Sanierung eines Mehrfamilienwohnhauses auf "Faktor 10"
by
VOGEWOSI
—
last modified
2009-05-29 08:29
This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project and has not been updated since. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.
Rankweil
at (Austria)
Yes
2007-03-01
8 Monate
Mr Dr. Hans-Peter Lorenz
VOGEWOSI
Mr Bernhard Albrecht
VOGEWOSI
bernhard.albrecht@vogewosi.at
:
Das Haus Rankweil Schleipfweg 1 und 1a ist ein Mehrfamilienwohnhaus mit 2 Stiegenhäusern und 18 Wohneinheiten. Die gesamte Wohnnutzfläche beträgt 1.414,08 m². Das gesamte Gebäude ist unterkellert. Im Keller befinden sich die Kellerabteile der Mieter, Waschküche, Trockenräume und der Heizraum. Die Versorgung mit Heizenergie und Warmwasser erfolgt zentral. Zur Beheizung des Gebäudes und zur Aufbereitung des Warmwassers wurden vor der Sanierung jährlich ca. 29.000 Liter Heizöl benötigt.
Das Haus Rankweil Schleipfweg 1 und 1a ist ein Mehrfamilienwohnhaus mit 2 Stiegenhäusern und 18 Wohneinheiten. Die gesamte Wohnnutzfläche beträgt 1.414,08 m². Das gesamte Gebäude ist unterkellert. Im Keller befinden sich die Kellerabteile der Mieter, Waschküche, Trockenräume und der Heizraum. Die Versorgung mit Heizenergie und Warmwasser erfolgt zentral. Zur Beheizung des Gebäudes und zur Aufbereitung des Warmwassers wurden vor der Sanierung jährlich ca. 29.000 Liter Heizöl benötigt.
Mitigation measure
- technical
- financial
- strategic
- Building industry and housing
- Energy supply
local
Erhaltung und Verbesserung der Gebäudesubstanz.
Einsparung von Energie.
Steigerung des Wohnkomfort.
1.Das Hauptziel der Sanierung war die Erhaltung und bauphysikalische Verbesserung des Gebäudes mit einer Senkung des Energiebedarfs auf den Faktor 10. Faktor 10 bedeutet, Senkung des Energiebedarfs auf ein Zehntel des Ausgangswertes. Eine derartige Einsparung stellt gewissermaßen eine Versicherung für steigende Energiepreise und einen Ressourcenschutz für die Zukunft dar. 2.Klimaschutz. Verminderung des CO2 Ausstosses aufgrund niedrigen Verbrauches bei bestehenden Gebäuden um bis zu 90%. 3.Gute Raumluftqualität in den Wohnungen durch kontrollierte Be-und Entlüftung. Zusätzlich wird damit das Problem der Schimmelbildung in den Wohnungen gelöst. 4. Dauerhaft gute Vermietbarkeit. Mit dieser Sanierung werden qualitativ hochwertige Wohnungen zu einem günstigen Wohnungsentgelt zur Verfügung gestellt. 5.Städtebauliche Aufwertung der Gebäude. 6.Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft. Einsatz von qualifizierten Fachkräften und Beschaffung von Arbeitsplätzen in der Region.
Auf die Aussenfassade wurde ein Wärmedämmverbundsystem mit 26 cm EPS-Platte WLZ 0,04,5 mm Gewebespachtelung und 2 mm Deckputz aufgebracht, U-Wert 0,11W/m²K. Die Dämmung der Kellerdecke erfolgte mit 16 cm EPS-Platten ebenfalls gespachtelt und verputzt, U-Wert 0,175W/m²K. Auf die oberste Geschoßdecke wurden zusätzlich zu der bereits vorhandenen Dämmung 30 cm EPS-Platten verlegt und mit Holzwerkstoffplatte abgedeckt, U-Wert 0,10W/m²K. Alle Wohnungs- und Stiegenhausfenster sind mit Dreischeiben-Wärmeschutzglas (Ug=0,5W/m²K) erneuert worden. Wärmebrücken, wie zB. die Hauseingangsüberdachung aus Beton, wurden entfernt. Wärmebrücken, wie zB. die Betonplatten der Balkone, wurden in die warme Gebäudehülle integriert. Am Dach ist eine Solaranlage mit 80 m² Solarfläche montiert. Die Solaranlage deckt ca. 60% der Energie zur Warmwasseraufbereitung und ca. 20% der Heizenergie ab. Die zentrale Komfortlüftungsanlage arbeitet mit 85% Wärmerückgewinnung. Jede Wohnung verfügt über eigene Zu-und Abluft.
Seit Oktober 2007 werden sämtliche Verbrauchsdatenn monatlich festgehalten. Es hat sich herausgestellt, daß insbesondere im Bereich der Haustechnik noch Abstimmungen erfoderlich sind. Zur Erreichung der optimalen Einstellungen für Belüftung, Heizungsregelung und kontrollierte Be-und Entlüftung wird vermutlich noch eine Heizperiode erforderlich sein. Fest steht allerdings, dass sich der Energieverbrauch im Beobachtungszeitraum Oktober 2007 - Juni 2008 im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt um 75% reduziert hat. Mit entsprechender Optimierung der Haustechnik ist die Erreichung von Passivhausstandard möglich. Bei Befragungen der Mieter hat sich herausgestllt, dass insbesondere die gleichbleibende Raumtemperatur und die gute Luftqualität als angenehm empfunden wird.
Assessment criteria for the Jury’s decision
Als natürliche Kohlenstoffspeicher wurden Zusatzbepflanzungen in Form von Hecken und Bäumen eingesetzt. Eine Berechnung bezüglich der Aufnahmekapazität wurde allerdins nicht durchgeführt.
Der CO2 Ausstoß der Wohnanlage betrug vor der Sanierung jährlich ca. 118 to und kann durch die gesetzten Maßnahmen auf 8,5 to jährlich reduziert werden. Die Umstellung des Energieträgers von Heizöl auf Erdgas beteutet eine zusätzliche Reduktion der Emissionen beim Hausbrand und weniger Belastung aufgrund entfallender Transporte.
| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Landscape | X | X | |
| Alpine ecosytems/biodiversity | X | ||
| Water, soil, air | X | ||
| Others | |||
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Beim Haus Schleipfweg 1 und 1a wurde durch die Sanierung der Wohnanlage ein hochwertiger Standard geschaffen ohne zusätzliche Resourcen an Bodenflächen zu verbauen. Die Reduktion des Schadstoffausstoßes wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Social justice | X | X | |
| Co-determination/participation | X | ||
| Regional/cultural identity | X | ||
| Others | |||
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Die Mieter der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften kommen zumeist aus der eher einkommensschwachen Bevölkerungsschicht. Durch die Reduktion der Kosten für Heizung und Warmwasser kann eine relativ stabile Miete auf längere Sicht gewährleistet werden. Bereits in der Bauvorbereitungsphase werden die Mieter in die Entscheidungsprozesse eingebunden und haben auch ein Mitspracherecht. Bewährte Grundrisse blieben unverändert. Die äußere Erscheinungsbild wurde modernisiert. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Employment | X | ||
| Value added/income | X | ||
| Know-how/competitiveness | X | ||
| Others | |||
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Alle Arbeiten wurden von Vorarlberger Unternehmen durchgeführt, dies bedeutet eine hohe Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft und gleichzeitig eine Verbesserung der Beschäftigungslage. Das "Knowhow" stand nur sehr begrenzt zur Verfügung und musste im Zuge der Projektvorbereitung erarbeitet werden, einzelne Segmente konnten aus den bereits vorhandenen Erfahrungen von Neubauten genutzt werden. Zur Erreichung einer möglichst hohen Ausführungsqualität wurden die einzelnen Firmenchef´s und die Vorarbeiter zur Teilnahme an einem Workshop verpflichtet auf welchem ihnen die wichtigen Eckdaten und entscheidenden Detaillösung zur Erreichnung von Passihausstandard anhand von Plänen und Detailen erklärt wurden. |
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Die Daten des Projekts sind bei der IG Passivhaus für die Öffentlichkeit zugänglich. Weiters wurde das Projekt anläßlich diverser Veranstaltungen vorgestellt (NENA Alpine Space in Bregenz, Tagung Wohnfond Wien). Über die Landesgrenzen hinaus, hat das Projekt große Aufmerksamkeit erlangt. 8 Delegationen aus Frankreich, Südtirol, Deutschland und Kärnten, die aus Komunalpolitikern, Architekten, Bautechnikern und Studenten zusammengesetzt waren, konnte die Sanierung des Gebäudes während der Bauphase und nach Abschluss der Arbeiten vorgestellt werden.
Die Massnahmen, die beim Gebäude Schleipfweg 1 und 1a durchgeführt wurden, sind auf den gesamten Alpenraum und darüber hinaus anwendbar. Hohe Qualität der thermischen Gebäudehülle sorgt für einen geringen Bedarf an Heizenergie, Solarkollektoren mit Speichern ermöglichen die Nutzung der Sonnenenergie zur Aufbereitung des Warmwassers und wirken heizungsunterstützend, Rollläden schützen vor sommerlicher Überhitzung.
Für eine spürbare Senkung des CO2 Ausstoßes bei Wohnbauten, sind die Vorgaben für Neubauten allein nicht ausreichend. Ein weitaus größerer Erfolg wird mit der thermischen Verbesserung von Gebäudehüllen und dem Einsatz von Solarenergie erzielt. In diesem Zusammenhang konnte 2007 durch die Sanierung von 3 Wohnanlagen mit insgesamt 42 Wohnungen der CO2 Ausstoß von 260 to um 235 to auf 25 to reduziert werden. Zur Zeit wird eine weiter Wohnanlage mit 54 Wohnung auf gleichem Niveau saniert. Als weiter Maßnahme ist die Errichtung von Heizzentralen in diversen Wohnanlagen geplant. Als Energieträger wird erneuerbare Energie (Hackgut oder Pellets) verwendet. Die einzelnen Gebäude werden über Fernheizleitungen versorgt. Zur Unterstützung der WW Aufbereitung werden Solaranlagen montiert.
Further information
Diese Art der Gebäudesanierung wurde bei diesem Projekt zumindest in Westösterreich erstmalig durchgeführt. Zur thermischen Verbesserung wurden große Dämmstärken eingesetzt. Im Bereich der Haustechnik sind alle Komponeneten die für den laufenden Betrieb Strom aufnehmen selbstregelnd und energiesparend. Solarenergie für WW und Heizung. Kontrollierte Be-und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung.
925.000.-
Einsatz der Mittel für weitere Studien zur Errichtung von Heizzentralen mit Energieträger aus erneuerbarer Energie. Optimierung des Wissensstandes im Bereich der Haustechnik. Untersuchungen und Berechnungen für den Einsatz von Solar-und Fotovoltaikanlagen. Optimierung des Wissensstandes im Bereich der ökologischen Dämmstoffe.
Online information on the measure
Sie gehen zum Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Im Bereich abgelegt sind die Ausgaben der Institutzeitschrift max5. Das Projekt ist in der Ausgabe vom 06.12.2007 abgelegt.
http://www.energieinstitut.at
Hier sind die allgemeinen Daten der Wohnanlage hinterlegt.
http://www.igpassivhaus.at/vbg/
:
Private enterprises
Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungs GsmbH, kurz VOGEWOSI. Die VOGEWOSI ist der größte gemeinnützige Wohnbauträger Vorarlbergs und verwaltet insgesamt ca. 15.000 Wohneinheiten. Die Gesellschaft befindet sich zu ca. 70% im Besitz des Landes Vorarlberg. Der Rest verteilt sich auf auf Städte und Gemeinden.
Frau Dipl.Ing. Dr.der techn. Andrea Sonderegger, Planung und Berechnung nach PHPP Winfried Lampl, Haustechnik VOGEWOSI Reinhard Moser, Planung Heizung, Lüftung und Solaranlage Norbert Steiner, Planung der Elektroinstallation Gebhard Bertsch, Durchführung der "Blower Door Test´s"
Photos, illustrations, documents
Gebäude Schleipfweg 1 und 1a nach der Sanierung. Die Pyramide aus Ölfässern stellt den Verbrauch links vor und rechts nach der Sanierung optisch dar.
Gebäude vor der Sanierung. Große Wärmebrücken im Bereich der Rolladenkästen und im Bereich der thermisch nicht getrennten Balkone.
Hauseingang. Die bestehende Hauseingangsüberdachung (Wärmebrücke) aus Beton wurde entfernt und eine neue Überdachung samt Windfang aus gedämmten Sandwichelementen. Kupferfassade als Wetterschutz.
Projektbericht Wohnanlage Rankweil Schleipfweg.doc
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