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Wetterderivate zum Management von Wetterrisiken

by rwiesner  —  last modified 2008-08-06 12:15

This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.




Tirol

at (Austria)

2006-10-01

36 Monate

Mr Robert Wiesner
alpS


Mr Robert Wiesner
alpS
wiesner@alps-gmbh.com
:
In zahlreichen Branchen - v.a. bei Energieunternehmen, der Landwirtschaft o. der Freizeitindustrie - sind die betrieblichen Erfolgsgrößen vom Wetter beeinflusst. Mit dem Klimawandel gewinnen Instrumente zur Absicherung von Ertragsrisiken aufgrund adverser Wetterausprägungen zunehmend an Bedeutung. Daher wurden im Projekt Wetterderivate und ihre Einsatzmöglichkeiten zum Management von Wetterrisiken analysiert. Ein Teilergebnis des Projektes ist, dass die Hypo Tirol Bank Wetterderivate vermittelt.

Weather Derivatives and Weather Risk Management

Adaptation measure
  • financial
  • strategic
  • Natural hazards management
  • Energy supply
  • Tourism
  • Agriculture

regional, large-scale (federal province, region, département/province, Canton, etc.

Absicherung gegen negative Wetterereignisse
Finanzieller Risikotansfer
Ergebnisstabilisierung

Mit systematischem Wetterrisikomanagement soll die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig gesichert werden. Besonders im Hinblick auf erhöhte Klimavariabilität können Wetterderivate in Zukunft ein bedeutender Faktor im Risikomanagement eines Unternehmens sein. Wetterderivate helfen Cash Flows und Erträge zu stabilisieren, sie reduzieren das Risiko, in finanzielle Notlagen zu geraten, sie erhöhen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, erweitern die Investitionsmöglichkeiten und schaffen insgesamt ein stabiles Planungsumfeld. Ziel des Projektes war/ist es, Wetterderivate und ihre Einsatzmöglichkeiten im Tiroler Wirtschaftsumfeld zu untersuchen. Daraus sollen Implikationen bezüglich der Markteinführung von Wetterderivaten in Tirol abgeleitet werden. Es wird erwartet, dass Wetterderivate mit zunehmender Marktreife auch in Tirol vermehrt zur Anwendung gelangen, da sie ein aktives und flexibles Management von Wetterrisiken erlauben.

Das Themenfeld Wetterderivate wurden bei alpS gemeinsam mit der Universität Innsbruck (Prof. Dr. Matthias Bank) und in Zusammenarbeit mit dem Unternehmenspartner Hypo Tirol Bank bearbeitet. Zunächst wurde ein Überblick über die Charakteristika von Wetterderivaten, ihren Märkten und Marktteilnehmern gegeben. Mit Hilfe eines umfassenden Kriterienkataloges wurden Wetterderivate ausführlich hinsichtlich potentieller Vor- und Nachteile analysiert. Im Anschluss an diese Grundlagenarbeit wurde eine Befragung von 275 potentiell wettergefährdeten Unternehmen in Form standardisierter Interviews durchgeführt. Ziel der Studie war es, erstmalig die Motive der Endnutzer für bzw. gegen den Einsatz von Wetterderivaten detailliert zu untersuchen. In diesem Rahmen werden ebenfalls die Risikowahrnehmung und die Risikomanagement-Praktiken der teilnehmenden Unternehmen analysiert. Aus den Ergebnissen wurden Implikationen für die Vermarktung von Wetterderivaten abgeleitet.

Das Projekt hat dazu geführt, dass die Hypo Tirol Bank als Vermittler von Wetterderivaten am Tiroler Markt auftritt. Entsprechende Instrumente waren bisher nur im eingeschränkten Umfang verfügbar. Für potentielle Endkunden besteht somit ein verbesserter Zugang zu Wetterderivaten. Flankiert wurden dieses Angebot durch Informationsveranstaltungen, in denen Wetterderivate und ihre Funktionsweise detailliert vorgestellt wurden. Im Rahmen der Umfrage zeigte sich nämlich sehr deutlich, dass fehlendes (Fach-)Wissen einen Haupthinderungsgrund bei der Nutzung von Wetterderivaten ist.

Assessment criteria for the Jury’s decision


Die eingereichte Massnahme trägt nicht direkt zur Verminderung des Klimawandels bei. Es handelt sich um eine Anpassungsmassnahme.

Mögliche negative Folgen des Klimawandels sind in der zunehmenden Klimavariabilität auszumachen. In Tirol sind z.B. die Wintertourismusgebiete durch ausbleibenden Schneefall oder auch durch Starkschneefälle gefährdet. Während die Entwicklung des Wetters weiterhin unkontrollierbar bleibt, existiert jedoch mit Wetterderivaten ein innovatives Finanzinstrument, das durch Wetterfluktuationen verursachte finanzielle Verluste abmildern kann. Ihre Nutzung erlaubt es, die betrieblichen Erfolgsgrößen zu stabilisieren und einen Teil des Wetterrisikos an den Finanzmarkt bzw. an Gegenparteien zu transferieren.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Landscape X
Alpine ecosytems/biodiversity X
Water, soil, air X
Others X

Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Social justice X
Co-determination/participation X
Regional/cultural identity X
Others X

Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Employment X
Value added/income X
Know-how/competitiveness X
Others

Der Einsatz von Wetterderivaten schafft Untermehmen ein stabiles Planungsumfeld. Neben Energieunternehmen, weist besonders die (Winter-)Tourismusbranche ein hohes Anwendungspotential für Wetterderivate auf. Negative Auswirkungen von Wetterereignissen, wie z.B. der schneearme Winter 2006/2007, der in Kündigungen (z.B. bei Atomic) und Gewinneinbußen resultierte, können wirksam vermieden werden.

Zum Thema Wetterderivate gab es im Jahr 2007 eine Pressekonferenz, ein Unternehmerfrühstück, Impulsvorträge und Abende, an denen potentiellen Endkunden diese Instrumente detailliert vorgestellt wurden. An einer Bewusstseinsbildung wird somit aktiv gearbeit, v.a. soll Wissen über Wetterderivate und ihre Anwendungsmöglichkeiten aufgebaut werden.

Wetterderivate lassen sich in verschiedensten Regionen und Wirtschaftszweigen anwenden. Die Ergebnisse sind somit sehr gut übertragbar.

Wetterrisikomanagement mit Hilfe von Wetterderivaten ist als ein Teil eines Massnahmenbündels zu sehen. Betrachtet man bspw. den Wintertourismus wird die Hauptanpassungsmaßnahme auch weiterhin die künstliche Beschneiung sein. Darüber hinaus wird versucht, das Angebotsspektrum auszuweiten (Wellness etc.), um das Geschäftsfeld zu diversifizieren. Wetterderivate schwächen zusätzlich die finanziellen Auswirkungen eines schlechten Winters ab. Insgesamt, sind Wetterderivate als ein Teilbaustein unterschiedlicher Anpassungsmassnahmen zu sehen, die alle die Wettbewerbs- und Überlebensfähigkeit eines Unternehmens steigern. Im Rahmen eines weiteren Projektes soll untersucht werden, wie die Attraktivität von Wetterderivaten für klein- und mittelständische Unternehmen gesteigert werden kann.

Further information


Wetterderivate existieren zwar schon seit längerem, aber mit diesem Projekt wurde erstmals ihre Anwendbarkeit in Tirol untersucht. Die durchgeführte empirische Studie stellt die erste fundierte Untersuchung der Nachfrageseite dar, eine vergleichbare Arbeit ist bisher nicht bekannt. Die Arbeit weist daher einen innovativen Charakter auf.

230000

Reisekosten und Teilnahmegebühren an wissenschaftlichen Konferenzen / Datenkauf (Wetterdaten) für weitere Studien bzgl. Basisrisiko von Wetterderivaten / weitere Studie zur Risikowahrnehmung und Risikoeinstellung bzgl. Wetterrisiken

Online information on the measure


Kompetenzzentrum alpS
http://www.alps-gmbh.com


Pressekonferenz zu Wetterderivaten
http://www.uibk.ac.at/ipoint/news/uni_und_wirtschaft/452575.html

:

Other private bodies

alpS - Zentrum für Naturgefahren Management alpS leistet durch angewandte Forschung und Entwicklung einen wesentlichen und nachhaltigen Beitrag zur Sicherung alpiner Lebens- und Wirtschaftsräume. Die Tätigkeit von alpS dient dem Schutz der Menschen, des privaten und gesellschaftlichen Vermögens und der Erhaltung der Rahmenbedingungen in alpinen Lebensräumen.

Universität Innsbruck, Institut für Banken und Finanzen, Univ.-Prof. Dr. Matthias Bank, CFA. Hypo Tirol Bank AG, Mag. Helmuth Rieder

Photos, illustrations, documents


Beispielhaftes Auszahlungsprofil einer Long-Put-Wetteroption zur Absicherung der Auswirkungen eines überdurchschnittlich warmen Winters

Other documents

Information der Hypo Tirol Bank zu Wetterderivaten im Industriemagazin




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