Hochwasserschutz im Mangfalltal - ein integrales Schutzkonzept
by
WWARO
—
last modified
2008-08-06 13:18
This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.
Landkreis Miesbach und Rosenheim
de (Germany)
2000-07-10
20 Jahre
Mr Paul Geisenhofer
WWA Rosenheim
Mr Christoph Wiedemann
WWA Rosenheim
christoph.wiedemann@wwa-ro.bayern.de
:
42.000 Einwohner leben im Unteren Mangfalltal im Überschwemmungsgebiet der Mangfall. Die Hochwasserschutzanlagen sind unterdimensioniert (HQ30), nicht standsicher, nicht befahrbar und kaum zu verteidigen. Das Schadenpotential bei einem HQ100 liegt bei 1 Milliarde Euro. Das ist Bayern weit Spitze. Entsprechend den mittlerweile europaweit gültigen Standards sind zum Schutz der Siedlungen verschiedenste Handlungsfelder von Bedeutung.
42.000 Einwohner leben im Unteren Mangfalltal im Überschwemmungsgebiet der Mangfall. Die Hochwasserschutzanlagen sind unterdimensioniert (HQ30), nicht standsicher, nicht befahrbar und kaum zu verteidigen. Das Schadenpotential bei einem HQ100 liegt bei 1 Milliarde Euro. Das ist Bayern weit Spitze. Entsprechend den mittlerweile europaweit gültigen Standards sind zum Schutz der Siedlungen verschiedenste Handlungsfelder von Bedeutung.
Adaptation measure
- strategic
- technical
- educational
- Natural hazards management
- Water management
- Education
regional, small-scale (association of municipalities, valley region, etc.)
Mangfall
Hochwasservorsorge
Bewußtseinbildung
Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Gefahrengebiet
Als technische Schutzmassnahmen wurden 40 Bauabschnitte mit Kosten von ca. 150 Mio € geplant. Diese wären allein jedoch nicht nachhaltig. Es wurde daher ein umfassendes, ganzheitliches Schutzsystem erarbeitet, das aus fünf Handlungsfeldern für einen "zukunftsweisenden Hochwasserschutz” besteht. 1. Flächenmanagement 2. Technischer Hochwasserschutz 3. Hochwasservorsorge 4. Gefahrenkarten 5. Bewußtseinsbildung. Besonders innovativ ist dabei, dass die Verhaltensvorsorge als unverzichtbare Ergänzung der wasserwirtschaftlichen Planung und gleichberechtigter Teil des Gesamtprojektes begriffen wird.
1. Deichbruchmodell: Für Evakuierungsentscheidungen steht dem Katastrophenstab erstmals bundesweit ein Echtzeitdeichbruchmodell zur Verfügung. Dieses innovative Programm kann während eines ablaufenden Hochwassers innerhalb von 30 Minuten die Auswirkungen eines Deichbruchs an der Mangfall simulieren. Ergebnis - analoge Karten die den zeitlichen Ablauf und die Wassertiefen bei einem Deichbruch darstellen. Die Sicherheit für 42.000 Menschen wird wesentlich erhöht. Gleichzeitig können hohe Kosten infolge Hochwasserschäden und Kosten für unnötige Katastrophenschutzmaßnahmen vermieden werden. 2. Hochwassergefahrenkarte: Gefahrenkarten im Internet geben parzellengenau Auskunft über Wassertiefe, Fließgeschwindigkeit und Fließrichtung im HQ100-Fall. 3. Wider das Vergessen - Aktion "Blaues Band": Um das Gefahrenbewußtsein dauerhaft zu erhalten, wurden 120 Hochwassermarken in den Siedlungen angebracht. 4. Bau von Deichen und Mauern incl. Klimafaktor +15% auf das HQ100 u. v. m.
Assessment criteria for the Jury’s decision
Keine
1. Durch technischen Hochwasserschutz und Flächenmanagement im gesamten Einzugsgebiet der MAngfall z. B.: a) Durch ein geplantes Rückhaltebecken (Flutpolder) mit 6 Mio. m³ Rückhaltevolumen können auch Ablfüsse größer einem HQ100 bewältigt werden. Damit wird u. a. den Prognosen aus KLIWA für die Region (Klimazuschlag) Rechnung getragen. b) Vorbild Natur - Hochwasserausgleich am Tegernsee. Hier wird die natürliche Seeretention durch eine Steuerung optimiert. Volumen bis zu 20 Mio. m³. c) Jeder Tropfen zählt - Rückhalt in allen Oberläufen. Dezentraler Rückhalt im gesamten Einzugsgebiet. Mehrere Mio. m³ Rückhalt. Durch Deichrückbau, kleinere RH Becken etc. d) Allen Widerständen zum Trotz - Deichrückverlegungen. Um den Hochwasserrückhalt sogar im Siedlungsraum noch zu verbessern werden die Deiche an die Baulinie zurückverlegt. Ganz wesentlich für das Projekt ist die vom WWA RO angestoßene und mittlerweile aktzeptierte Solidarität der Unterlieger und Oberlieger
| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Landscape | X | ||
| Alpine ecosytems/biodiversity | X | ||
| Water, soil, air | X | ||
| Others | |||
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Teil des technischen Hochwasserschutzes ist in allen 40 Bauabschnitten auch eine ökologische Verbesserung. Es wurden bereits umfangreiche Renaturierungen und Reaktivierungen durchgeführt. So wurde zum Bespiel ein 600m langer Altarm der Mangfall wieder aktiviert. Mit den technichen Ausbauten werden an der Mangfall auch Abstürze in Sohlgleiten umgebaut. Die Druchgängigkeit wurde dadurch wieder hergestellt. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Social justice | X | ||
| Co-determination/participation | X | ||
| Regional/cultural identity | X | ||
| Others | |||
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Durch die Herstellung eines Einheitlichen Schutzgrades werden die Lebensbedingungen im Mangfalltal vergleichmäßigt. Einheitlicher Schutz auf HQ100 + Klimafaktor |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Employment | X | ||
| Value added/income | X | ||
| Know-how/competitiveness | X | ||
| Others | |||
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Durch den Schutz wird die aktuelle Beschäftigung gesichert. Die wirtschaftliche Entwicklung wird dadurch positiv beeinflußt. Mit den technischen Hochwasserausbauten werden in den betroffenen Gemeinden 17.000 Arbeitsplätze vor einem hundertjährlichen Hochwasser nachhaltig geschützt. |
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Die Öffentlichkeit wird in allen Projektphasen umfassend informiert. 1. Zur algmeneinen Bewußtseinbildung läuft im Jahr 2008 das "Hochwasserforum Mangfalltal". Mit einer Ausstellung und einer Vortragsreihe werden alle Themen des integralen Ansatzes mit der Bevölkerung diskutiert. 2. Auch einzele Ausbauabschnitte werden mit den Betroffenen im Vorfeld durchgesprochen und abgestimmt. So wurden für ein innerstädtisches Hochwasserprojekt insgesamt 14 Bürgerversammluingen abgehalten. Das Ergebnis: Keine Einwände in den Genehmigungsverfahren und nahezu reibungslose Umsetzung, weil alle Beteiligten die Lösung mittragen. 3. Wider das Vergessen - Aktion "Blaues Band": Um das Gefahrenbewußtsein dauerhaft zu erhalten, wurden 120 Hochwassermarken in den Siedlungen angebracht.
1. Integraler Ansatz unter Berücksichtigung aller Handlungsfelder eines "zukunftsweisenden Hochwasserschutzes" 2. Neben dem technischen Hochwasserschutz und dem Flächenmanagement sollte als unverzichtbarer Bestandteil auch die Hochwasservorsorge gelten. Im vorliegenden Projekt wurde neben dem Deichbruchmodell auch die Schulung der Feuerwehren an einem eigens gebauten Übungsdeich optimiert und verstärkt. Darüber hinaus wurde erstmaltig in Bayern eine Stabsrahmenübung Hochwasserschutz abgehalten. Die bei den letzten Hochwasserereignissen bereits positive Auswirkungen zeigte.
Das Land Bayern hat auf die Klimaveränderung mit einem Klimafaktor reagiert. Das heißt, dass auf das Bemessungshochwasser ein Zuschlag von 15% aufgerechnet wird. Die Projekte im Mangfalltal berücksichtigen dies. Zudem wird mit dem Bau des Rückhaltebeckens Feldolling die Möglichkeit geschaffen auch noch gössere Hochwasser zu bewältigen.
Further information
Innovativ ist vor allem der ganzheitliche integrale Ansatz. Besonders innovativ ist dabei, dass die Verhaltensvorsorge als unverzichtbare Ergänzung der wasserwirtschaftlichen Planung und gleichberechtigter Teil des Gesamtprojektes begriffen wird. Die innovativsten Elemente daraus sind das Deichbruchmodell und der Übungsdeich.
150.000.000 Gesamtprojekt
Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit Einbindung der Schulen und evtl Kindergärten in das Thema Evtl. Bau von Infoeinrichtungen Ausbau Internetangebot
Online information on the measure
http://www.wwa-ro.bayern.de/projekte_und_programme/hochwasserschutz/mangfalltal/index.htm
:
Administration (local, regional, national)
Bayerische Wasserwirtschaftsverwaltung Wasserwirtschaftsamt Rosenheim
PosterMangfall.pdf
(