Fernheizwerk mittleres und oberes Ahrntal
by
Taomi
—
last modified
2008-08-06 12:15
This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.
Südtirol
it (Italy)
2000-01-01
8 Jahre
Mr Thomas Volgger
WuEgA
Mr Thomas Volgger
volgger.t@rolmail.net
:
Ich war als Kaminkehrer für die Gemeinde Ahrntal zuständig. Dadurch konnte ich von jedem Haus die Energiedaten ermitteln, da ich auch Energieberater und Kesselwärter gelernt habe. Mit den Daten erstellte ich ein Konzept, das mittlere und obere Ahrntal mit Fernwärme aus Biomasse zu versorgen. Ich suchte mir Personen, die gerne an so einem Projekt arbeiten und gründete eine Arbeitsgruppe. Diese Gruppe hatte dann am 22.04.2004 eine Sitzung, wo ich das Konzept vorstellte.
Ich war als Kaminkehrer für die Gemeinde Ahrntal zuständig. Dadurch konnte ich von jedem Haus die Energiedaten ermitteln, da ich auch Energieberater und Kesselwärter gelernt habe. Mit den Daten erstellte ich ein Konzept, das mittlere und obere Ahrntal mit Fernwärme aus Biomasse zu versorgen. Ich suchte mir Personen, die gerne an so einem Projekt arbeiten und gründete eine Arbeitsgruppe. Diese Gruppe hatte dann am 22.04.2004 eine Sitzung, wo ich das Konzept vorstellte.
Mitigation measure
- technical
- financial
- Energy supply
- Forestry
- Nature conservation
- Tourism
regional, small-scale (association of municipalities, valley region, etc.)
Fernheizwerk
erneuerbar
Biomasse
Umstieg von ca. 320 Gebäuden auf erneuerbare Energie und Einsparung von 2.000.000 liter Heizöl. Zusätzliche Einsparung an Geld, da die Beheizung mit Biomasse billiger ist. Gründung einer Genossenschaft, wo jeder Wärmeabnehmer Mitglied ist und mitbestimmen kann. Dadrurch kann eine gute Gemeinschaftbildung bei den Mitgliedern erreicht werden. Verwendung von einheimischem Holz. Es wird versucht, möglichst die gesamten Brennstoffe in naher Umgebung zu kaufen und somit die Wertschöpfung im Tal zu belassen. Dadurch werden lange Anlieferwege gespart und der CO2 Ausstoss erheblich reduziert. Durch die Verwendung von Biomasse in dezentralen Anlagen können die Energiekosten gegenüber dem Heizöl bei den Abnehmern reduziert werden. Reduzierung der Luftverschmutzung durch grössere, dezentrale Anlagen. Die kann sich später auch sehr positiv in der Tourismuswerbung auszeichnen.
Nachdem Arbeitsgruppen und Gemeinde Ahrntal das Vorhaben als Gut befunden haben, wurde das Konzept am 22.09.2004 der Forst, allen Fraktionen, Handwerkerverband, Tourismusverband, Handelsvertretern und dem Bauernbund vorgestellt. Da ich im Dezember 2004 den Umweltpreis Trentino- Südtirol für meine Arbeit bekam, lud ich alle Gebäude vom Ahrntal am 03.03.2005 zu einem Infoabend ein. Das Konzept fand bei etwa 300 Anwesenden sehr grossen Zuspruch. Februar 2005 gründete ich den Förderverein Fernwärme Ahrntal, der das Konzept weiter vorantrieb. April 2005 gründete ich die Wärme- und Energiegenossenschaft Ahrntal, der alle Gebäude, die Wärme abnehmen möchten, als Mitglied beitreten konnten. Die Genossenschaft setzte sich zum Ziel, mitgliedsfördernd zu arbeiten, d. h. keine Gewinne zu erzielen. 2005 wurde die Planung vorangetrieben und Baugrund für ein Heizwerk gesucht. 2006 wurden dann 14 km von insgesamt 20 km Fernwärmeleitungen verlegt. 2007 Bau des 1. Heizwerkes.
Es zeigte sich ein sehr grosser Zuspruch unter der Bevölkerung. Bei Baubeginn waren bereits 80% der möglichen Gebäude unter Vertrag. Der heutige Stand zeigt, dass die gesamten Arbeiten nicht mit voller Geschwindigkeit verwirklicht werden konnten und somit bisher nur 150 Gebäude von insgesamt 320 am Netz hängen. Zudem musste wegen der schwierigen Suche nach Baugrund für ein Heizwerk auf mein altes Konzept zurückgegriffen werden, das 3 kleinere Heizwerke vorsieht. Im Herbst 2006 wurde ein Spitzenlastkessel errichtet, der mit Öl betrieben wurde. Dies war notwendig, um Neubauten anzuschliessen und mit Wärme zu versorgen. Im Herbst 2007 wurde das erste Biomasseheizwerk mit einer Leistung von 1.600 kW errichtet und im Winter 2007/ 2008 konnten damit alle angeschlossenen Gebäude mit Wärme aus Biomasse versorgt werden. In dieser Zeit konnte ein Anschluss von etwa 150 Gebäuden mit einer Leistung von insgesamt ca. 3.200 kW verzeichnet werden. Brennstoff nur aus dem eigenen Gemeindegebiet.
Assessment criteria for the Jury’s decision
Alle zu anschliessenden Gebäude wurden hauptsächlich mit Heizöl beheizt. Bei der Umstellung auf das Fernheizwerk kann sich die Einsparung von fossilen Energieträgern mit 2.000.000 litern Heizöl beziffern lassen. Bei der Verwendung der Biomasse aus dem eigenen Gemeindegebiet oder nächster Umgebung bleiben die Anlieferungswege sehr kurz und auch hier lassen sich grosse Mengen von CO2 aus fossilen Energieträgern einsparen. Zudem wird beim Kauf des Holzes aus heimischen Wäldern der Waldbesitzer angehalten, die Wälder zu durchforsten und somit kann ein besseres Wachstum erzielt werden. In den nächsten Monaten gilt es, den Biomassekessel und das gesamte Fernwärmenetz zu optimieren, um geringere Wärmeverluste aufzuweisen und somit Brennstoff zu sparen. Dies kann mit einfachen Mitteln ohne grossen Aufwand erreicht werden.
Im Endausbau soll das gesamte Netz von 2 Heizwerken mit Biomasse beheizt werden. Somit können 2.000.000 liter Heizöl eigespart, bzw. mit Biomasse ersetzt werden. Nur im notwendigsten Fall wird der Spitzenlastkessel mit Öl zugeschaltet. Da es sich hier um dezentrale Anlagen handelt, fallen auch die schlechten Wirkungsgrade von den kleinen zentralen Anlagen komplett weg und somit kann ein sehr guter Wert erreicht werden. Die Biomasse wird möglichst aus dem eigenen Gemeindegebiet oder aus nächster Umgebung eingekauft. Die langen Transportwege wie beim Heizöl sind somit nicht mehr gegeben.
| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Landscape | X | ||
| Alpine ecosytems/biodiversity | X | ||
| Water, soil, air | X | ||
| Others | |||
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Wälder besser aufforsten, da das gesamte Brennholz im Heizwerk verbrannt werden kann. Bessere Verbrennung durch grössere Heizanlagen und Ausstoss von neutralem co2. Luftreinhaltung durch dauernde Überprüfung der Abgaswerte. Konstanter Brennbetrieb, somit fallen alle Abschalt- und Einschaltzeiten weg, die eine schlechte Verbrennung verursachen. Die Heizanlage unterliegt einer dauernden Überwachung. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Social justice | X | ||
| Co-determination/participation | X | ||
| Regional/cultural identity | X | ||
| Others | |||
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Durch die Gründung der Genossenschaft als Betreiber hat jeder Wärmeabnehmer eine Mitgliedschaft mit einem Stimmrecht. Dabei ist es uninteressant, ob das Gebäude viel oder wenig Wärme braucht. Somit ist jeder Abnehmer in der Genossenschaft gleichgestellt. Die Gangart der Genossenschaft wird von der Vollversammlung, wo jedes Mitglied anwesend sein kann und mitbestimmt, geregelt. Zudem ist die Genossenschaft laut Statut mitgliederfördernd, d. h. die Genossenschaft erzielt keine Gewinne und kann somit den Wärmepreis entsprechend den Einnahmen regeln. |
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| Field | Positive impact | Neutral impact | Negative impact |
|---|---|---|---|
| Employment | X | ||
| Value added/income | X | ||
| Know-how/competitiveness | X | ||
| Others | |||
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Beschäftigung für Vorstandsmitglieder, Heizkesselwaerter, Baufirmen beim Bau Durch die Verwendung des Holzes aus den heimischen Wäldern kann die Wertschöpfung im Ahrntal belassen werden, was in der Endausbaustufe in etwa 400.000.-€ pro Jahr ausmacht. Durch die Verringerung des Energiepreises wird eine bessere Wettbewerksfähigkeit bei Betrieben erreicht. |
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Zuerst durch den Gewinn des Umweltpreises Trentino Südtirol 2004. Später auch durch verschiedenen Zeitungsberichte. Durch Infoabende für alle Interessierten konnte das Konzept allen mitgeteilt werden. Da nun die Genossenschaft gegründet ist, können die Infos bei den Vollversammlungen ausgetauscht werden. Bewusstseinsbildung durch die Genossenschaft, da jeder für jeden da sein muss und jeder gleich viele Stimmrechte hat
Ein Fernheizwerk wie dieses, kann in jeder anderen Gemeinde oder Ort errichtet werden, wenn die Vorraussetzungen geschaffen sind. Dies wurde ja bereits vor dieser Massnahme schon getan.
Die eindeutige Strategie ist sicher, das Heizwerk mit Biomasse zu betreiben, da ansonsten die Energiekosten nach oben steigen würden. Zudem ist das Ahrntal ein Tourismusziel. Hier kann mit der sauberen Luft ein besserer Werbeeffekt erzielt werden. Des weiteren muss nun das restliche Fernwärmenetz weiter gebaut werden, um alle 320 Abnehmer zu erreichen. Zudem lässt sich durch dieses Konzept das Netz und die Wärmeleistung jederzeit erhöhen.
Further information
Vor der Realisierung wurden die Gebäude grossteils mit Heizöl beheizt. Nun wird das über ein bequemes Fernwärmenetz erledigt, das mit Biomasse beheizt wird.
12.000.000
Vorantreiben meiner weiteren Ideen zur Erzeugung von Energie. Patentrecherchen
Online information on the measure
Herausgeber Umweltpreis 2004
http://www.transkom.it/umweltsuedtirol/umweltpreis2004/umweltpreisgewinner.htm
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Bei der Genossenschaft bleibt ein Obmann für 3 Jahre im Amt. Im April 2008 wurde ich nach meiner ganzen Arbeit als Obmann und Initiator abgewählt. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Führung der Genossenschaft dieses Konzept weitertreibt und Vorteile für alle Mitglieder findet. Dabei müssen auch neue Ideen einfliessen, geprüft und verwirklicht werden.
Bei der Genossenschaft bleibt ein Obmann für 3 Jahre im Amt. Im April 2008 wurde ich nach meiner ganzen Arbeit als Obmann und Initiator abgewählt. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Führung der Genossenschaft dieses Konzept weitertreibt und Vorteile für alle Mitglieder findet. Dabei müssen auch neue Ideen einfliessen, geprüft und verwirklicht werden.
Individuals
Mitglieder, Politiker, Umweltschützer, Lehrer, Vereine, Verbände
Photos, illustrations, documents
10.12.2007 Einheben des letzten Kesselteiles des Biomassekessels
10.12.2007 Einheben des letzten Kesselteiles. Symbolisches gemeinsames Hineinziehen. v. r. n. l. Volgger Thomas, Landesräte Berger u. Laimer, Vizebürgermeister, Ingeneure und Verwaltunsräte
21.12.2007 erstes Anheizen des Kessels vorne Volgger Thomas mit Freundin und Sohn
Other documents
Mai 2005 Schreiben in der Zeitung über die Gründung der GenossenschaftOktober 2005 Schreiben in der Zeitung über den Stand des Fernheizwerkes
Dezember 2007 Schreiben in der Zeitung über das erste Aufheizen des ersten Biomassekessels
2.pdf
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