive Ressourcen-Nutzung gelegt, die es erlaubt den gesamten Energiebedarf für Heizen und Strom in der Region im Jahr 2020 aus erneuerbaren regionalen Energiequellen zu beziehen. Diese hohe Effizienz wird erreicht durch: - gezielte Erfassung, Aufbereitung und Bereitstellung von allen Bioenergieressourcen in der Region; - Optimierte Logistik und Aufbereitung unter Minimierung des damit verbundenen CO2 Ausstosses; - hochwertige Verwertung der Ressourcen durch Kraftwärme-Kopplung und kleine Nahwärmenetze; - Bedarfsreduzierung durch Einsparmaßnahmen bei Wärme- und Stromverbrauch; Weitere Ziele: Touristische Inwertsetzung; breit angelegte Bewusstseinsbildung für eine nachhaltige, klimaschonende Entwicklung der Region.

- Aufbau einer intensiven interkommunalen Zusammenarbeit im Rahmen des Ökomodells Achental; - Detaillierte Ermittlung der Biomasse-Potentiale und des Energiebedarfs im Rahmen des EU-Projektes "RES-Integration"; - Aufbau und Inbetriebnahme des "Biomassehofs Achental" unter Führung des Ökomodells Achental e.V.; Entwicklung und Umsetzung von ersten Minderungsmaßnahmen, z.B. Kesselumwandlung im Rahmen von Contracting Projekten; - Energiesprechstunden für Bürger; intensive Öffentlichkeitsarbeit; Geplante Maßnahmen: - Aufbau eines "Bio-Energie Forums" mit Einbindung aller maßgeblichen Akteure der Region; - Trainings- und Bildungsmaßnahmen für ausgewählte Zielgruppen (Heizungsbauer, Gastronomie-/Hotelbetreiber, Land- u. Forstwirte) sowie für Bürger, Gäste, Schulklassen; - Entwicklung einer hoch effizienten ORC Verstromung mit Wärmeverwertung in einem großen Nahwärmenetz; technische und wirtschaftl. Optimierung der Aufbereitung der regionalen Biomasse-Ressourcen, z.B. Trocknung mit Abwärme

Geplante Umsetzungsergebnisse: - mehr als 80 % der in der Region vorhandenen Biomasse-Ressourcen werden auf nachhaltige Weise genutzt; - alle maßgeblichen Akteure sind eingebunden und nehmen an Schulungen und Weiterbildung teil; - die mit der Mobilisierung der Biomasse verbundenen Kosten und der Energieaufwand werden auf das geringstmögliche Niveau verringert; - mit Erreichen der Energieautarkie im Jahr 2020 werden in der Region jährlich 128.000 Tonnen CO2 eingespart (Referenzjahr 2006); - die Nachbarregionen und das europäische Ausland werden mit Schulungen, Führungen und der Öffentlichkeitsarbeit über das Projekt informiert; durch Nachfolgeprojekte werden weitere CO2 Einsparungen in Höhe von 500.000 Tonnen erwartet; - die Energiekosten der Region werden auf das Niveau des Jahres 2007 eingefroren; - Die Werbung der Region als Tourismus Destination nutzt intensiv das positive Image der Bioenergieregion

Assessment criteria for the Jury’s decision


- Einsparung von jährlich 128.000 Tonnen CO2 bei Erreichen der Enerieautarkie 2020; - nach Umsetzung des Nahwärmenetzes Grassau (2011) werden pro Jahr 5300 Tonnen CO2 eingespart; - Das Projekt zeigt intensiv die positiven Effekte der Bioenergie für die bestehenden Wirtschaftsstrukturen (Landwirtschaft, Forst, Heizungsbauer) auf, sowie für neue Beschäftigungseffekte und schließlich für das Image als Tourismus-Destination. Damit werden andere Regionen zur Nachahmung inspiriert. - Das Projekt weist modellhaft nach, wie aus den vorhandenen Bioenergie Ressourcen der größte energetische Nutzen geschaffen wird; - das Projekt zeigt examplarisch neue Kooperationsmodelle zum Klimaschutz auf; - Durch Sekundäreffekte und weitere Maßnahmen im Rahmen des Ökomodells Achental werden weitere positive Klimawirkungen erzielt (z.B. Erhalt der großen Moorflächen, Energieeinsparungen, kurze Wege, nachhaltiger Tourismus, keine Schneekanonen,...)

Negative Folgen werden verringert, in dem ein Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels geleistet wird (Ressourcenschonung, CO2 Reduktion). Durch die intensive Kooperation mit dem Forst und den Waldbauern wir ein schonender Umbau und eine nachhaltige Nutzung der Bergwälder unterstützt, ohne die unser Talraum unbewohnbar werden würde. Durch intensive Zusammenarbeit mit Landwirtschaft und Wasserwirtschaft im Rahmen des Ökomodells werden Retentionsräume wie Auwiesen, Moore, Auwälder, Streuwiesen etc. erhalten. Durch Positionierung der Region für nachhaltigen Wintertourismus wird Geld gespart (keine Schneekanonen etc.) und werden langfristig Gäste gewonnen. Der Bewusstseinswandel (hoffentlich) durch den Klimawandel wird für Maßnahmen der nachhaltigen Entwicklung genutzt.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Landscape X
Alpine ecosytems/biodiversity X
Water, soil, air X
Others X

Landschaft: Nachhaltige Gewinnung von Biomasse ohne Monokulturen, Stabilisierung der traditionellen Wirtschaftsstrukturen (Alm, Forst, Landwirtschaft) durch Zusatzeinkommen für die Landwirte. Ökosysteme/Biodiversität: Erhalt und Pflege von Biotopen (Almen, Hecken, Streuwiesen) durch attraktive Verwertung des bei der Landschaftspflege anfallenden Materials. Luft: Verbesserte Luftreinhaltung durch Verwendung von Premium Heizstoffen; Keine Verschmutzungsgefahr für Wasser und Boden wie bei Öl; Andere: Verringerung von LKW Transporten durch Schaffen von regionalen Kreisläufen
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Social justice X
Co-determination/participation X
Regional/cultural identity X
Others X

Soziale Gerechtigkeit: Stärkung des ländlichen Raumes, Perspektive für Handwerk, Landwirtschaft und junge Leute; Partizipation: Aufbau eines Netzwerkes, eines Bio-Energie-Forums als partizipativer, moderierter Prozess; Runde Tische und Ideenworkshops sind Grundlage aller Projekte und Maßnahmen; Einbindung und Information einer breiten Öffentlichkeit ist wie bei allen Ökomodell-Projekten Grundprinzip; Die regionale Identität wird gestärkt durch den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten und der Aufklärung über regionale Zusammenhängen. Akteure werden vernetzt; die Identifikation mit der Heimat wird gestärkt, das regionale Selbstbewusstsein steigt, die Lebensqualität in der Region wächst;
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Employment X
Value added/income X
Know-how/competitiveness X
Others

- Stärkung der traditionellen Strukturen in Land- u. Forstwirtschaft durch Verbesserung der Absatzmöglichkeiten für land- und forstwirtschaftl. Abfallprodukte (insg. 500 Arbeitsplätze im Achental); - Stärkung des regionalen Handwerks, z.B. Heizungsbau durch Kesselwechsel, Einbau Solaranlagen und Beratungsleistungen (insg. 4500 Arbeitspl.); - Ausbau des Tourismus durch touristische Inwertsetzung der Bio-Energieregion (insg. 1700 Arbeitspl.); - Neue Arbeitsplätze im Bereich Logistik und Energieholz Dienstleistungen (Biomassehof Achental: 5, Nahwärme Grassau: 3, weitere Bioenergie Projekte: mind. 15); Wertschöpfung bleibt verstärkt in der Region, Einkommen für Landwirte, Handwerker etc. steigt; Know-How und Wettbewerbsfähigkeit steigen durch zukunftsgerichtete Technologien und Maßnahmen

Von Anfang wird das Projekt von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begleitet (Presseberichte, Berichte in den Gemeindezeitungen, Infozeitung, Infoveranstaltungen, öffentliche Gemeinderatssitzungen, Internet, Tag der offenen Tür am Biomassehof, Infostände bei Veranstaltungen,...). Durchführung von kostenlosen Energiesprechstunden für Hausbesitzer (ca. 100 Pers/Jahr); Vorträge und Führungen unter Nutzung des extra dafür eingerichteten Seminarraums am Biomassehof (ca. 100 Pers/Monat, Tendenz steigend); Führungen für Schulklassen zum Thema Klimawandel/Energie/regionale Kreisläufe: im Aufbau begriffen, soll noch ausgebaut werden (bisher ca. 10 Klassen/Jahr, Ziel: 100 Klassen/Jahr = ca. 2500 Schüler)

Das Projekt achtet auf größtmögliche Übertragbarkeit auf andere ländliche Regionen im Alpenraum. Dies ist einerseits dadurch gesichert, dass das Achental in seiner wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Struktur sehr weit dem Durchschnitt der Alpenregionen entspricht. Bei allen erarbeiteten Konzepten wird Wert darauf gelegt, dass sie in ihren Ansätzen auch auf andere Regionen übertragbar sind. Bspw. werden nur Projekte angepackt, die auch ohne Fördermittel umsetzbar sind. Zudem werden nur Technologien eingeführt, die marktreif und erhältlich sind. Das große Interesse, das an dem Projekt „Ökomodell Achental“ und dem Biomassehof Achental bereits jetzt besteht, bestärkt darin, dass die Ergebnisse für viele Regionen nutzbar sind.

Das Projekt ist in die Gesamtstrategie des Ökomodell Achental eingebettet. Weitere klimarelevante Maßnahmen u.a.: Erhalt der ausgedehnten Moorlandschaften (Kohlenstoffsenken); Förderung einer naturnahen, möglichst ökologischen Landwirtschaft, dadurch kurze Wege (Direktvermarktung bzw. regionale Molkerei), geringer Energieaufwand d. landw. Produktion; Nachhaltiger Tourismus, insb. Wintertourismus (keine Schneekanonen, kostenlose Busse im Sommer + Winter, Förderung Rad- und Wandertourismus, dezentrale touristische Strukturen); Thema Klimawandel, regionale Kreisläufe, Erneuerbare Energien wird eingebunden i. d. intensive Umweltbildungsarbeit des Ökomodell Achental. Alle Maßnahmen des ÖA dienen letztlich dem Klimaschutz und stabilisieren die Region ökologisch und ökonomisch.

Further information


Technik: größtmögliche Effizienz und Umweltfreundlichkeit, Naturverträglichkeit und CO2 Neutralität bzw. CO2 Einsparungen bei allen Produktionsschritten. Hohe Qualitätsstandards. Sehr kurze regionale Transportwege. Maximierung der Effizienz der Energienutzung bei den Endverbrauchern. Völlig neue Wege im Bereich Kooperation (Kommunen - regionale Akteure); Touristische Inwertsetzung d. Themas

bisher ca. 2.000.000,--

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Workshops; Ausbau der Beratung für Personen in der Region aber auch für andere Regionen (Wissenstransfer); Umweltbildung für Kinder- und Erwachsene; Aufbau eines Netzwerkes (Netzwerkbüro zur Koordination und Moderation des Prozesses) im Achental zur Einbeziehung aller relevanten Akteure und Stärkung des Ehrenamtes

Online information on the measure


Website des Biomassehof Achental mit aktuellen Informationen zum Biomassehof und zum geplanten Fernwärmenetz Grassau
http://www.biomassehof-achental.de


Website des Ökomodell Achental e.V., das seit 1999 eine nachhaltige Entwicklung des Achentals vorantreibt. Das Projekt "100% aus der Region für die Region" ist ein aktuelles Schwerpunktprojekt des Ökomodell Achental.
http://www.oekomodell.de


Website des EU-Projektes "RES-Integration", bei dem das Ökomodell Achental zusammen mit seinen österreichischen Nachbargemeinden im Tiroler Leukental Modellregion war. Im Rahmen dieses Projektes wurde mittels einer Potenzialanalyse und einer breiten Öffentlickeitsarbit der Grundstein für die Umsetzungsmaßnahmen gelegt.
http://www.res-integration.com

:

Organisations of civil society

Biomassehof Achental GmbH und CoKG, eine Tochtergesellschaft des Ökomodell Achental e.V. auf der Basis eines PPP-Modells (Public-Private Partnership). Der Biomassehof Achental ist das Zentrum für die Umsetzung aller Maßnahmen zum Thema nachhaltige und sparsame Energienutzung aus der Region für die Region.

Ökomodell Achental e.V. (Zusammenschluss von Bürgern und 7 Gemeinden mit dem Ziel einer nachhaltigen Regionalentwicklung); Möglichst viele regionale Akteure werden eingebunden (Handwerk, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Hausbesitzer, Schulen,...)

Photos, illustrations, documents


Auf einer öffentlichen, gemeinsamen Gemeinderatssitzung aller Achentalgemeinden wurde das Konzept und die Vision für die nachhaltige Energieversorgung im Achental d. breiten Öffentlichkeit vorgestellt


Der Spatenstich im Februar 2007 mit Landtagspräsident Alois Glück war der Startschuss für den Bau des zentralen Biomassehofes im Achental und damit der Startschuss in die Umsetzung von Maßnahmen


Der Biomassehof Achental steht und ist zum Motor für die weitere Entwicklung geworden. Hier wird auch die Heizanlage für das Fernwärmenetz Grassau entstehen.

Other documents

Neue Energien für Achental und Leukental: Potentialabschätzung und Leitvision für eine Musterregion für die Nutzung lokaler Energiequellen im ländlichen Raum, WIP München, Juni 2005

Flyer des Biomassehof Achental

Präsentation des Projektes "Fernwärmeversorgung Grassau"

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