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minus99 - CO2 neutrale Mobilität in Vorarlberg

by kairos  —  last modified 2008-09-24 11:28

This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.




Vorarlberg

at (Austria)

2008-07-04

3 Jahre

Mr Christoph Breuer
Kairos - Wirkungsforschung und Entwicklung


Mr Christoph Breuer
Kairos - Wirkungsforschung und Entwicklung
cb@kairos.or.at
:
Elektroautos eröffnen die Chance, motorisierte individuelle Mobilität dauerhaft CO2-neutral zu befriedigen. Sie verbinden eine deutliche Effizienzsteigerung mit der Möglichkeit, die notwendigen Energiemengen regional aus unterschiedlichen Energiequellen erneuerbar aufzubringen. Im Projekt minus99 werden von einem institutionellen Netzwerk 99 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektro-Fahrzeuge ersetzt und begleitend die breite Markteinführung von Elektroautos vorbereitet.

minus99 - zero CO2 mobility in western Austria

Mitigation measure
  • strategic
  • technical
  • Bewusstseinsbildung
  • Transport and mobility
  • Energy supply
  • Netzwerkbildung

regional, large-scale (federal province, region, département/province, Canton, etc.

CO2-neutrale Mobilität
Elektrofahrzeuge
Selbstorganisiertes Mobilitätsnetzwerk

minus99 ist eine gemeinnützige Initiative mit dem Ziel, Mobilität in Vorarlberg umwelt- und zukunftsverträglicher abzuwickeln. Die namensgebende Grundidee von minus99 ist es, 99 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektro-Fahrzeuge zu ersetzen, die Erfahrungen zu kommunizieren und begleitend die breite Markteinführung von Elektroautos vorzubereiten. Der notwendige Strom dafür stammt ausnahmslos aus regionalen, erneuerbaren Energieträgern und wird von den Mitgliedern selbst bereitgestellt. minus99 fokussiert auf regelmäßige PKW-Fahrten in Unternehmen, öffentlichen Körperschaften und Sozialorganisationen. Trotz begrenzter Reichweiten von 100 bis 150 km werden damit hohe jährliche Kilometerleistungen und entsprechende Umweltentlastungseffekte erreicht. Die einheitliche grafische Gestaltung und fortlaufende Nummerierung der Fahrzeuge (siehe Beilagen) dokumentiert den Gesamtfortschritt des Projekts und stellt den Beitrag jedes Mitglieds zum gemeinsamen Ziel dar.

Auf Anregung des Antragstellers haben sich 12 Unternehmen, Gebietskörperschaften und gemeinnützige Organisationen zusammengeschlossen, um in Vorarlberg einen groß angelegten Feldversuch für elektrische Mobilität zu starten. Durch die Bündelung der Interessen und den Know-How Aufbau an einer zentralen Stelle werden die für die Fahrzeugbeschaffung und den Fahrzeugbetrieb notwendigen Aufwände für die einzelnen Organisationen deutlich reduziert. Die Aufgaben der Koordinierungsstelle sind laufende Marktrecherche und Auswahl qualitätvoller Elektrofahrzeuge anhand der minus99 Fahrzeug-Kriterien, Informationsveranstaltungen, Kaufberatung von Interessenten, Sammelbestellungen bei Herstellern, Aufbau einer Service- und Wartungsinfrastruktur, Aufbau eines Ökostrom-Tankstellennetzes und die Übertragung des Projekts in andere Regionen.

Das Projekt wurde im Juni 2008 gestartet. Bereits Ende 2008 werden die ersten 15 Elektrofahrzeuge von minus99 laufen. Die Flotte der 99 Elektrofahrzeuge wird voraussichtlich Ende 2009 komplett sein. Auf der Homepage www.minus99.org (in Aufbau) werden alle Mitgliedsorganisationen und Fahrzeuge registriert. Dort wird auch regelmäßig eine Auswertung der elektrisch gefahrenen Kilometer und der dafür notwendigen Energiemengen veröffentlicht. minus99 zielt darauf ab, den Elektroantrieb als ernst zunehmende Antriebsalternative zu verankern, noch existierende Markteintrittsbarrieren zu erforschen und nach Möglichkeit aufzulösen. Sobald 2012 Serienfahrzeuge am Markt sind, soll der breite Umstieg auf elektrische Fahrzeuge deshalb wesentlich schneller gelingen. Das Programmkonzept minus99 wird bei Einhaltung der Qualitätskriterien an andere Bundesländer oder Regionen außerhalb von Österreich weitergegeben, sodass die positiven Wirkungen der Initiative multipliziert werden.

Assessment criteria for the Jury’s decision


Die CO2-Emissionen aus dem Verkehr haben sich in Österreich seit 1990 nahezu verdoppelt. Die Fortschritte, die in dieser Zeit in der Effizienz der Antriebe gemacht wurden, sind durch schwerere Fahrzeuge, stärkere Motorisierung und häufigere Nutzung mehr als zunichte gemacht worden. Die Technologie des Elektroantriebs eröffnet erstmals die Möglichkeit, notwendigen motorisierten Individualverkehr CO2-neutral zu gestalten. Der Elektroantrieb verbindet eine deutliche Effizienzsteigerung (Faktor 3) mit einer Vielzahl von Möglichkeiten, die Antriebsenergie aus lokalen erneubaren Energieformen bereitzustellen. Die technische Überlegenheit des Elektroantriebs darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es parallel zu einem technologischen Wandel auch neue Nutzungsgewohnheiten braucht. Das ist mittelfristig wahrscheinlich die größere Herausforderung, weil Elektrofahrzeuge teuer in der Anschaffung und sehr günstig im Betrieb sind.

Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Landscape X
Alpine ecosytems/biodiversity X X
Water, soil, air X
Others X

... weil Lärm, klassische Luftschadstoffe und Schadstoffe durch die Förderung, den Transport und die Aufbereitung mineralischer Treibstoffe entfallen. ... weil der Energieverbrauch für Mobilität dank effizienter Antriebstechnik auf ein Drittel reduziert wird und der verbleibende Bedarf dezentral aus erneuerbaren, regionalen Energieträgern bereitgestellt wird. ... weil gerade in alpinen Regionen die Rückgewinnung der Antriebsenergie beim Bergabfahren eine wesentliche Energie- und Verschleißeinsparung bringt. ... weil in alpinen Regionen zusätzlich viel Verkehr für die Anlieferung von Treibstoffen, die Versorgung und Entsorgung mit Verschleiß- und Wartungsteilen klassischer Antriebssysteme vermieden wird.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Social justice X X
Co-determination/participation X
Regional/cultural identity X
Others X

... weil nicht zu vermeidende Fahrten auch in Zukunft zu kalkulierbaren Kosten durchgeführt werden können. ... weil Elektrofahrzeuge mit ihrer begrenzten Reichweite und den erforderlichen Ladezeiten einen bewussten Umgang mit der motorisierten Individualmobilität fördern. ... weil die Initiative minus99 von "unten herauf" entstanden ist, neue Allianzen zwischen Unternehmen, Gebietskörperschaften und sozialen Organisationen schmiedet und sich nicht damit begnügt, tatenlos auf die für 2012 versprochenen Lösungen der etablierten Fahrzeughersteller zu warten. ... weil sie Abhängigkeiten und damit verbundenen Risken in der Energieversorgung reduziert und Möglichkeiten zur lokalen Selbstversorgung mit Mobilitätsenergie schafft.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Employment X X
Value added/income X
Know-how/competitiveness X
Others X

... weil die Initiative minus99 beträchtliche Investitionen auslöst ... weil der mit der breiten Anwendung von Elektrofahrzeugen verbundene Umbau der Wartungs- und Serviceinfrastruktur frühzeitig erfahrbar und deshalb schonender vonstatten gehen kann; ... weil durch das Projekt und die Verbreitung der Initiative in anderen Regionen ein KnowHow auf dem Gebiet "Elektrofahrzeuge" aufgebaut wird, das die beteiligten Unternehmen in eine besonders gute Wettbewerbssituation bringt; ... weil durch die regionale Bereitstellung der Antriebsenergie die Wertschöpfung in der Region und die Unabhängigkeit steigt; ... weil der Elektroantrieb durch seine Einfachheit und die geringe Anzahl von Bauteilen neue Möglichkeiten der dezentralen Fahrzeugmontage eröffnet

Durch die gut sichtbare, laufende Nummerierung der Fahrzeuge von "minus 01" bis "minus 99" wird der Projektfortschritt und das Gesamtkonzept öffentlichkeitswirksam kommuniziert. Durch das einheitliche Erscheinungsbild entsteht eine firmen- und organisationsübergreifende Wagenflotte, die breite Aufmerksamkeit erregen wird. Auf der Homepage "www.minus99.org" werden die Projekthintergründe und -prinzipien erklärt, die zurückgelegten Kilometer und die dafür notwendigen Strommengen erfasst und die CO2 Einsparung dokumentiert. In der Initiativgruppe sind Unternehmen, Gebietskörperschaften und Sozialorganisationen vertreten, um eine maximale Breitenwirkung zu erzielen, und viele Menschen praktische Erfahrungen mit Elektroautos sammeln können.

Das Konzept minus99 nutzt möglichst viele Synergien, um Elektroautos rasch zur breiten Markteinführung zu verhelfen. Entgegen ähnlichen Initiativen werden bei minus99 bewußt keine Privatpersonen sondern Unternehmen und öffentliche Organisationen angesprochen. Denn innerhalb des Fuhrparks gibt es zahlreiche Anwendungen, für die die derzeit am Markt befindlichen Modelle mit Reichweiten von 100 bis 150km gut geeignet sind. Durch die Regelmäßigkeit der Fahrten ergeben sich hohe Umweltentlastungseffekte und die Amortisationszeiten sind trotz hoher Anschaffungskosten gering. minus99 ist auf Übertragbarkeit angelegt, bereits im Laufe des Jahres 2009 sollen Ableger des Projekts in anderen Regionen Österreichs gestartet werden. Auch aus der Schweiz liegt bereits eine Anfrage vor.

Minus99 schließt eine wichtige Lücke in beststehenden Klimaschutzstrategien: Im Bereich der Mobilität konnten bis jetzt wenig wirksame Ansatzpunkte zur tatsächlichen CO2-Reduktion gefunden werden. Im Bereich Raum- und Prozesswärme konnten in Vorarlberg die CO2-Emissionen stabilisiert bzw leicht gesenkt werden. Der Stromverbrauch ist in den letzten Jahren noch leicht gewachsen. Im Vergleich dazu sieht die Entwicklung im Verkehr aber dramatisch aus: die CO2 Emissionen sind österreichweit seit 1990 um 83% gewachsen. Minus99 sieht sich nicht nur als Wegbereiter einer neuen, CO2-neutralen Antriebstechnologie, sondern beforscht bereits im Vorfeld einer breiten Markteinführung neben den Chancen auch die potentiellen Risken (z.B. neues Benutzerverhalten) dieser Technologie.

Further information


Mit minus99 wollen Unternehmen, Gebietskörperschaften und soziale Organisationen aus Vorarlberg nicht auf die 2012 von großen Fahrzeugherstellern angekündigten Elektromobile warten, sondern mit bewährten Lösungen kleiner Hersteller dieser Technolgie schneller zum Durchbruch verhelfen. Durch die Know-How Bündelung werden Risken und Aufwand minimiert.

EUR 2.920.200,- (Beiträge der Teilnehmer)

Zur Evaluierung der Erfahrungen und Strategien des Modellprojekts in Vorarlberg und zur Kofinanzierung unserer Aufwände bei der Übertragung des Projekts in andere Alpenregionen.

Online information on the measure


Internetseite der einreichenden Institution Kairos - Wirkungsforschung & Entwicklung mit Beispielen aus anderen Projekten der Institution.
http://www.kairos.or.at

:

Organisations of civil society

Ins Leben gerufen wurde minus99 vom wissenschaftlichen Verein Kairos - Wirkungsforschung & Entwicklung. Derzeit sind 12 weitere Unternehmen und Sozialinstitutionen, sowie Körperschaften öffentlichen Rechts im Netzwerk minus99 vertreten.

Derzeit 12 Verteter von Gemeinden, Pfarren, Sozialinstitutionen, Industrie-, Handwerk- und Tourismusbetrieben in Vorarlberg.

Photos, illustrations, documents


Erstes Treffen der Initiativgruppe minus99 am 4. Juli 2008


Gründer der Initative minus99: Martin Strele (l) und Christoph Breuer (r), beide Kairos - Wirkungsforschung und Entwicklung mit dem Testfahrzeug "minus 01".

Other documents

Projektbeschreibung




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