Herausforderung Klimawandel – mit abgestimmten und robusten Maßnahmen Klima und Bevölkerung bestmöglich schützen
by
phspaeth
—
last modified
2011-01-14 10:51
This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.
Region Murau (Obersteiermark)
at (Austria)
Yes
2007-08-01
2 Jahre
Mr Philipp Späth
Institute of Forest and Environmental Policy
Mr Philipp Späth
sowie Josef Bärnthaler, Energieagentur Obersteiermark (für 'Energievision Murau')
spaeth@ifp.uni-freiburg.de
:
Klimaschutz und Anpassung an Klimawandel erfordern abgestimmte Maßnamen angesichts nicht genau bekannter Gefahren. Für Regionen ergeben sich spezifische Herausforderungen aber auch spezifische Chancen (z.B. Bioenergie, relativ kühles Klima ...). Inzwischen können auch regionale Klimaszenarien genutzt werden. Dieses Projekt entwickelt -exemplarisch für den Bezirk Murau (Steiermark)- einen Abstimmungsprozess, in dem lokale Fachleute koordinierte und möglichst robuste Strategien entwickeln können.
Klimaschutz und Anpassung an Klimawandel erfordern abgestimmte Maßnamen angesichts nicht genau bekannter Gefahren. Für Regionen ergeben sich spezifische Herausforderungen aber auch spezifische Chancen (z.B. Bioenergie, relativ kühles Klima ...). Inzwischen können auch regionale Klimaszenarien genutzt werden. Dieses Projekt entwickelt -exemplarisch für den Bezirk Murau (Steiermark)- einen Abstimmungsprozess, in dem lokale Fachleute koordinierte und möglichst robuste Strategien entwickeln können.
Towards robust planning and co-ordination of regional action on climate change
Adaptation measure
- strategic
- technical
- Foresight
- Spatial planning
- Forestry
- Agriculture
- Tourism
regional, small-scale (association of municipalities, valley region, etc.)
Integrierte Maßnahmen-Portfolios für Anpassung und Klimaschutz
Intersektorale Abstimmung
Nutzung regionaler Klimaszenarien
Da die bestehenden Institutionen der Regionalentwicklung durch den Klimawandel vor ganz neue Herausvorderungen (Unsicherheit, Wechselwirkungen, etc.) gestellt sind, ist das bestmögliche Verfahren zur Abstimmung von integrierten Maßnahmenportfolios (mögl. effektive & effiziente Anpassung & Klimaschutz) erst neu zu entwickeln. Dabei sind intersektorale Koordination & die Prüfung der Robustheit von Maßnahmenbündeln unter verschiedenen Szenarien (im Hinblick auf Klima & gesellschaftliche Entwicklung) notwendig. In diesem Projekt wird mit diesen Elementen & mit 6 'Prinzipien der Maßnahmenplanung' experimentiert, um ein Modell zu entwickeln, das ähnliche Regionen übernehmen können. Ziele: a) eine fruchtbare Diskussion unter Fachleuten und der Bevölkerung in Murau anzustoßen, wie Gefahren effektiv & effizient & flexibel begegnet & Chancen optimal genutzt werden können. b) Ein übertragbares Modell für solche regionalen Diskussionsprozesse in die internationale Diskussion einzubringen.
#In der Region Murau werden mehrere Workshops durchgeführt in denen Stakeholder aus der Region eingeladen sind, gemeinsam Strategien der Anpassung an die zu erwartende Klimaveränderung für einen Zeithorizont 2041-2050 zu entwickeln. # Angestoßen wird der Prozess durch regional spezifizierte Klimaszenarien basierend auf einem regionalisierten Klimamodell für den alpinen Raum. # Zunächst wurden internationale Beispiele von regionalen Prozessen auf evt. Übertragbares untersucht(SEERA, AMICA...). # Gemeinsam mit den lokal verantwortlichen Fachleuten wird in Murau ein Verfahren der sektoralen & intersektoralen Abstimmung anhand verschiedener Szenarien (robuste Maßnahmen-Portfolio) entwickelt. # Dieses Verfahren wird dann durch die regionalen Fachleute umgesetzt, wobei sie durch ExpertInnen verschiedener Fachrichtungen unterstützt werden (Regionalplanung, Klimamodellierung, Politikwissenschaft u.a.) # Die Übertragbarkeit v. Erfahrungen wird m. internationalen Fachleuten kritisch diskutiert
Nach weniger als der Hälfte der Laufzeit und einem ersten Stakeholder-Workshop in Murau zeichnen sich bereits folgende Erkenntnisse ab: # Für die Identifizierung und Gewinnung relevanter, kompetenter & geeigneter TeilnehmerInnen ist eine regional bestens verankerte und anerkannte Einrichtung von größter Wichtigkeit, um einen breitest möglichen partizipativen Prozess zu gewährleiten # Die wissenschaftlichen Impulse (Klimaszenarien) müssen von höchster Qualität sein und sehr sorgfältig kommuniziert werden (Umgang mit Unsicherheiten, Detaillierungsgrad etc.), da sie existenzielle Interessen von Stakeholdern berühren (Tourismus, E-Wirtschaft, Landwirtschaft...). Es ist zunächst ein vertrauensvoller Rahmen für eine offene Diskussion zu schaffen. # Die Zusammensetzung von verschiedenen Diskussionsrunden mit unterschiedlichen TeilnehmerInnen (Agenden, Artikulationsinteresse etc.), sowie deren Moderation erfordert viel Überlegung und Kenntnis der potentiellen TeilnehmerInnen.
Assessment criteria for the Jury’s decision
# Indem möglichst effiziente Kombinationen von Anpassungsmaßnahmen & Klimaschutzmaßnahmen integrativ diskutiert werden, können die verfügbaren (Geld-)Mittel auch im Sinne des Klimaschutzes langfristig optimal genutzt werden. # Die bereits begonnenen Maßnahmen des Klimaschutzes werden gegenüber Stimmungsschwankungen angesichts dringlicher Maßnahmen zur Anpassung (Selbst-Schutz) abgesichert. # In der Diskussion regionaler Klima-Szenarien werden außerdem neue Handlungsansätze entwickelt und der bereits seit 2003 laufende Partizipationsprozess (Energievision Murau) unterstützt, dessen Ziel es ist, bis 2015 auf Basis erneuerbarer Energieträger energieautark zu werden, und die regional verfügbaren Ressourcen nachhaltig zu erschließen. # Durch diese Unterstützungswirkungen kann mehr CO2 eingespart werden. # Der genaue Betrag ist prinzipiell unsicher, d.h. derzeit nicht seriös in Zahlen auszudrücken, aber mit größter Sicherheit positiv.
# Die sofortige, und damit gegenüber dem Status Quo vorgezogene, Diskussion von Klimaszenarien und Anpassungsstrategien ermöglicht eine frühzeitigere Entwicklung und bessere Abstimmung von Anpassungsmaßnahmen, und damit die zielgerichtete und (sehr wahrscheinlich) effizientere Nutzung von Chancen (z.B. bei Siedlungsentwicklung und Tourismus) und Begrenzung von Gefahren (z.B. bei Siedlungsentwicklung, Tourismus, Forst- und Landwirtschaft). # Dies wird sich erst retrospektiv in Zahlen ausdrücken lassen, der Betrag ist aber mit größter Wahrscheinlichkeit positiv, da bewußt robuste Strategien gewählt werden können.
| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Landscape | X | ||
| Alpine ecosytems/biodiversity | X | ||
| Water, soil, air | X | ||
| Others | |||
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# Identifikation und Begrenzung nicht-intendierter ökologischer Effekte von Anpassungsstrategien (Wasserkraft, Beschneiung...), # Achtsamkeit auf bestmöglicher Nutzung von Synergie-Effekten (Anpassung + Klimaschutz) |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Social justice | X | ||
| Co-determination/participation | X | ||
| Regional/cultural identity | X | ||
| Others | |||
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# Durch die Diskussion (unter regionalen Fachleuten und der Bevölkerung) über Gewinner & Verlierer des Kimawandels und einzelner Anpassungsstrategien wird Bewusstsein für die Problematik Klimawandel geschaffen. # In Verbindung mit der Energievision werden konkrete Handlungsansätze, Angebote und Umsetzungsprojekte erarbeitet, und zum Handeln angeregt (z.B Heizungstausch, Solaranlagen usw.). Somit entsteht eine umsetzungsorientierte Synergie zwischen der Diskussion zum Klimawandel und zur 'Energievision Murau'. # Der Prozess führt zur Identifikation regional spezifischer Herausforderungen und spezifischer, d.h. 'EIGENER' Potentiale zur aktiven Nutzung der Chancen und Begrenzung der Gefahren, und kann so auch die Motivation zum Handeln und Umsetzen verstärken. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Employment | X | ||
| Value added/income | X | ||
| Know-how/competitiveness | X | ||
| Others | |||
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# Es werden robuste Strategien für die verschiedenen Sektoren (LW/FW, Tourismus) und ihre Integration in sektorübergreifende und langfrisitge, robuste Strategien (hinsichtlich versch. Entwicklungsszenarien u.a. der anderen Sektoren & des Klimas)diskutiert. # Die wirtschaftliche Entwicklung kann damit frühzeitig auf kollektive Strategien ausgerichtet werden. # Direkte Wertschöpfung wird im Bau- und Baunebengewerbe geschaffen, durch energieoptimiertes und ökologisches Bauen und Sanieren, durch Kesseltauschaktionen, Biomasse-Nahwärmeanlagen, Biogas, Solar, Wind und Kleinwasserkraft. |
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# Die Szenarien & Handlungsempfehlungen unterstützen die Arbeit der regionalen Stakeholdern in verschiedene Gremien (Bürgermeisterkonferenzen, LEADER, Regionalmanagement usw.) und regen eine öffentliche Diskussion an, indem sie von regionalen Akteuren als Grundlage für sektor- & zielgruppenspezifische Veranstaltungen genutzt werden können(Bewusstsein zu schaffen und zum Handeln anzuregen). # Transregional werden die Erfahrungen aus diesem Verfahren der Fachöffentlichkeit durch Publikationen, bei wissenschaftlichen Veranstaltungen und Netzwerktreffen nahe gebracht und zur Diskussion gestellt.
# Grundsätzlich sind viele Aspekte und Prinzipien eines solchen partizipativen, vorausschauenden (Foresight-) Verfahrens zwischen Regionen übertragbar. Anpassungsnotwendigkeiten sind abhängig von kulturellen und institutionellen Voraussetzungen der Regionen (wie Verwaltungsstrukturen, das Vorhandensein eines lebendigen Vereinswesens, von Initiativen wie der Energievision Murau etc.). Insbesondere ist auch auf die spezifische wirtschaftliche Struktur der jeweiligen Region Rücksicht zu nehmen. # Solche Übertragbarkeitsüberlegungen sind zentraler Gegenstand des Projektes. Entsprechend ist ein eigenes Arbeitspaket entsprechenden Diskussionen mit bereits identifizierten internationalen Fachleuten und VertreterInnen ähnlicher Regionen in Österreich gewidmet.
# Die Maßnahme entspricht exakt den Forderungen von UNFCC, Agenda 21, Nationalem Klimaschutzplan - u.a. nach partizipativer Umsetzung. Dies einzulösen stand bisher noch aus (zumindest in kleinen, ländlichen Regionen). Das Projekt bildet daher einen wichtigen Beitrag zur Verknüpfung von top-down & bottom-up Ansätzen. # Umsetzungs- und Anpassungstrategien lokal & partizipativ zu entwickeln, soll diese vor Ort verankern, und kann damit eine effiziente und nachhaltige Umsetzung von EU- und nationalen Klimastrategien erst ermöglichen (u.a. durch gegenseitige Rückkoppelungen). # Der partizipative Prozess ist so angelegt, dass sowohl Verminderungs als auch Anpassungsstrategien entwickelt werden. Daher kann z.B. berücksichtigt werden, wo Widersprüche in Gesamt-Maßnahmen-Portfolios auftreten.
Further information
# Es wird erstmals für eine ländliche Region in Österreich ein Prozessdesign entwickelt und erprobt, in dem regionale Portfolios an Maßnahmen zur Vermeidung von & Anpassung an den Klimawandel verbunden werden. Schwerpunkte liegen auf der Verbindung regionaler Perspektiven und Lernprozesse mit den nat. und internat. Entwicklungen und auf den Möglichkeiten & Hürden intersektoraler Politikabstimmung.
70.000
Durchführung eines zusätzlichen Symposiums in der Steiermark für Adressaten aus dem gesamten Alpenraum. Einladung namhafter ReferentInnen, u.a. zum Vergleich mit internationalen Erfahrungen. Weitere Verbreitung der Ergebnisse in einer (mehrsprachigen) Broschüre (in Abprache mit CIPRA).
:
Universities or other education institutions
Das IFZ ist ein Kompetenzzentrum für Fragen der sozial- und umweltverträglichen Technikgestaltung und sozialer Lernprozesse. Ziel des IFZ ist es, Zusammenhänge zwischen Technik, Wissenschaft und Gesellschaft zu erforschen und auf dieser Basis neue Zugänge zum gesellschaftlichen Umgang mit Technik und Klimawandel zu entwickeln. Themenschwerpunkte: * ökologische Produktpolitik * Energie & Klima u.a.
# Austrian Research Centers GmbH - ARC, Bereich systems research, Klaus Kubeczko # Energieagentur Obersteiermark, Josef Baernthaler # lokale EntscheidungsträgerInnen und PlanerInnen (stakeholder)
Photos, illustrations, documents
Fachleute aus der Region Murau diskutieren in sog. Stakeholder-Workshops möglichst widerspruchsfreie, robuste und effiziente Maßnahmenpakete zur Anpassung an den & die Minderung des Klimawandels.
Jede Region bietet sehr spezifische Potentiale für Klimaschutzmaßnahmen und erfordert spezifische Anpassungen an den Klimawandel. Diese müssen in interdisziplinären Diskussionen identifiziert werden.