Nachhaltiges Familien- und Seminarhotel Ucliva
by
Ucliva
—
last modified
2008-08-06 12:15
This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.
Waltensburg/Vuorz (GR, Schweiz)
ch (Switzerland)
2006-05-31
bis Juni 2009
Ms Corina Issler Baetschi
Genossenschaft Ucliva
Ms Corina Issler Baetschi
Genossenschaft Ucliva
info@ucliva.ch
:
Das Genossenschaftshotel Ucliva steht seit 1983 für Nachhaltigkeit im Bergtourismus. Der ökologische Betrieb im Bergdorf Waltensburg/GR setzt auf regionalen Einkauf, biologische Küche sowie eine CO2-neutrale Energiebilanz. Um auch nach 25 Jahren konkurrenzfähig zu bleiben, nahmen die 1200 Genossenschafter im Jahre 2006 eine Erneuerung der Infrastruktur sowie eine Bilanzsanierung in Angriff. Damit sollen die Arbeitsplätze langfristig gesichert und die Wertschöpfung in der Region erhalten bleiben.
Das Genossenschaftshotel Ucliva steht seit 1983 für Nachhaltigkeit im Bergtourismus. Der ökologische Betrieb im Bergdorf Waltensburg/GR setzt auf regionalen Einkauf, biologische Küche sowie eine CO2-neutrale Energiebilanz. Um auch nach 25 Jahren konkurrenzfähig zu bleiben, nahmen die 1200 Genossenschafter im Jahre 2006 eine Erneuerung der Infrastruktur sowie eine Bilanzsanierung in Angriff. Damit sollen die Arbeitsplätze langfristig gesichert und die Wertschöpfung in der Region erhalten bleiben.
Sustainable family and seminar hotel Ucliva
Mitigation measure
- strategic
- financial
- Tourism
- Building industry and housing
regional, large-scale (federal province, region, département/province, Canton, etc.
Ökologisch
Biologisch
Sozial
Mit dem Projekt Ucliva wurde der Verkauf von 20'000 m2 Gemeindeland verhindert, das Dorf erhielt Hotelbetten anstatt Zweitwohnungen, es wurden Arbeitsplätze geschaffen und mit einem möglichst regionalen Einkauf wird die Wertschöpfung für die Region optimiert. Dank der ökologischen Bauweise, der Wahl des Standortes und der Versorgung durch erneuerbare Energien wird die Umwelt nachhaltig geschont. Mit der Sanierung der Holzheizung 1996 konnten Energieverbrauch um 41% und -kosten um 56% gesenkt werden. Mit 35% Solar-, 46% Holzenergie und 19% auf Gemeindegebiet produzierter Wasserkraft verfügt das Hotel über eine CO2-neutrale Energiebilanz. Jährlich werden damit 132'000 kg/CO2 eingespart. Die erste thermische Hotelsolaranlage der Schweiz zeigte im Dorf Vorbildwirkung. Seit 1996 bewilligte die Gemeinde weitere 20 thermische Solaranlagen an Gebäuden und Ställen. Mit Erneuerungsinvestitionen soll nun der nachhaltige Hotelbetrieb weiter betrieben und seine Vorbildfunktion erhalten bleiben.
Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes für den Hotelbetrieb im Jahr 2005. Überarbeitung der Strategie mit verstärktem Fokus auf Ökologie und regionalen Einkauf. Gesamtanalyse des 25-jährigen Betriebes und Genehmigung eines Sanierungskonzeptes zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze. Dies bedingte einen Verzicht privater Darlehensgeber über Darlehen in der Höhe von CHF 800'000, eine Abschreibung des bestehenden Genossenschaftskapitals sowie die Beschaffung von neuem Eigenkapital (Ziel CHF 1 Mio.) Durch Zeichnung neuer Anteilscheine à CHF 900 und Spenden von Genossenschaftern wurden bis anhin CHF 450'000 an neuem Eigenkapital gewonnen. Dieses wird v.a. zur Erneuerung der Infrastruktur (Küche, Backoffice, Zimmer) eingesetzt. Dabei wird mit regionalen Firmen gearbeitet und es werden nur ökologische und wo immer möglich einheimische Produkte verwendet. Die Heizung wurde einer Gesamtkontrolle unterzogen und wird wo nötig dem neusten Stand der Technik angepasst.
Dank der neuen Strategie und dem erneuerten Gesamtbild des Betriebes konnte der Logiernächterückgang gestoppt werden. Das Hotel verzeichnet 2008 erstmals wieder steigende Gästezahlen. Die Bilanz konnte saniert werden und mit Hilfe des neuen Eigenkapitals durch Genossenschafter und Spender sowie den vermehrten Logiernächten konnten die ersten dringenden Ersatzinvestitionen finanziert werden. Eine wirtschaftlich erfolgreiche Weiterführung des Hotelbetriebes ist sehr wichtig. Das Hotel Ucliva geniesst heute eine breite Unterstützung durch Genossenschafter und hat nach wie vor regelmässige Medienresonanz. Seine Grundidee ist mit der verstärkten Diskussion um den Zweitwohnungsbau in Berggebieten auch nach 25 Jahren wieder topp aktuell. Bei der kürzlichen Einweihung einer grossen thermischen Hotelsolaranlage in St. Moritz/GR wurde das Ucliva zudem für seine Vorbildfunktion als C02-neutraler Betrieb gelobt.
Assessment criteria for the Jury’s decision
Mit dem Genossenschaftshotel wurde eine Überbauung von 20'000 m2 Gemeindeland mit 50 vorfabrizierten Schwedenhäusern verhindert. Stattdessen wurde an optimaler Lage bei der Talstation der Bergbahnen und mit direkter Anbindung an den öffentlichen Verkehr ein kompaktes Haus nach baubiologischen und ökologischen Kriterien errichtet. Die CO2-neutrale Heizung (einheimisches Holz) sowie die thermische Solaranlage (98 m2) ermöglichen gegenüber einer konventionellen Heizung ohne passive Sonnennutzung eine Einsparung von 132000 kg CO2 pro Jahr. Das Prinzip des regionalen Einkaufs verhindert lange Transportwege und fördert das einheimische Gewerbe (optimale Wertschöpfung für die Region). Mit eigener Postauto-Haltestelle, Rufbus und speziellen Pauschalangeboten werden die Gäste zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln animiert. Zudem werden sie mit der biologischen, lokalen Küche sowie mit speziellen Wander- und Ausflugsangeboten auf die natürliche Umgebung und deren Schutz sensibilisiert.
Das Bewusstsein in der Bevölkerung nach gesunden, CO2-neutralen Ferien wird durch gezieltes Marketing und PR gefördert. Mit der Struktur der Genossenschaft werden die Gäste direkt eingebunden und können die Strategie und Ausrichtung des Betriebes mitbestimmen. Der Betrieb übernimmt eine Vorbildfunktion: - Während 21 Jahren grösste thermische Hotelsolaranlage der Schweiz (98 m2). Allein in der Gemeinde Waltensburg wurden in der Folge 20 weitere thermische Solaranlagen installiert. - Regionale Landwirtschafts- und Produktionsbetriebe werden zur Umstellung auf Bio motiviert. - Der öffentliche Verkehr wird gefördert (eigene Postauto-Haltestelle/Rufbus/kostenloser Gepäcktransport), Anreisende im Privatauto werden zur Kasse gebeten (Parkplatzgebühr)
| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Landscape | X | ||
| Alpine ecosytems/biodiversity | X | ||
| Water, soil, air | X | ||
| Others | |||
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Das Hotel wurde mit lokalen Materialien kompakt gebaut und es wurde darauf geachtet, dass sich der Baukörper im Unterschied zu den gepanten 50 Schwedenhäusern optimal in die Landschaft integriert. Dank der ersten thermischen Hotelsolaranlage der Schweiz (98m2), einer Holzschnitzelheizung sowie einem dorfeigenen Wasserkraftwerk weist das Hotel eine C02-neutrale-Energiebilanz aus. Die Hotel- und Seminargäste werden mit einer gesunden biologischen Küche verwöhnt, wobei dem regionalen und ökologischen Einkauf (kurze Transportwege) besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auf geführten Wanderungen lernen die Gäste - darunter viele Kinder - die Vielfalt des alpinen Ökosystems kennen. Siehe auch Energiebilanz und Gästeprogramm sowie Umsatzzahlen im Anhang. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Social justice | X | ||
| Co-determination/participation | X | ||
| Regional/cultural identity | X | ||
| Others | |||
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Mit seiner genossenschaftlichen Struktur gehört das Hotel Ucliva seinen Gästen. Die 1200 Genossenschafter haben den Bau des Hotels nicht nur finanziert, sondern tragen als Gäste zum nachhaltigen Erfolg des Hauses bei. An der jährlichen Generalversammlung genehmigen die Genossenschafter Jahresbericht und Betriebsrechnung und entscheiden über zukünftige Strategien und Genossenschaftsrabatte. Als einziges Hotel im Dorf bietet das Haus 12 Arbeitsplätze, wobei die Stellen möglichst an Einwohner der Region vergeben werden. In der Personalführung stehen die sozialen Aspekte im Vordergrund und bei der Einsatzplanung wird auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter Rücksicht genommen (Alleinerziehende Mütter, in der Landwirtschaft tätiges Servicepersonal, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln). |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Employment | X | ||
| Value added/income | X | ||
| Know-how/competitiveness | X | ||
| Others | |||
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Mit dem Hotelbetrieb und dem in den Statuten festgelegten Prinzip des regionalen Einkaufs werden Arbeitsplätze im Dorf gesichert und die Wertschöpfung für die Region optimiert (bei einem Jahresumsatz von CHF 1.2 Mio. und Lohnkosten von rund CHF 500'000). Aufgrund seines 25-jährigen Bestehens hat das Hotel touristische Vorbildfunktion und verfügt über einen grossen Erfahrungsschatz in der nachhaltigen Hotellerie. Um seine Wettbewerbsfähigkeit und Pionierfunktion zu erhalten, sind aber Erneuerungen notwendig. Bis anhin wurden mit Hilfe der Genossenschafter CHF 450'000 an neuen Geldern gewonnen und investiert. Ziel der Genossenschaft sind Neuinvestitionen von insgesamt CHF 1 Mio., welche vollumfänglich durch neues Eigenkapital finanziert werden sollen. |
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Über das Hotel Ucliva wurden seit 1983 zahlreiche Berichte veröffentlicht (Zeitungen, Reisemagazine, Publikationen von Umweltschutzorganisationen), die in der breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein zur nachhaltigen Hotellerie fördern. Die Genossenschaft umfasst 1200 Mitglieder, die regelmässig via Newsletter und Hauszeitung informiert werden und an der jährlichen Generalversammlung über Strategie und Investitionen mitbestimmen. Die jährlich rund 7000 Gäste unterstützen und geniessen die Idee des Ucliva und erzählen es an Freunde und bekannte weiter.
Als erstes schweizerisches Ökohotel beweist das genossenschaftlich geführte Unternehmen seit 1983 über die Surselva hinaus, dass ökologische, ökonomische und soziale Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung auch im Gastgewerbe umgesetzt werden können. Mit der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes im Jahr 2005 sowie der Durchführung eines Workshops zu diesem Thema sollen andere Betriebe zu Ähnlichem motiviert werden.
Mit der Gesamtsanierung soll der CO2-neutrale Hotelbetrieb zukünftig weiter bestehen und nachhaltig gesichert werden. Die Strategie sieht eine schrittweise, sanfte Erneuerung der Infrastruktur mit biologischen, möglichst einheimischen Materialien und lokalen Partnern vor. Die Heizung soll dem neusten Stand der Technik angepasst werden.
Further information
Die genossenschaftliche Struktur des Betriebes ist einzigartig. Die Gäste tragen ihr Hotel und bestimmen über dessen zukünftige Ausrichtung mit. Die ökologischen und sozialen Aspekte wie auch die Verpflichtung zum regionalen Einkauf sind in den Statuten festgehalten.
Die thermische Solaranlage (21-jährig) sowie die Holzschnitzelheizung (12-jährig) sind fehleranfällig und wartungsintensiv. Eine Anpassung an den neusten Stand der Technik kostet gemäss Voranschlag rund CHF 50'000, was momentan nur zum Teil aus bestehendem Eigenkapital finanziert werden kann. Mit Hilfe des Preisgeldes könnten die Anpassungen noch vor der kalten Jahreszeit vorgenommen werden.
Online information on the measure
Homepage des Hotelbetriebes mit Informationen zur Entstehungsgeschichte, zur Genossenschaft, zur Philosophie, zum Gästeprogramm und zur Bergregion
http://www.ucliva.ch
:
Waltensburg gehört zu den ärmeren Berggemeinden der Schweiz (Finanzklasse 5). Die Gemeindevertreter schätzen die Idee des Hotels Ucliva und sind dankbar um die Initiative und den Einsatz der Genossenschaft. Eine Sicherung des Hotelbetriebes und der Arbeitsplätze ist für die Gemeinde von grosser Wichtigkeit. Es fehlen ihr aber die finanziellen Mittel für eine direkte finanzielle Unterstützung.
Waltensburg gehört zu den ärmeren Berggemeinden der Schweiz (Finanzklasse 5). Die Gemeindevertreter schätzen die Idee des Hotels Ucliva und sind dankbar um die Initiative und den Einsatz der Genossenschaft. Eine Sicherung des Hotelbetriebes und der Arbeitsplätze ist für die Gemeinde von grosser Wichtigkeit. Es fehlen ihr aber die finanziellen Mittel für eine direkte finanzielle Unterstützung.
Organisations of civil society
Genossenschaft: Es werden Anteilscheine à CHF 900 herausgegeben. Die Genossenschafter sind stimmberechtigt (Generalversammlulng) und erhalten jährliche Genossenschafterermässigungen auf Hotelübernachtung sowie Restaurantkonsumationen (bis 20%, max. CHF 120 pro Jahr)
Johan Zegg, Direktor Hotel Ucliva, 7158 Waltensburg, Tel. 081 941 22 42
Photos, illustrations, documents
Nachhaltiges Familien- und Seminarhotel Ucliva mit thermischer Solaranlage auf dem Nebengebäude Uclivetta (98 m2 - während 21 Jahren grösste thermische Hotelsolaranlage der Schweiz)
Südfassade des Hauses im lokalen Baustil mit unbehandeltem Holz aus der Region. Isolation und Fenster nach Stand Technik beim Bau 1983. Sanierung der Holzschnitzelheizung 1997.
Geführte Schneeschuhwanderung mit Hotelgästen durch unberührte Natur. Gästeprogramm Sommer: geführte Wildbeobachtung / geführte Wanderung / Picknick im Val Ladral
Other documents
Energiebilanz Hotel Ucliva vor Heizungssanierung 1997 und mit neustem Stand 2008Flyer "Mitbesitzen und Profitieren" zur Anwerbung neuer Genossenschafter
G-08-07-30 Ucliva Energiebilanz.doc
(
Flyer_Mitbesitzenundprofitieren.pdf
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