You are here:
Home competition-cc.alps Nachhaltige Flusssgebietsentwicklung Untere Salzach
Navigation
 

Nachhaltige Flusssgebietsentwicklung Untere Salzach

by Staton  —  last modified 2010-07-19 14:39

This climate response measure was submitted by third parties in summer 2008 as part of the competition for the cc.alps project. Responsibility for the contents rests with the persons indicated on the form.




Berchtesgadener Land und Salzburg und Umgebung

at (Austria), de (Germany)

Yes

2001-01-01

2012

Mr Günter Hopf
Wasserwirtschaftsamt Traunstein


Mr Tilmann Zinsser
Wasserwirtschaftsamt Traunstein
tilmann.zinsser@wwa-ts.bayern.de
:
Die flussmorphologische Sanierung der Unteren Salzach (Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich) ist eine Herausforderung an den modernen Wasserbau. Die Sanierung soll das weitere Eintiefen der Sohle stoppen, den Hochwasserschutz entlang der Salzach sichern und eine ökologische Verbesserung des Flusssystems und des Auwaldes erreichen. Alles nach dem Grundprinzip, den Fluss in ein neues und nachhaltiges Gleichgewicht zu überführen und dabei möglichst wirtschaftliche Lösungen zu finden.

Sustainable Developement of the Rivershed 'Untere Salzach'

Adaptation measure
  • technical
  • strategic
  • Water management
  • Natural hazards management
  • Nature conservation

transnational

nachhaltige Flussgebietsentwicklung
innovativer Wasserbau
grenzüberschreitende Lösung

Die Salzach wies als typischer alpiner Fluss ein weit verzweigtes und dynamisch verändertes Flussbett auf. Zur besseren Schiffbarkeit, zur Definition der Staatsgrenze etc. wurden im 19. und 20. Jh. Begradigungen durchgeführt und die Salzach eingeengt, sowie Geschiebe durch Talsperren im Oberlauf zurückgehalten. Die Maßnahmen bewirkten eine massive Eintiefung der Gewässersohle. Damit sank auch der Grundwasserspiegel und der Fluss wurde von der Aue entkoppelt, mit allen negativen Folgen für das Auenökosystem. Es sind weitere Eintiefungen zu erwarten, die auch zur Gefährdung der vorhandenen Infrastruktur und von Leib und Leben der ansässigen Bevölkerung führen können. Eine klimabedingete Zunahme von Starkregenereignisse kann den Prozeß verschärfen.Die Sanierung soll die Sohleintiefung nachhaltig stoppen, den Hochwasserschutz sichern und die Ökologie des Flusssystems verbessern und das Regime in ein neues natürliches Gleichgewicht und für Klimaveränderungen stabileres System überführen.

Das erarbeitete Gesamtkonzept mit Modulen aus offenen Deckwerken und aufgelösten Rampen in Verbindung mit „Weichen Ufern“ sowie einer Wiederanbindung der Nebengewässer ist gemeinschaftlich mit Experten aus Wissenschaft, Ingenieurbüros und Verwaltung aus Bayern und Österreich entstanden. Die interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit führte zu einem enormen Erfahrungsaustausch und bot die Möglichkeit Maßnahmen auf Stand der Wissenschaft zu verwirklichen. Baubeginn war Ende 2006 mit lokale Sicherungsmaßnahmen im Ortsbereich Laufen/Oberndorf in Form einer Grobkorneinbringung und Maßnahmen zur Deichfußsicherung. Der erste große Baustein, die Herstellung eines offenen Deckwerks, ist derzeit in Umsetzung. Die Umsetzung der ersten aufgelösten Rampe, Weichern Ufer auf einer Uferlänge von mehr als 3 km und die Anbinung eines Nebengewässers soll baldmöglichst erfolgen. Die Bauwerke sind auf ein hundertjährliches Hochwasserereignis zuzüglich eines Kimaaufschlags von 15 % bemessen.

Erfahrungsaustausch und wissenschaftliche Weiterentwicklung bewährter wasserbaulicher Bauwerke in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht, wie z.B. der ursprünglich vorgesehenen Rollierungsstreifen zu einem offenen Deckwerk. Durch das Merkmal, dass zwischen größeren aufgelegten Belegungssteinen ein Teil der ursprünglichen Sohle frei bleibt und dennoch der Sedimentaustrag unterbunden wird, stellt das Offene Deckwerk eine naturnahe Lösung zur Sohlstabilisierung von Kiesflüssen dar. Die erf. Sohlabstufungen werden in Form von aufgelösten Rampen mit Riegeln- und Beckenstrukturen, sowie mit einer Bootsgasse ausgeführt. Diese Ausführung ermöglicht die ökologische Durchgängigkeit der Bauwerke. Durch die Rampen besteht auch die Möglichkeit Wasser in alte Rinnen in die Aue zu bringen und so ehemalige Nebenarme der Salzach als flussbegleitende Nebengewässer wieder herzustellen. Es wird ein erhöhtes Retentionsvermögen der Aue und gleichzeitig eine Aufwertung der Biodiversität ermöglicht.

Assessment criteria for the Jury’s decision


Die Maßnahme stellt in erster Linie eine Anpassungsmaßnahme an die Folgen des Klimawandels dar, dennoch trägt Sie indirekt auch zu einer Senkung der Treibhausgase bei, wenn auch in einem nicht messbaren Umfang. Die optimierten baulichen Eingriffe und der Schwerkpunkt auf eine eigendynamische Entwickung (z.B. bei den Weichen Ufern) und Verwendung von Material vor Ort führen zu gerningern baulichen Eingriffen und dadurch zu einer Senkung der Treibhausgasemissionen z.B. durch Abgase von Baumaschinen. Durch die nachhaltigen Maßnahmen wird auch zukünftig der Unterhaltsaufwand und dadurch weitere bauliche Eingriffe minimiert. Zudem wird der Lebensraum Auwald gesichert und so ein Beitrag zur Erhaltung des Waldes mit seinen lebensnotwendigen Funktionen (CO2-Umwandlung, Fliterung) geleistet.

Durch die Vernetzung von Fluss und Aue wird die Retentionswirkung des Systems verbessert und der durch die Einengung entstandenen Abflussbeschleunigung entgegengewirkt. Das System ist auf ein hundertjährliches Hochwasserereignis zuzüglich eines Klimafaktor von 15 % ausgelegt und sollte auch gegenüber Extremereignissen robuster regieren. Das Anheben des Grundwasserspiegels wirkt einem weiteren Austrockenen der Aue und damit auch den Folgen von Klimaerwärmung und evtl. längeren Trockenperioden entgegen. Die Sohleintiefung, die durch häufigere Starkregenereignisse noch schneller als bislang angenommen voranschreiten könnte wird nachhaltig gestoppt. Das System ist so konzepiert, dass auch zukünftige Anpassungsmaßnahmen leicht möglich wären. Der Austausch von Expertenwissen und eine starke Öffentlichkeitsarbeit hilft innovative Lösungen umzusetzen und das Bewußtsein für überfachliche Zusammenhänge und vernetztes Denken zu fördern.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Landscape X
Alpine ecosytems/biodiversity X
Water, soil, air X
Others X

Die Renaturierung des Flusssystems hat positive Auswirkung auf das Landschaftsbild und ist ein Schritt in unserer Kulturlandschaft zurück zum typischen alpinen Fluss. Die Vernetzung zur Aue und die Hebung des Grundwasserspiegels ist ein Beitrag zur Entwicklung der Ziele des FFH-Lebensraum Auwald (EU-Schutzgebiet). Dies und die Strukturverbesserung des Fließgewässers (Weiche Ufer mit Kiesbänken, Dynamisierung) führen zu einer Förderung der Biodiversität. Das Projekt wirkt positiv auf den Wasserhaushalt und für den Hochwasserschutz (Verhinderung von Schäden an Infrastruktur durch zunehmende Eintiefung und verbessertes Retentionsvermögen). Die Sicherung der Auwaldbestände ist postiv für die Luft. Zudem wirkt sich das Projekt positiv auf die Erholungsfunktion und den Tourismus der Region aus.
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Social justice X
Co-determination/participation X
Regional/cultural identity X
Others X

Die offene Planungsarbeit und Einbindung der Komunen, Verbände und Aktionsgemeinschaften, sowie die intensive Öffentlichkeitsarbeit regen offene Diskussionen an und führen zu gemeinschaftlichen, weit akzeptierten und insgesamt besseren Lösungen. Die Erfahrungen fördern gegenseitiges Verständnis und vernetztes Denken. Das Mitwirken am Projekt führt zur Erhaltung kultureller Besonderheiten (z.B. Bootsgasse in den Rampen für die Plättenfahrten) und führt zur Identifizierung der Region mit der Salzach als alpinem Wildfluss, der stehts die Entwicklung der Region prägte (z.B. Salzhandel).
Field Positive impact Neutral impact Negative impact
Employment X
Value added/income X
Know-how/competitiveness X
Others X

Die Sicherung der Infrastruktur vor der Naturgefahr Hochwasser ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftsstandorte im Projektgebiet und führt so zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Die interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit lies ein innovatives Konzept entstehen. Die Verwirklichung war nur durch enge Zusammenarbeit mit Instituten und Wissenschaftlern möglich. Dies fördert das Knowhow und führt zur Weiterentwicklung des Wasserbaus und zu wirtschaftlichen Lösungen.

Es findet eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit in From von Workshops, Informationsveranstaltungen, Flyern, Ausstellungen auf Messen und einer eigenen Projekthomepage statt. Zudem erfolgen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Präsentationen auf Fachtagungenm an Universitäten und in Verwaltungskreisen. Die Kommunikation der an diesem Projekt beispielhaft gewonnenen Erfahrungen regen an, sich von klassischen Lösungen zu lösen und neue Methoden zu entwickeln und umzusetzen. Die Zusammenarbeit zwischen Wasserbau und Ökologie ergibt mehr Verständnis für die Zusammenhänge eines Flussökosystems und schafft so Bewußtsein für die vernetzen Zusammenhänge dieser komplezierten Systeme. Durch Kommunikation dieser Zusammenhänge in der Öffentlichkeit erfolgt ein Beitrag zur Umweltbildung.

Die ganzheitliche Betrachtung des Flusssystems gemeinsam mit der Aue ist ein wichtiger Ansatz. Nicht nur die Betrachtung von Fluss, Ufer , Aue und Auwald mit den Nebengewässern und Altwässern und ihrer lebensräume, auch die Betrachtung über Verwaltungsgrenzen und sogar Staatsgrenzen hinweg ist ein Erfolg des Projektes. Die Erfahrungen und das Verständnis können vom Grundsatz auf alle Flusssysteme übertragen werden und helfen auch bei der Umsetzung der EU-Richtlinen (Wasserreahmenrichtlinie, Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie). Die Weiterentwicklung aufgelöster Rampen können in vielen Flüssen zur anwendung kommen. Auch die Forschungsergebnise und Umsetzung bei offenen Deckwerken und der Weichen Ufer bieten für viele wasserbaulichen Fragestellungen neue Lösungsansätze.

Unter http://www.klimastrategie.de/bay.html befinden sich Informationen zur Klimastrategie Bayern. Das Projekt dient der Anpassung an klimabedingt zunehmende Naturgefahren (Hochwasser und Trockenzeiten) und folgt damit dem Vorsorgeprinzip. Entsprechend des Aktionsprogramms2020 werden technische Bauwerke und Retentionsraumaktivierung werden kombiniert. Der als Ergebnis von KLIWA bayernweit eingeführte Klimafaktor von 15 % wurde berücksichtigt. Es werden die Voraussetzungen des Auwaldstandortes verbessert. Aufbau und Erhaltung vorratsreicher,zuwachsstarker, nachwachsender und stabiler Wälder ist der erste Schritt zur Kohlenstoffbindung. Zudem trägt das Projekt zur Sicherung und Optimierung wohnortnaher Erholungsgebiete bei (kurze Verkehrsweg).

Further information


Die Größe der geplanten Rampen (insbesondere hydraulische Beaufschlagung) geht deutlich über alle bereits umgesetzten ähnlichen Bauwerke hinausgehen. Neben der Stabilität des Bauwerks wurden auch die Durchgängigkeit für Fische und Boote untersucht und optimiert. Forschungsarbeiten von TUM und IWB zu den Weichen Ufern ermöglichen es nun, das Ausmaß der eigendynamischen Seitenerosion abzuschätzen.

50 Mio. €

Verwendung für weitere Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Wie Baustellen- und Naturführungen im Projektgebiet und einrichten eines festen Informationsstandes.

Online information on the measure


Eigene Projekthompage mit Informationen zu Hintergründen zur Salzach (Lage, Geschichte, Flora/Fauna, Mensch und Kultur und den Defiziten), zum Projekt (Ziele, Vorarbeiten, Planungskonzept, Planungsstand, Beteiligte und Bildern) sowie aktuellen Informationen.
http://www.sanierung-salzach.info/


Homepage das Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, unter Projekte -> aktuelle Projekte -> Sanierung untere Salzach finden sich Informationen zur Salzach und zum Projekt. Auf der Homepage befinden sich ansonsten allgemeine Informationen zum bayerischen Träger der Maßnahme und zu wasserwirtschaftlichen Themen.
http://www.wwa-ts.bayern.de/


Homepage des Landes Salzburg , unter Flüsse und Seen -> Projekte -> Untere Salzach finden sich Informationen zur Salzach und zum Projekt. Auf der Homepage befinden sich ansonsten allgemeine Informationen zum salzburger Träger der Maßnahme und zu wasserwirtschaftlichen Themen.
http://www.salzburg.gv.at/themen/nuw/wassererangelegenheiten/wasser.htm

:

Administration (local, regional, national)

Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein gemeinsam mit der Bundeswasserbauverwaltung Salzburg

Herr Andreas Bernhardt Bundeswasserbauverwaltung Amt der Salzburger Landesregierung, Fachabteilung Wasserwirtschaft Michael-Pacher-Straße 36 A-5020 Salzburg andreas.bernhard@salzburg.gv.at Dr.-Ing. Michael Spannring Projektleiter der Planungsgemeinschaft "Mensch und Natur, Salzach im Gleichgewischt" Lessingstraße 9 80336 München spannring@ski-ing

Photos, illustrations, documents


Übersicht über die begradigte und eingeengte Untere Salzach im Freilassinger Becken (gebiet der aktuellen Projektumsetzung).


Die Graphik veranschaulicht die Konsequenzen einer ungestoppten Eintiefung für Hochwasserschutz, Infrastrukur und das Auesystem.


Veranschaulichung das Prinzip der Weichen Ufer. Die Uferbefestigung des begradigten und eingeengten Flusses wird mittels Maschineneinsatz entfernt und so eine eigendynamische Entwicklung ermöglicht.

Other documents

Zusammenfassende Erläuterung des innovativen Gesamtkonzeptes zur Flussgebietssanierung. Beschreibung der aufgelösten Rampen und der Weichen Ufer.

Knappe Erläuterung der Projekthintergründe (Historie, Defizite, Handlungsbedarf, Projektüberblick).

Projektbeteiligte

Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: