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Klimaneutrale Winterpauschalen in Arosa

by kkeyser  —  last modified 2010-05-10 09:33

This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.




Arosa in Graubünden

ch (Switzerland)

2006-09-01


Mr Moritz Lehmkuhl
ClimatePartner GmbH & Co. KG


Ms Katharina Keyser
ClimatePartner
kkeyser@climatepartner.com
:
ClimatePartner hat in Zusammenarbeit mit Arosa Tourismus "klimaneutrale Winterpauschalen" entwickelt. Jeder Gast, der seinen Urlaub über Arosa Tourismus bucht, hat die Möglichkeit, diesen klimaneutral auszuführen. Hierfür werden die CO2-Emissionen, die durch Anreise, Übernachtungen und Freizeitaktivitäten vor Ort [z.B. Skifahren mit Liftnutzung] erfasst und im Anschluss durch die Investition in hochwertige Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Die Kosten trägt Arosa Tourismus.

climateneutral package holidays in Arosa

Adaptation measure
  • strategic
  • Tourism
  • Transport and mobility

local

Klimaneutrale Angebote
Sensibilisierung für den Klimawandel
Bewusstes Reisen mit Verantwortung

Es sollte gezeigt werden, dass während noch über mögliche Klimaschutzmaßnahmen im Tourismus diskutiert wird, ein Wintersportort in der Schweiz die Initiative ergreift und effektiven Klimaschutz intelligent umsetzt. Mit den klimaneutralen Winterpauschalen werden Gäste für den Klimawandel sensibilisiert und es wird durch den Emissionsausgleich ein Beitrag im freiwilligen Klimaschutz geleistet. Das Klimaschutzengagement gilt als Vorzeigeprojekt im Tourismus. Das Projekt erzeugt große Medienaufmerksamkeit und zielt darauf ab, die Kundenbindung an den Tourismusort Arosa weiterhin zu festigen und neue Gäste für Arosa zu begeistern. Ziel ist es auch, zu zeigen, dass ein Urlaub in Arosa prinzipiell klimafreundlicher ist, als in anderen Urlaubsorten. Arosa bezieht Strom aus Wasserkraft und verfügt über eine moderne, hochwertige Hotellerie. Arosa bietet klimafreundliche Anreiseoptionen und sanfte Mobilität vor Ort [Gratis-Ortsbusse] und Heimfahrerpisten. Ziel ist der "Urlaub vom Auto".

Jeder Gast, der seinen Urlaub und dessen Emissionen klimaneutral stellen lässt, füllt einen Erfassungsbogen aus. Abgefragt werden: Anreiseart, Verkehrsmittel, Fahrzeugtyp, Entfernung, Anzahl der Übernachtungen, Hotelname und Ski-/ Wanderurlaub. Anhand der Daten ermittelt ClimatePartner die entstandenen CO2-Emissionen und gleicht diese Summe über anerkannte Klimaschutzprojekte [bisher Biogas] aus. Der Gast erhält über den Ausgleich der CO2-Menge eine Urkunde, die die Löschung/Stilllegung der Emissionszertifikate bestätigt. Jede Urkunde trägt eine Referenznummer, mit der die Investition in das Klimaschutzprojekt zurück verfolgt werden kann. Der Ausgleich wird auch in der ClimatePartner Zertifikatebuchhaltung fixiert, die stets von einer dritten Stelle kontrolliert wird. ClimatePartner erstellte für die Homepage Arosas einen Klimarechner, der eine persönliche Klimabilanz erstellt.

In der ersten Saison [06-07] wurden 300 klimaneutrale Winterferienpauschalen gebucht und damit ca. 4500 Logiernächte erzielt, was zur Kompensation von ca. 45 Tonnen CO2 führte. Daneben stieg die Nutzung der Bahnanreise; immer mehr Gäste entscheiden sich bewusst für eine Reise nach Arosa, und damit gegen einen klimaschädlichere Reise in einen anderen Tourismusort oder eine Fernreise. Arosa gilt als Vorzeigebeispiel wie Klimaschutz intelligent im Tourismus umgesetzt werden kann. Der Sensibilisierungseffekt wurde erreicht. Zahlreiche Gäste wollten mehr über den Mechanismus der Klimaneutralität und deren Hintergrund wissen. Dank der vorangegangen Aufklärungsarbeit durch ClimatePartner war dies den Angestellten von Arosa Tourismus ohne weiteres möglich. Auch die Einwohner Arosas wurden über das Engagement informiert und somit gleichermaßen für die Klimaproblematik sensibilisert. Die Gäste erfahren, dass Klimaschutz nicht gleichzusetzen ist mit Verzicht, sondern mit Bewusstseinswandel.

Assessment criteria for the Jury’s decision


Es wurden ca. 45 Tonnen an klimaschädlichem CO2 durch Kompensation eingespart. Das geförderte Klimaschutzprojekt [Biogasanlage in Süddeutschland] wurde nach den Richtlinien des Kyoto-Protokolls entwickelt und erfüllt das Kriterium der Zusätzlichkeit. Das Bewusstsein der Reisenden für das Klima und dessen Schutz wird geschärft. Auch nimmt das Projekt ein Vorreiterrolle ein und fordert andere Destinationen auf, sich ebenfalls im Klimaschutz zu engagieren. Würde ein Vielzahl anderer Destinationen zur Senkung von Treibhausgasen beitragen [z.B. Förderung klimafreundlicher Anreisemöglichkeiten, Einsparmassnahmen vor Ort] und Ausgleich unvermeidbarer Emssionen, so würde ein großer Beitrag im freiwilligen Klimaschutz geleistet. Zu erwarten sind Folgeeffekte und Nachahmung weiterer Branchen, die nicht nur dem touristischen System zuzuordnen sind.

Durch die Propagierung und Möglichkeit der klimafreundlichen Anreise nach Arosa kann der Treibhausgasausstoß bereits im Ansatz vermieden werden. So erfolgt bereits bei Reiseantritt eine Emissionsminderung. Unvermeidbare Emissionen [z.B. Übernachtung] können dann ausgeglichen werden. Klimaneutral bedeutet nicht, dass keine Treibhausgase produziert werden, sondern dass die produzierten Gase an anderer Stelle wieder abgebaut werden. Da die Treibhausgase globale Schädigungswirkung haben, ist es irrelvant an welchem Ort der Ausgleich vorgenommen wird. Man geht davon aus, dass Nahziele und nachhaltige Reiseangebote immer häufiger nachgefragt werden. So kann auf der einen Seite das Klima geschont werden, und auf der anderen Seite wirkt sich die verstärkte Nachfrage auf die regionale Wirtschaft positiv aus [Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen, mehr Budget für weitere Maßnahmen].
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Landscape X
Alpine ecosytems/biodiversity X
Water, soil, air X
Others X

Der Ausstoß von Klimagasen, die z.B. durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe entstehen, kann durch die Investition in Klimaschutzprojekte [erneuerbare Energien] ausgeglichen werden. Durch die Förderung sanfter Mobilität wird der Eintrag an Emissionen in die Atmosphäre gemindert, während unvermeidbare Emissionen ausgeglichen werden können. Die Investition in die Klimaschutzprojekte macht die Projekte erst realisierbar. Alle durch CP empfohlenen Projekte fördern erneuerbare Energien, die regionale Wirtschaft und soziale Aspekte.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Social justice X
Co-determination/participation X
Regional/cultural identity X
Others X

Viele der empfohlenen Klimaschutzprojekte liegen in Entwicklungsländern und liefern modernen Technologie- und Wissenstransfer. Zugleich wird für die Anpassung an gleichwertige Lebensbedingungen gesorgt. Durch die Klimaschutzprojekte erhalten z.B. Menschen in Entwicklungsländern erhalten neue Chancen durch Elektrifizierung oder effizientere Techniken und lernen die Alternativen zur fossilen Energie kennen. In Arosa selbst: Die Gesellschaft wird mit dem Thema Klimawandel konfrontiert. Die Einwohner, Wirtschaftenden und politisch Aktiven setzen sich mit dem Thema auseinander. Daraus ergeben sich Denkprozesse und mögliche weitere Maßnahmen im Klimaschutz, die aus der Gesellschaft heraus realisiert werden.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Employment X X
Value added/income X
Know-how/competitiveness X
Others

Sicherung und Schaffen weiterer Arbeitsplätze im Tourismus. Die Bevölkerung und die Gäste werden gleichermaßen für das Thema "Klimawandel und Klimaschutz" sensibilisiert. So wird Bewusstsein und Wissen generiert wie man auch mit einfachen Mitteln [z.B. Energiesparmaßnahmen] einen eigenen Beitrag im Klimaschutz leisten kann. ClimatePartner leistet auch Aufklärungsarbeit. So stellt ClimatePartner Informationen zur Verfügung und gibt Handlungsempfehlungen wie sich jeder, ob Gast, Einwohner, Unternehmer etc. an der Verminderung von Treibhausgasen beteiligen kann. Durch die Vermarktung der Winterpauschalen konnten neue Kunden gewonnen werden und ein deutliches Zeichen auf dem Tourismusmarkt gesetzt werden.

Seit Beginn des Projektes wird regelmäig in den Medien berichtet. Auch auf Messen, Workshops und Fachtagungen wird das Projekt präsentiert. Durch die Berichte werden Tourismusexperten, Destinationen, Reisende und Interessierte gleichermaßen über das Thema informiert und sensibilisiert. Zusätzlich trägt der Emissionsrechner zur Bewusstseinbildung bei, da man erkennen kann welchen CO2-Fußabdruck man in der Atmosphäre durch das eigene Reisen hinterlässt. Durch Veränderung einzelner Positionen [Anfahrt mit dem Zug statt mit dem PKW] lässt sich darstellen wie man die Klimabilanz einer Reise senken kann. Generell kann man die Bewusstseinsbildung oder Sensibilisierung nicht quantitativ ausdrücken, da es sich um einen qualitativen Aspekt des Projekts handelt.

Die Maßnahme in Form des Projektes lässt sich auf andere Destinationen übertragen. Die Maßnahmen lässt sich beliebig erweitern und auf das Profil der Toruismusdestination anpassen. So können auch Teilbereiche des Tourismus besondere Beachtung finden. So kann ein Tourismusort auch die Klimafreundlichkeit/ Klimaneutralität der Hotellerie besonders herausstellen und bewerben. Das Projekt wurde von ClimatePartner so angelegt, dass eine Übertragbarkeit auf andere Orte gewährleistet ist. Eine Übertragbarkeit ist aufgrund des Beitrags zum Freiwilligen Klimaschutz unbedingt erwünscht, derzeit ist die Übertragung des Projekts auf die Gemeinde Toblach [Südtirol] in der Umsetzung; mit verschiedenen weiteren Destinationen wird sehr konkret über eine Übertragung gesprochen.

ClimatePartner entwickelt gesamtheitliche Klimaschustrategien für unterschiedliche Branchen. Der Tourismus und die Hotellerie sind ein Haupttägigkeitsfeld des Unternehmens. Viel Beachtung findet auch der "Prozess des Klimaneutralen Druckens" oder die Durchführung klimaneutraler Veranstaltungen. ClimatePartner bietet für unterschiedliche Unternehmen Dienstleistungen im Klimaschutz an, dazu gehört die Berechnung von CO2-Fußabdrücken [Emissionsbilanz] die Entwicklung individueller Klimaschutzstrategien, Energieeffizienzberatung.

Further information


Innovativ ist der Ansatz: Andere reden, wir handeln. Gerade der Tourismus befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen Betroffenheit und Beteiligung am Klimawandel. Grundsatz der Maßnahme ist: Die Welt ist ein Hotelzimmer und wir räumen das Hotelzimmer wieder auf, nachdem der Gast es verlassen hat.

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Das Preisgeld wird zu einem bestimmten Prozentsatz in den Aufbau von "Forschung und Entwicklung" investiert werden. Die Berechnung von Emissionen erfordert einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Ein weiterer Prozentsatz wird den von ClimatePartner empfohlenen Klimaschutzprojekten in den Entwicklungsländern als "Spende" zur Verfügung gestellt.

Online information on the measure


Dieser Link verweist direkt auf die Klimaneutralen Winterpauschalen Arosas. Es werden Hintergründe dargestellt, man erhält Zugriff auf den CO2-Rechner und auf das Erfassungsformular.
http://www.klimaneutral.net


Auf der Homepage wird man eingehend über den Klimawandel, Freiwilligen Klimaschutz, die Mechanismen nach Kyoto und über die empfohlenen Klimaschutzprojekte informiert. Des weiteren sind alle Geschäftsbereiche von ClimatePartner mit Beispielen erläutert. Die Referenzliste bietet einen Überblick über die weiteren Projekte des Unternehmens.
http://www.climatepartner.de

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Private enterprises

Arosa Tourismus: Arosa Tourismus hat die ClimatePartner GmbH & Co. KG mit der Umsetzung der klimaneutralen Winterpauschalen beauftragt. Arosa Tourismus ist der Fremdenverkehrsverein von Arosa. ClimatePartner ist eine privates Unternehmen.

Photos, illustrations, documents


Logo zur Klimainitiative von Arosa Tourismus und ClimatePartner


Urkunde, die als Zertifikat an die Gäste Arosa vergeben wird.


Naturlandschaft Arosas

Other documents

Diese Dokument beinhaltet eine Studie, die zur Umsetzung der klimaneutralen Winterpauschalen verfasst wurde. Es werden dabei die Hintergründe und die Projektdurchführung dargestellt.

Bericht zu den klimaneutralen Winterpauschalen.


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